Die niederländische Fluggesellschaft KLM stellt das Verpflegungskonzept in der Economy Class auf ihren europäischen Kurz- und Mittelstreckenflügen um. Ab Oktober führt die Airline unter der Bezeichnung „Grand Café KLM“ ein System ein, bei dem Passagiere Speisen vorab kostenpflichtig reservieren oder während des Fluges aus einer Bordkarte kostenpflichtig erwerben können.
Zur Vorbestellung stehen unter anderem kalte Gerichte wie Pokè-Bowls oder Caesar-Salats auf der Speisekarte. Standardgetränke wie Kaffee, Tee, Wasser und Orangensaft sowie die traditionelle Stroopwafel bleiben im Ticketpreis enthalten.
Der Umstellung gingen mehrstufige Testphasen auf ausgewählten europäischen Flugstrecken voraus. Während dieser Erprobungen prüfte die Fluggesellschaft sowohl die Akzeptanz bei den Passagieren als auch die logistischen Abläufe für das Kabinenpersonal. Die Entscheidung reiht sich in einen branchenweiten Trend im europäischen Luftverkehr ein, bei dem traditionelle Netzwerkanbieter den bisher inkludierten Service in der Kabine schrittweise reduzieren und durch kostenpflichtige Speisenangebote ersetzen, um Zusatzerlöse im Wettbewerb mit Billigfluggesellschaften zu generieren.
Das neue Bordservice-Modell stößt bei Verbraucherschutzorganisationen und Fahrgastverbänden jedoch auch auf Kritik. Zwar betont die Fluggesellschaft eine größere Auswahl für die Fluggäste, jedoch bedeutet der Schritt faktisch eine Entwertung des regulären Economy-Tarifs, da vollwertige Mahlzeiten fortan extra bezahlt werden müssen. Zudem stellt die Umstellung im Bordservice veränderte Anforderungen an das Kabinenpersonal dar, das nun verstärkt Verkaufsprozesse und Abrechnungen im Flugbetrieb abwickeln muss.
Für die Fluggesellschaft stehen neben den direkten Einnahmen aus dem Speisenverkauf auch logistische Einsparungen bei der Cateringsplanung im Vordergrund. Durch Vorbestellungen lassen sich die mitzuführenden Mengen gezielter kalkulieren, was die Lagerung im Flugzeug vereinfacht. Ob das Konzept bei den Passagieren auf Dauer Akzeptanz findet, wird sich mit dem flächendeckenden Rollout im Herbst zeigen.