Die Fluggesellschaft Austrian Airlines verlegt ihre Unternehmenszentrale innerhalb des Areals der Vienna AirportCity.
Nach der für das Jahr 2028 geplanten Fertigstellung des Bürogebäudes Office Park 4 Next bezieht der zur Lufthansa-Gruppe gehörende Carrier rund 12.000 Quadratmeter Mietfläche auf neun Ebenen des Neubaus. Nach Angaben von Flughafen-Wien-Vorstand Günther Ofner und Austrian-Airlines-Chefin Annette Mann werden an dem neuen Standort rund 4.700 Mitarbeiter zusammengezogen, die bislang auf drei verschiedene Gebäude verteilt waren. Die Aufteilung der neuen Flächen sieht neben regulären Büro- und Besprechungszonen auch spezifische Schulungsräume, Crewbereiche sowie ein Trainingszentrum vor.
Mit dem Bau des Office Park 4 Next erweitert die Flughafen Wien AG das bestehende Immobilienangebot am Standort um insgesamt 17.000 Quadratmeter Büro- und Konferenzflächen. Der bestehende Office Park 4, der über 26.000 Quadratmeter Fläche verfügt, weist derzeit einen Vermietungsgrad von etwa 85 Prozent auf. Durch den Auszug von Austrian Airlines aus den bisher genutzten Kapazitäten im benachbarten Office Park 2 werden ab 2028 wiederum Flächen für Neuansiedlungen frei, für die die Betreibergesellschaft bereits Nachfolgemieter sucht. Am Standort der AirportCity sind aktuell über 250 Unternehmen mit insgesamt mehr als 23.000 Beschäftigten ansässig.
Die Verlegung der Konzernzentrale fällt in eine Phase organisatorischer Anpassungen bei Austrian Airlines zur Reduzierung von Verwaltungskosten. Durch die Konzentration der Belegschaft an einem zentralen Gebäudekomplex versucht die Fluggesellschaft, interne Prozessabläufe zu vereinfachen und Schnittstellen zwischen Flugbetrieb, Logistik und Management zu verkürzen. Für die Flughafenbetriebsgesellschaft bedeutet der langfristige Mietvertrag mit dem Ankermieter eine betriebswirtschaftliche Absicherung des Neubauprojekts, das die gewerblichen Immobilienerträge des Standorts stärken soll.
Immobilien- und Luftfahrtanalysten betonen jedoch, dass großflächige Neubauvorhaben an Flughafenstandorten mit finanziellen Verwertungsrisiken verbunden sind, falls die Nachfrage nach dezentralen Büroflächen nachlässt. Durch den Trend zu mobilen Arbeitsformen und flexiblen Homeoffice-Regelungen hinterfragen viele Großunternehmen ihren tatsächlichen Flächenbedarf pro Kopf. Zudem erfordert die Freizügigkeit und Neuausrichtung älterer Immobilienbestände wie dem Office Park 2 erhebliche Investitionen in die Modernisierung, um im Wettbewerb um neue Gewerbemieter am Wiener Standort zu bestehen.