Airbus A330-300 (Foto: Pixabay).
Redakteur
Letztes Update
Give a coffee
Informationen sollten frei für alle sein, doch guter Journalismus kostet viel Geld.
Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, können Sie Aviation.Direct freiwillig auf eine Tasse Kaffee einladen.
Damit unterstützen Sie die journalistische Arbeit unseres unabhängigen Fachportals für Luftfahrt, Reisen und Touristik mit Schwerpunkt D-A-CH-Region und zwar freiwillig ohne Paywall-Zwang.
Wenn Ihnen der Artikel nicht gefallen hat, so freuen wir uns auf Ihre konstruktive Kritik und/oder Ihre Hinweise wahlweise direkt an den Redakteur oder an das Team unter unter diesem Link oder alternativ über die Kommentare.
Ihr
Aviation.Direct-Team

Ungeplante Landung in den USA: Rauchentwicklung an Bord zwingt Flugzeug von Swiss zur Umleitung

Werbung

Ein Langstreckenflug der Schweizer Fluggesellschaft Swiss International Air Lines von Zürich nach New York endete am 27. Juli 2026 mit einer außerplanmäßigen Sicherheitslandung im US-Bundesstaat Maine. Die Besatzung eines Airbus A330-300 entschied sich zur Umleitung des Flugs, nachdem während des Atlantiküberflugs eine Rauchentwicklung im vorderen Kabinenbereich der Business Class festgestellt worden war.

Die Maschine mit 208 Passagieren an Bord landete sicher auf dem Bangor International Airport. Rettungs- und Feuerwehrkräfte untersuchten das Flugzeug unmittelbar nach dem Aufsetzen auf der Landebahn, konnten jedoch keine offenen Flammen oder akuten Hitzespuren feststellen. Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA hat eine Untersuchung zur Ermittlung der Ursache eingeleitet.

Verlauf des Fluges und Notabstieg über dem Atlantik

Flug LX16 hob am Vormittag des 27. Juli 2026 gegen 10:30 Uhr Ortszeit pünktlich vom Flughafen Zürich ab. Die geplante Flugdauer zur US-Ostküste betrug etwa acht Stunden. Nach rund sechseinhalb Stunden Flugzeit, als sich die Maschine auf einer Reiseflughöhe von etwa 32.000 Fuß nahe der kanadischen Provinz Nova Scotia befand, bemerkte die Kabinenbesatzung die Rauchentwicklung im vorderen Abschnitt der Business Class.

Die Piloten leiteten daraufhin umgehend ein Notfallverfahren ein, setzten das Notfallsignal 7700 ab und forderten bei den Luftverkehrssteuerungen die sofortige Landeerlaubnis auf dem nächstgelegenen und geeigneten Ausweichflughafen an. Der Flugkapitän reduzierte die Flughöhe rasch um mehr als 22.000 Fuß innerhalb von rund zehn Minuten, um den Sinkflug auf Bangor einzuleiten. Der Flughafen in Maine gilt aufgrund seiner langen Start- und Landebahn sowie den vorhandenen Grenzabfertigungskapazitäten als etablierter Ausweichplatz für den nordatlantischen Flugverkehr.

Überprüfung am Boden und Betreuung der Passagiere

Nach der sicheren Landung auf der Landebahn von Bangor stoppte das Flugzeug direkt auf der Piste, um eine erste Gefahrenbeurteilung durch die örtliche Feuerwehr zu ermöglichen. Während die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter Vorbereitungen für eine eventuelle Notevakuierung der Kabine trafen, führten die Einsatzkräfte mit Wärmebildkameras eine optische und thermische Kontrolle des Flugzeugrumpfs durch. Da kein Brand festgestellt werden konnte, entfiel die Evakuierung über die Notrutschen.

Die Maschine verblieb für knapp eine Stunde auf der Landebahn, ehe sie zur Gate-Position am Terminal geschleppt werden konnte. Die Fluggesellschaft Swiss bestätigte, dass sämtliche Passagiere und die Besatzung unversehrt blieben. Logistikteams der Airline in der Schweiz und den USA koordinierten gemeinsam mit den örtlichen Behörden in Maine die Weiterreise der Fluggäste nach New York. Hinsichtlich der Ursache für den Rauch gab die Fluggesellschaft bekannt, keine Spekulationen anzustellen, solange die technischen Überprüfungen andauern.

Vorgeschichte des betroffenen Flugzeugs

Die an dem Zwischenfall beteiligte Maschine trägt das Kennzeichen HB-JHK und ist ein 14 Jahre alter Airbus A330-300. Dasselbe Flugzeug war bereits wenige Monate zuvor in einen Vorfall verwickelt. Am 26. April 2026 erlitt das Flugzeug beim Startlauf auf dem Indira Gandhi International Airport in Delhi einen gravierenden Schaden am linken Triebwerk vom Typ Rolls-Royce Trent.

Die Besatzung musste den Startvorgang damals bei hoher Geschwindigkeit abbrechen. Durch das starke Abbremsen entstand eine erhebliche Rauchentwicklung an den Reifen und Bremsen des Fahrwerks. Bei der anschließenden Notevakuierung über die aufblasbaren Rutschen wurden sechs Personen verletzt. Nach umfangreichen Reparatur- und Wartungsarbeiten war die HB-JHK am 4. Juni 2026 wieder in den regulären Liniendienst der Swiss zurückgekehrt.

Untersuchung durch die Luftfahrtbehörden

Nach der Ausweichlandung in Bangor verbleibt das Flugzeug am Boden und wird einer detaillierten technischen Inspektion unterzogen. Die Federal Aviation Administration hat eine formelle Untersuchung eingeleitet, um den Auslöser für die Rauchentwicklung im Passagierraum zu ermitteln. Hierbei stehen insbesondere die Klimatisierungs- und Belüftungssysteme, die elektronischen Komponenten in den Bordküchen sowie die Kabinenverkabelung im Fokus der Techniker.

Die Fluggesellschaft betonte, in Sicherheitsfragen strengen Vorsichtsregeln zu folgen und Ergebnisse der Expertenabklärungen abzuwarten. Erst nach Abschluss der technischen Prüfungen und der behördlichen Freigabe soll das Flugzeug wieder in den Liniendienst übernommen werden.

Werbung

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Diese Seite verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden..

Werbung