ATR72-500 (Foto: Anna Zvereva).
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Ungeplanter Zwischenstopp: Finnair-Flugzeug kollidiert auf dem Vorfeld in Helsinki

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Ein Flug der Fluggesellschaft Finnair, durchgeführt von Nordic Regional Airlines, war am Samstagmorgen auf dem Flughafen Helsinki-Vantaa in einen Vorfall verwickelt, der zu einer abrupten Unterbrechung des Reiseverlaufs führte. Ein Flugzeug vom Typ ATR72-500 mit dem Kennzeichen OH-ATE kollidierte auf dem Vorfeld mit einem mobilen Bodengerät.

An Bord des Fluges AY1175, der planmäßig nach Danzig in Polen fliegen sollte, befanden sich Passagiere und Besatzung. Obwohl der Zwischenfall zu Sachschäden am Fluggerät führte, blieben alle Personen an Bord unverletzt und konnten sicher evakuiert werden. Die finnische Unfalluntersuchungsbehörde hat die Ermittlungen aufgenommen, um die genaue Ursache für die Kollision zu klären.

Der Zwischenfall: Eine Kollision auf dem Vorfeld

Der Vorfall ereignete sich in den frühen Morgenstunden am Hauptflughafen Finnlands, als die Maschine für den Abflug vorbereitet wurde. Laut Berichten kollidierte ein Propeller der Turboprop-Maschine mit einem am Boden befindlichen, mobilen Gerät. Dabei könnte es sich um einen Treppenwagen, einen Gepäckwagen oder ein anderes Fahrzeug des Bodenabfertigungsdienstes gehandelt haben. Eine Propellerkollision ist, obwohl sie am Boden stattfindet, ein schwerwiegender Zwischenfall, der nicht nur zu erheblichen Schäden am Triebwerk führen kann, sondern auch ein potentielles Sicherheitsrisiko darstellt.

Die Reaktion auf den Unfall war umgehend und professionell. Einsatzkräfte des Flughafens waren schnell vor Ort. Die Passagiere wurden ohne Verzögerung und in aller Ruhe aus dem Flugzeug evakuiert und in den Terminalbereich gebracht. Der Umstand, daß bei dem Vorfall keine Verletzungen gemeldet wurden, ist gewiß der schnellen und geordneten Abwicklung zu verdanken. Auch wenn die Passagiere ihre Reise nicht wie geplant antreten konnten und eine Neubuchung ihrer Flüge notwendig wurde, ist der glimpfliche Ausgang das Wichtigste.

Flotte und Flughafen: Reibungsloser Betrieb trotz Vorfall

Der betroffene Turboprop-Flugzeugtyp ATR72-500 ist ein robustes und bewährtes Modell, das in der Kurzstreckenfliegerei weit verbreitet ist. Das Flugzeug wird in der Regel für regionale Flüge eingesetzt, die keine weiten Distanzen abdecken. Finnair und ihre Partner setzen die ATR-Flotte ein, um Städte im finnischen Inlandsverkehr sowie nahegelegene europäische Destinationen wie Danzig zu bedienen.

Trotz des Vorfalls konnte der allgemeine Flugbetrieb am Flughafen Helsinki-Vantaa fortgesetzt werden. Dies deutet darauf hin, daß die Kollision nicht auf einer der Hauptlandebahnen oder einem der zentralen Rollfelder stattfand. Die schnelle und effiziente Abwicklung des Zwischenfalls durch die Flughafenbetreiber und die Einsatzdienste sorgte dafür, daß keine anderen Flüge gestört werden mußten und der normale Flugplan in den folgenden Stunden aufrechterhalten werden konnte. Dies zeugt von der hohen operativen Kompetenz am größten Flughafen Finnlands, der als wichtiges Drehkreuz für Reisende aus Europa und Asien fungiert.

Die Untersuchung: Was geschieht nach einem solchen Unfall?

Wie nach jedem Flugunfall oder schwerwiegendem Zwischenfall, ob in der Luft oder am Boden, hat die Unfalluntersuchungsbehörde Finnlands (OTKES) umgehend eine Untersuchung eingeleitet. Die Behörde, die als unabhängige staatliche Organisation agiert, hat das primäre Ziel, die Ursache des Vorfalls zu ermitteln, um zukünftige Unfälle zu verhindern. Es geht bei einer solchen Untersuchung nicht darum, Schuldige zu finden, sondern vielmehr um die Analyse von Fehlern in den Systemen, Abläufen oder der Technik.

Die Ermittler werden eine umfassende Analyse vornehmen, die verschiedene Faktoren einschließt. Sie werden die Kommunikation zwischen der Flugbesatzung und dem Bodenpersonal prüfen, die Einhaltung der Vorschriften für das Rangieren am Boden bewerten und die Positionierung des Bodengeräts zur Zeit des Unfalls untersuchen. Auch die Frage nach der Wartung des Flugzeugs und des Bodengeräts sowie die Schulung des Personals werden eine Rolle spielen. Das betroffene Flugzeug, dessen Propeller und Triebwerk durch den Aufprall gewiß beschädigt wurden, bleibt vorerst am Boden und wird von den Ermittlern eingehend geprüft. Die Ergebnisse der Untersuchung werden in einem abschließenden Bericht veröffentlicht.

Die Risiken am Boden: Eine unterschätzte Gefahr

Obwohl Zwischenfälle in der Luft die größte öffentliche Aufmerksamkeit erregen, ereignet sich ein Großteil der Schäden an Flugzeugen während der Bodenabfertigung. Kollisionen zwischen Flugzeugen und Bodengeräten sind ein weltweit verbreitetes Problem, das Airlines und Flughäfen jährlich Millionen kostet. Die Gründe dafür sind vielfältig und reichen von menschlichem Versagen über die Mißachtung von Sicherheitsvorschriften bis hin zu logistischen Herausforderungen auf einem stets belebten Flughafen-Vorfeld.

Airlines und Flughäfen investieren kontinuierlich in die Sicherheit am Boden. Dies beinhaltet die Schulung des Bodenpersonals, die Einführung von strengen Verfahren und den Einsatz von moderner Technik, die dabei helfen soll, Zwischenfälle zu vermeiden. Der Vorfall in Helsinki ist ein weiteres Beispiel dafür, daß die Sicherheit eines Fluges nicht nur in der Luft, sondern auch am Boden von der sorgfältigen Einhaltung von Vorschriften und der Zusammenarbeit aller Beteiligten abhängt.

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