Embraer 175 (Foto: Tomás Del Coro).
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Ungewöhnlicher Vorfall bei Alaska Airlines: Pilot darf mangels Qualifikation nicht landen

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In der Luftfahrt sind Umleitungen von Flügen keine Seltenheit und können aus einer Vielzahl von Gründen erfolgen, wie etwa wetterbedingte Probleme, technische Defekte oder medizinische Notfälle an Bord. Doch der kürzliche Vorfall bei einem Flug der Alaska Airlines hebt sich von den üblichen Szenarien ab und hat in der Öffentlichkeit für Aufsehen gesorgt.

Am 8. August 2024 wurde ein Flug von San Francisco nach Jackson Hole, Wyoming, aufgrund eines ungewöhnlichen und unerwarteten Ereignisses umgeleitet: Der Pilot hatte nicht die erforderliche Qualifikation, um auf dem Ziel-Flughafen zu landen.

Der Flug AS 3491, der von Skywest im Auftrag von Alaska Airlines durchgeführt wurde, startete planmäßig am San Francisco International Airport (SFO) und sollte am Jackson Hole Airport (JAC) in Wyoming landen. Die Maschine, eine zweistrahlige Embraer ERJ 175, war bereits im Anflug auf Jackson Hole, als der Pilot den Passagieren eine überraschende Mitteilung machte. Wie ein Passagier später auf Reddit berichtete, gab der Pilot an, nicht über die erforderliche Landequalifikation für den Jackson Hole Airport zu verfügen.

„Hey, es tut mir wirklich leid, Leute, aber da ich nicht die richtige Qualifikation habe, um in Jackson Hole zu landen, müssen wir nach Salt Lake City, Utah, umleiten. Wir werden Sie über die nächsten Schritte auf dem Laufenden halten“, so das Zitat des Piloten, das der Passagier veröffentlichte.

Nach dieser Ankündigung drehte das Flugzeug mehrere Runden über dem Zielgebiet, bevor es schließlich nach Salt Lake City, Utah, umgeleitet wurde, eine Stadt, die etwa 466 Kilometer von Jackson Hole entfernt liegt. Dort landete die Maschine sicher, und ein qualifizierter Ersatzpilot übernahm das Steuer, um den Flug nach Jackson Hole fortzusetzen.

Jackson Hole Airport: Eine Herausforderung für Piloten

Der Flughafen Jackson Hole ist bekannt für seine anspruchsvollen Bedingungen. Er ist der einzige Verkehrsflughafen in den USA, der vollständig in einem Nationalpark liegt, nämlich im Grand-Teton-Nationalpark. Diese Lage inmitten einer bergigen Umgebung stellt besondere Anforderungen an die Piloten. Die Start- und Landebahn des Flughafens befindet sich auf einer Höhe von 6.451 Fuß (etwa 1.966 Meter) über dem Meeresspiegel. Diese Höhe, kombiniert mit oft wechselnden Wetterbedingungen, macht das Landen dort zu einer Herausforderung, die spezielle Fähigkeiten und umfassende Vorbereitung erfordert.

Der Flughafen selbst weist auf seiner Website darauf hin, dass die Umgebung eine „anspruchsvolle Betriebsumgebung“ darstellt. Piloten, die dort landen möchten, müssen sich sorgfältig vorbereiten und mit allen verfügbaren Informationen vertraut machen. Dazu gehören topografische Besonderheiten, mögliche Wetterumschwünge und die Navigation in der bergigen Region.

Ein seltener, aber lehrreicher Vorfall

Die Tatsache, dass ein Pilot nicht über die notwendige Qualifikation verfügte, um auf einem spezifischen Flughafen zu landen, ist in der kommerziellen Luftfahrt außergewöhnlich. Doch es ist ein lehrreiches Beispiel für die Komplexität der Anforderungen an Piloten und die Notwendigkeit umfassender Schulungen und Zertifizierungen.

In der Regel sind Piloten auf verschiedene Flughäfen vorbereitet und zertifiziert, insbesondere wenn diese aufgrund ihrer Lage oder Infrastruktur besondere Herausforderungen darstellen. In diesem Fall jedoch scheint der Pilot entweder eine zusätzliche Schulung für die spezifischen Bedingungen in Jackson Hole nicht absolviert oder nicht auf dem neuesten Stand gewesen zu sein.

Dieser Vorfall wirft auch Fragen zur operativen Planung und zur internen Kommunikation innerhalb der Fluggesellschaften auf. Warum wurde ein Pilot ohne die erforderliche Landequalifikation für diesen Flug eingeteilt? Solche Umstände sollten vermieden werden, um unnötige Umleitungen und die damit verbundenen Unannehmlichkeiten für Passagiere zu verhindern.

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