United Airlines hat die Pläne zur Modernisierung und Erweiterung ihrer Flotte weiter konkretisiert, auch wenn der lang erwartete Einsatz der Boeing 737-10 Max weiterhin mit Unsicherheiten verbunden bleibt.
Auf einer Investorenkonferenz erläuterte Chief Financial Officer Mike Leskinen, dass man zunehmend optimistisch sei, die Max 10 in die Flotte aufnehmen zu können, wenngleich Boeing noch immer auf die Zulassung des Modells wartet. Die Entwicklungen bei der Flottenplanung zeigen die Bemühungen der Fluggesellschaft, ihre Position in einem hart umkämpften Markt zu stärken.
Die Rolle der Boeing 737-10 Max in der Flottenstrategie
Die Boeing 737-10 Max war ursprünglich ein zentraler Bestandteil der zukünftigen Flottenpläne von United Airlines. Mit einer Kapazität von bis zu 230 Sitzplätzen ist sie das größte Modell in der Max-Serie und bietet durch ihre Reichweite und Effizienz Vorteile für die Abdeckung stark frequentierter Routen. Doch Lieferverzögerungen seitens Boeing führten dazu, dass United Airlines die Max 10 im Januar 2024 vorübergehend aus ihren Plänen strich. Laut dem ursprünglichen Vertrag sollten bis 2026 über 277 dieser Flugzeuge ausgeliefert werden.
Chief Commercial Officer Andrew Nocella betonte jedoch, dass man flexibel bleibe: „Wir setzen weiterhin auf die Max 9 und die A321neo, um unsere Ziele zu erreichen. Sollte die Max 10 verfügbar werden, wäre das ein zusätzlicher Vorteil.“ Die Entscheidung, auf bewährte Alternativen zurückzugreifen, verdeutlicht die pragmatische Herangehensweise des Unternehmens, Risiken in der Flottenstrategie abzufedern.
Aktueller Flottenbestand und Erweiterungspläne
Die Mainline-Flotte von United Airlines umfasst derzeit 1.010 Flugzeuge. Geplant ist, diese Zahl bis Ende des Jahres auf 1.054 zu erhöhen. Parallel dazu soll die Regionalflotte von 422 auf 428 Flugzeuge anwachsen. Zu den geplanten Neuzugängen gehören bis zu sieben Boeing 787 Dreamliner, fünfzehn Boeing 737 Max, zweiundzwanzig Airbus A321neo und sechs CRJ-Maschinen.
Gleichzeitig verfolgt die Fluggesellschaft eine Strategie zur Erneuerung ihrer Flotte, indem ältere Modelle wie die Airbus A319-100 und A320-200 sukzessive ausgemustert werden. Diese Maßnahme soll nicht nur die Betriebskosten senken, sondern auch die Wettbewerbsfähigkeit auf internationalen Strecken erhöhen.
Ein wesentlicher Grund für die Verzögerungen bei der Max 10 sind noch ausstehende Zulassungen durch die US-amerikanische Luftfahrtbehörde FAA. Boeing hat kürzlich eine Ausnahmegenehmigung für das Stall Management Yaw Damper (SMYD)-System beantragt, die bis Oktober 2028 gültig sein soll. Dies ermöglicht es dem Hersteller, an der Aktualisierung der Software zu arbeiten, ohne den Produktionszeitplan weiter zu gefährden. Die Zulassungsprobleme betreffen auch die kleinere Max 7, was die Herausforderungen für Boeing zusätzlich verstärkt.
Expansion auf internationalen Strecken
Neben der Modernisierung der Flotte setzt United Airlines auf die Erschließung neuer Märkte. Für die Sommersaison 2025 plant die Fluggesellschaft die Einführung von neun neuen internationalen Zielen, von denen acht bislang von keiner anderen US-Fluggesellschaft bedient werden. Dazu gehören exotische Destinationen wie Ulaanbaatar (Mongolei), Nuuk (Grönland), Kaohsiung (Taiwan) und Palermo (Italien). Diese strategische Entscheidung könnte dazu beitragen, die Marktanteile auf weniger frequentierten Routen zu sichern und das Streckennetz weiter auszubauen.
Die Eröffnung neuer Ziele und die Investitionen in moderne Flugzeuge stehen im Einklang mit den ambitionierten Wachstumsplänen der Airline. Mit einem Nettogewinn von 3,1 Milliarden US-Dollar im Jahr 2024 verfügt United Airlines über die finanzielle Basis, um diese Ziele zu verfolgen, wenngleich die Abhängigkeit von Boeing und die Unwägbarkeiten bei der Zulassung der Max-Modelle weiterhin eine Herausforderung darstellen.