Die beiden großen US-amerikanischen Fluggesellschaften United Airlines und Jetblue Airways befinden sich in Verhandlungen über eine mögliche Partnerschaft.
Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise berichtet, zielen die Gespräche auf eine engere Zusammenarbeit ab, die den Kunden eine verbesserte Konnektivität und attraktivere Vielfliegervorteile bieten soll. Dabei legen die Unternehmen Wert darauf, keine gemeinsame Flugplanung oder Preisgestaltung zu vereinbaren, um ein ähnliches Schicksal wie die gescheiterte Northeast Alliance (NEA) zwischen Jetblue und American Airlines zu vermeiden.
Obwohl die Gespräche bereits fortgeschritten sein sollen, sind die Einzelheiten der angestrebten Partnerschaft noch nicht abschließend geklärt. Quellen aus dem Umfeld der Verhandlungen deuten an, dass sich die konkrete Ausgestaltung der Zusammenarbeit durchaus noch ändern könnte. Joanna Geraghty, die Vorstandsvorsitzende von Jetblue, äußerte sich am 29. April im Rahmen der Telefonkonferenz zu den Ergebnissen des ersten Quartals ihres Unternehmens und bestätigte, dass Jetblue mit mehreren Fluggesellschaften über eine neue Partnerschaft verhandelt und eine Ankündigung im Laufe des zweiten Quartals 2025 erwartet.
Jetblue sucht nach neuen Kooperationen zur Steigerung der Profitabilität
Bereits im Januar hatte Jetblue im Zuge seiner laufenden Geschäftstransformation und der Bemühungen um nachhaltige Profitabilität sein Interesse an der Bildung einer neuen Partnerschaft signalisiert. Ein wesentlicher Erfolgsfaktor für Jetblue ist das wachsende Umsatzvolumen aus seinen Kundenbindungsprogrammen.
Laut Reuters ist das Unternehmen auf Kooperationen mit anderen Fluggesellschaften angewiesen, um diese Einnahmequelle durch eine erweiterte Konnektivität für seine Kunden weiter zu stärken. Für das erste Quartal 2025 wies Jetblue einen Nettoverlust von 208 Millionen US-Dollar aus. United Airlines lehnte eine Stellungnahme zu den Berichten ab, während Jetblue zunächst nicht für eine Auskunft erreichbar war.
Lehren aus der gescheiterten Northeast Alliance mit American Airlines
Die geplante Partnerschaft zwischen United und Jetblue erfolgt vor dem Hintergrund der gescheiterten Northeast Alliance zwischen Jetblue und American Airlines. Diese Kooperation, die von 2021 bis 2023 bestand, wurde von der Regierung Biden untersagt.
In den vergangenen Monaten hatte Jetblue wiederholt betont, kein Interesse an einem erneuten Versuch eines ähnlichen Abkommens zu haben. American Airlines hat unterdessen eine Klage eingereicht, um Gelder zurückzufordern, die im Zuge der Auflösung der Allianz aus ihrer Sicht noch ausstehen. Die neue Initiative von Jetblue scheint daher auf einem vorsichtigeren Ansatz zu basieren, der eine enge operative Zusammenarbeit in Bezug auf Flugpläne und Preise vermeidet.
United Airlines strebt Ausbau der Präsenz am Flughafen New York JFK an
Im vergangenen Monat äußerte sich Scott Kirby, der Vorstandsvorsitzende von United Airlines, zum Wunsch seines Unternehmens, die Präsenz am New Yorker Flughafen John F. Kennedy International Airport (JFK) auszubauen.
Er schloss jedoch die Möglichkeit aus, dafür eine andere Fluggesellschaft zu übernehmen. Kirby zitierte gegenüber Reuters die erheblichen „Kopfschmerzen“ und den „Wahnsinn“, die ein solcher Erwerb mit sich bringen würde. Die Sondierungen einer Partnerschaft mit Jetblue könnten für United Airlines eine weniger aufwendige Möglichkeit darstellen, ihre Position am wichtigen Flughafen JFK zu stärken, ohne die komplexen Herausforderungen einer vollständigen Übernahme in Kauf nehmen zu müssen. Die mögliche Zusammenarbeit beider Fluggesellschaften könnte somit eine strategische Antwort auf die sich verändernde Wettbewerbslandschaft im Nordosten der Vereinigten Staaten darstellen.