Boeing 757-200 (Foto: Cubbie_n_Vegas).
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Unruly PAX auf Delta-Flug: FAA untersucht Vorfall nach Bissen und Angriffen

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Ein Vorfall auf einem Delta-Air-Lines-Flug vom 17. März 2025, der auf der Strecke von Atlanta nach Los Angeles stattgefunden hat, sorgt für Aufsehen. Ein männlicher Passagier wurde nach angeblichem Beißen eines anderen Fluggastes und dem Schlagen weiterer Passagiere von der Crew des Flugzeugs zurückgehalten. Der Vorfall ereignete sich auf dem Flug DL501, der mit einer Airbus A350-900 durchgeführt wurde, und weckt erneut Diskussionen über die zunehmenden Vorfälle von unruhigem Verhalten in der Luftfahrt.

Delta Air Lines Flug DL501 startete planmäßig vom Hartsfield-Jackson Atlanta International Airport (ATL) um 10:28 Uhr und landete um 11:45 Uhr Ortszeit sicher am Los Angeles International Airport (LAX). Während des Flugs kam es jedoch zu einer unerwarteten Störung, als ein Passagier begann, aggressiv zu werden. Laut Berichten des LA Fire Department und der Transportation Security Administration (TSA) gab es nach der Landung die Information, dass der Passagier zunächst einen anderen Fluggast gebissen und dann mehrere weitere Passagiere geschlagen hatte.

Die Crew des Flugzeugs reagierte prompt und sicherte den aggressiven Passagier bis zur Landung. Dieser wurde anschließend von den Behörden abgeführt und zur psychologischen Untersuchung ins Krankenhaus gebracht. Der Passagier, der verletzt wurde, erhielt ebenfalls medizinische Hilfe.

Die Reaktion der FAA und mögliche Strafen

Die Federal Aviation Administration (FAA) erklärte, dass sie nun den Vorfall untersuchen werde, um festzustellen, ob strafrechtliche oder zivilrechtliche Konsequenzen für den aggressiven Passagier folgen. Laut einer Erklärung der FAA wurde der Flug sicher abgeschlossen, nachdem die Crew den Vorfall gemeldet hatte. In solchen Fällen kann das Verhalten des Passagiers zu erheblichen rechtlichen Konsequenzen führen, darunter hohe Geldstrafen oder sogar strafrechtliche Anklagen.

Die FAA hat in der Vergangenheit wiederholt betont, dass unruhiges Verhalten auf Flügen nicht toleriert wird. Die Behörde untersucht alle entsprechenden Vorfälle und verweist gegebenenfalls auf die Strafverfolgungsbehörden wie das FBI, das in besonders schweren Fällen Ermittlungen aufnimmt. Für den Vorfall auf Flug DL501 könnte der Passagier mit einer Geldstrafe von bis zu 37.000 US-Dollar rechnen. Mehrere Strafen könnten erhoben werden, wenn der Vorfall mehrere Verstöße beinhaltet. Ein solches Verhalten kann auch zu Einschränkungen bei der Nutzung von TSA PreCheck sowie zu einem Verbot bei der betreffenden Fluggesellschaft führen.

Die Zunahme von Vorfällen mit unruhigen Passagieren

Unruhige Passagiere sind in den letzten Jahren zu einem zunehmend ernsthaften Problem für die Luftfahrtindustrie geworden. Laut der International Air Transport Association (IATA) gab es 2023 weltweit einen Vorfall mit unruhigen Passagieren pro 480 Flüge – ein deutlicher Anstieg im Vergleich zum Jahr 2022, in dem es noch ein Vorfall pro 568 Flüge war. Besonders seit dem Ende der COVID-19-Pandemie haben solche Vorfälle zugenommen, da viele Passagiere durch die anhaltende Belastung in der Luftfahrtindustrie, die durch Störungen im Flugverkehr und überfüllte Flüge verschärft wurde, gestresst oder sogar aggressiv reagieren.

Die FAA verzeichnete 2024 insgesamt 2.102 gemeldete Vorfälle von unruhigen Passagieren, was einen leichten Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. Bereits bis Mitte März 2025 waren 311 solcher Vorfälle gemeldet worden. Dabei reicht das Spektrum unruhigen Verhaltens von körperlicher Gewalt gegen andere Passagiere und Crew-Mitglieder bis hin zu verbalen Angriffen und dem Ignorieren von Anweisungen des Flugpersonals.

Ein weiterer Vorfall, der weltweit Schlagzeilen machte, ereignete sich im November 2021, als das FBI und die FAA ein Informationsaustauschprotokoll etablierten, um diese Vorfälle besser zu verfolgen und gegen die Täter vorzugehen. Der Schwerpunkt liegt auf der Zusammenarbeit mit dem Department of Justice (DOJ) und dem FBI, die dann die strafrechtliche Verfolgung einleiten, wenn dies erforderlich ist.

Wirtschaftliche Folgen für Fluggesellschaften

Die Folgen von Vorfällen mit unruhigen Passagieren sind nicht nur für die Passagiere und die betroffenen Fluggesellschaften dramatisch, sondern auch wirtschaftlich erheblich. So musste Ryanair im April 2024 über 18.000 US-Dollar für einen Vorfall auf einem Flug aufbringen, der aufgrund eines unruhigen Passagiers umgeleitet werden musste. Dieser Vorfall verursachte zusätzliche Kosten wie übermäßigen Treibstoffverbrauch, die Unterbringung von Passagieren und Crew-Mitgliedern sowie rechtliche Gebühren.

In ähnlicher Weise wurde im Jahr 2023 ein Mann aus West-Australien zu einer Strafe von fast 12.000 US-Dollar verurteilt, nachdem er einen Flug von Perth nach Sydney zu einer Umleitung gezwungen hatte. Dieser Vorfall führte zu einem teuren Rückflug nach Perth, einschließlich der Kosten für den verbrauchten Treibstoff und der Umleitungskosten.

Diese Vorfälle verdeutlichen, wie ernst die Auswirkungen von unruhigem Verhalten auf Flugreisen sind und wie Fluggesellschaften zunehmend mit zusätzlichen finanziellen Belastungen und logistischen Herausforderungen konfrontiert werden.

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