Embraer 175 (Foto: Ken Iwelumo).
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Untersuchung nach gefährlicher Annäherung zweier Flugzeuge am Flughafen New York JFK

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Die US-Bundesluftfahrtbehörde FAA hat eine offizielle Untersuchung zu einem schwerwiegenden Zwischenfall im Anflug auf den John F. Kennedy International Airport eingeleitet. Am 20. April 2026 kamen sich zwei Passagiermaschinen im dichten Luftraum über New York gefährlich nahe.

Ein Embraer E175 der Republic Airways, die als American Airlines Flug AA4464 aus Indianapolis kam, wich von ihrem zugewiesenen Anflugkurs ab. Dadurch geriet sie in den Pfad einer zweiten Embraer E175 der Jazz Aviation, die unter der Marke Air Canada Express aus Toronto anflog und bereits die Freigabe für eine parallele Landebahn erhalten hatte.

Daten der Flugüberwachung verdeutlichen die Brisanz der Situation: Zum Zeitpunkt der größten Annäherung betrug der vertikale Abstand zwischen den beiden Flugzeugen lediglich rund 106 Meter (350 Fuß), während sie horizontal weniger als einen Kilometer voneinander entfernt waren. In beiden Cockpits lösten die bordeigenen Kollisionswarnsysteme (TCAS) Alarm aus. Die Piloten führten daraufhin in enger Abstimmung mit der Flugsicherung sofortige Ausweichmanöver und Durchstartverfahren durch. Trotz der geringen Distanz konnten beide Maschinen später sicher landen, und es wurden keine Verletzungen bei Passagieren oder Besatzungsmitgliedern gemeldet.

Dieser Vorfall reiht sich in eine besorgniserregende Serie von Beinahe-Kollisionen im US-Luftraum ein, die in Fachkreisen eine intensive Debatte über die Belastungsgrenzen der Flugsicherung auslöste. Experten verweisen darauf, dass die Personalknappheit in den Kontrollzentren und die veraltete technische Infrastruktur an US-Großflughäfen zunehmend Sicherheitsrisiken bergen. Die FAA steht unter politischem Druck, die Verfahren bei parallelen Anflügen zu verschärfen. Erst kürzlich gab es ähnliche Zwischenfälle in Austin und Washington, was das Vertrauen in die bestehenden Sicherheitsprotokolle der kommerziellen Luftfahrt in den Vereinigten Staaten weiter untergräbt.

Die Ermittler konzentrieren sich nun auf die Frage, warum die Maschine der Republic Airways den Kurs verließ. Dabei werden Funkprotokolle, Radardaten und die Aufzeichnungen der Flugdatenschreiber ausgewertet. Auch die Rolle der Fluglotsen am JFK Airport, der zu den verkehrsreichsten Knotenpunkten weltweit zählt, ist Teil der Untersuchung. Das National Transportation Safety Board (NTSB) könnte sich ebenfalls einschalten, falls systemische Mängel vermutet werden. Die Ergebnisse der Untersuchung werden maßgeblich dafür sein, ob neue Schulungsanforderungen für Piloten oder geänderte Anflugkorridore an den New Yorker Flughäfen eingeführt werden müssen.

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