Die US-amerikanische Fluggesellschaft United Airlines hat nach internen Ermittlungen mehreren langjährigen Flugbegleiterinnen und Flugbegleitern gekündigt. Den Betroffenen wird vorgeworfen, bevorzugte Langstreckendienste gegen finanzielle Gegenleistungen an jüngere Kolleginnen und Kollegen abgegeben zu haben.
Das Handeln verstößt gegen die internen Richtlinien der Fluggesellschaft, die eine Monetarisierung von Dienstplananpassungen ausdrücklich untersagen. Während der Tausch von Flugeinsätzen in der Branche üblich ist, um Flexibilität zu gewährleisten, ist der Verkauf von Diensten verboten. Parallel zu den arbeitsrechtlichen Auseinandersetzungen im zivilen Luftfahrtsektor zeigt sich auf politischer Ebene in den USA eine Entwicklung im Rüstungsbereich: Das US-Repräsentantenhaus hat im Juli 2026 den Entwurf für den Verteidigungshaushalt des kommenden Geschäftsjahres verabschiedet, der eine Ausweitung der Mittel für das Pentagon auf rund 1,15 Billionen US-Dollar vorsieht.
Mechanismen der Dienstplanvergabe und Vorwürfe bei United Airlines
Bei großen Fluggesellschaften in den USA erfolgt die Vergabe der monatlichen Dienstpläne im Kabinenbereich im Wesentlichen auf Basis des Senioritätsprinzips. Beschäftigte mit längerer Betriebszugehörigkeit haben Vorrang bei der Auswahl von Strecken und Einsatzplänen. Dies betrifft insbesondere internationale Langstreckenflüge nach Europa, Asien oder in den Pazifikraum. Solche Einsätze sind bei der Belegschaft geschätzt, da sie im Vergleich zu inländischen Kurzstrecken höhere Flugstundengutschriften pro Einsatz mit sich bringen und oft mehrtägige Aufenthaltstage an den Zielorten beinhalten.
Nach den Ergebnissen der Unternehmensprüfung hatten Dienstältere diese begehrten Umläufe über das reguläre Buchungssystem reserviert und anschließend außerhalb der offiziellen Kanäle gegen Bezahlung an jüngere Teammitglieder übertragen. Das Handbuch für das Kabinenpersonal von United Airlines erlaubt zwar den einfachen Tausch von Umläufen über digitale Plattformen, sofern Ruhezeiten und rechtliche Einsatzgrenzen eingehalten werden, verbietet jedoch strikt die Annahme von Geld oder Sachleistungen. Das Unternehmen begründet die Entlassungen mit einem Verstoß gegen die Grundsätze der Gleichbehandlung und die Arbeitsordnung.
Reaktionen der Gewerkschaft und arbeitsrechtliche Einordnung
Die Vertretung des Kabinenpersonals, die Association of Flight Attendants (AFA), hat sich in einer Mitteilung an die Belegschaft zu dem Sachverhalt geäußert. Die Gewerkschaft forderte eine genaue Prüfung der einzelnen Fälle und mahnte an, dass Disziplinarmaßnahmen nur auf Basis nachgewiesener Fakten und unter Wahrung vertraglich vereinbarter Prozessschritte erfolgen dürfen. Ein pauschales Vorgehen ohne lückenlose Beweisführung lehnt die Arbeitnehmervertretung ab.
Der Vorfall fällt in eine Phase, in der die Belegschaft von United Airlines erst wenige Monate zuvor einen neuen Tarifvertrag angenommen hatte. Die Vereinbarung für die mehr als 28.000 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sieht Gehaltssteigerungen von durchschnittlich rund 31 Prozent sowie Anpassungen bei den Arbeitsbedingungen vor. An den Bestimmungen zum Verbot des gewerbsmäßigen Dienstplantausches hatte der Tarifabschluss jedoch keine Änderungen vorgenommen. Frühere Schlichtungsverfahren in der Luftfahrtbranche haben bestätigt, dass die gezielte Manipulation von Dienstplänen zur persönlichen Bereicherung einen Kündigungsgrund darstellt.
Parlamentsbeschluss zum US-Verteidigungshaushalt im Repräsentantenhaus
Abseits der Vorgänge in der zivilen Luftfahrt hat das US-Repräsentantenhaus im Rahmen der Haushaltsplanung für das Geschäftsjahr 2027 eine Weichenstellung für den Militärhaushalt vorgenommen. Die Kammer billigte den Entwurf des National Defense Authorization Act (NDAA) mit einer knappen Mehrheit von 216 zu 212 Stimmen. Die Vorlage sieht Rahmenausgaben in Höhe von annähernd 1,15 Billionen US-Dollar (rund 1 Billion Euro) vor. Dies entspricht einer Erhöhung um etwa 30 Prozent gegenüber dem Budget des laufenden Geschäftsjahres, das bis Ende September 2026 läuft und ein Volumen von 883 Milliarden US-Dollar aufweist.
Die Abstimmung verlief weitgehend entlang der Parteilinien, wobei die Mehrheit der republikanischen Abgeordneten für den Entwurf stimmte, während die Demokraten überwiegend dagegen gestimmt haben. Nicht alle Abgeordneten der republikanischen Fraktion unterstützten die Vorlage. Die Gesetzesinitiative wird von der Administration unter Präsident Donald Trump getragen, die auf eine Ausweitung der Ausgaben für Streitkräfte, Beschaffungsprogramme der Verteidigungsindustrie und militärische Infrastruktur drängt.
Gesetzgebungsverfahren und politische Differenzen im Senat
Der National Defense Authorization Act bildet den gesetzlichen und politischen Rahmen für die Verteidigungspolitik der Vereinigten Staaten, weist jedoch selbst noch keine konkreten Haushaltsmittel zu. Hierfür ist ein separates Bewilligungsgesetz erforderlich, das vom US-Kongress verabschiedet werden muss. Das Verfahren befindet sich in einem frühen Stadium, da der US-Senat als zweite Parlamentskammer einen eigenen Entwurf ausarbeitet.
Im Senat hatten Vertreter der Demokratischen Partei den Fortgang des Verfahrens verlangsamt. Sie nutzten parlamentarische Instrumente, um Vorbehalte gegen die Ausrichtung der US-Außenpolitik und den militärischen Kurs im Zusammenhang mit den Auseinandersetzungen im Nahen Osten zum Ausdruck zu bringen. Damit das Gesetz in Kraft treten kann, müssen sich Repräsentantenhaus und Senat auf eine identische Fassung einigen, bevor die Vorlage dem US-Präsidenten zur Unterzeichnung vorgelegt wird. Dem Präsidenten steht zudem das Recht zu, ein Veto gegen den finalen Gesetzestext einzulegen, sollte dieser nicht den Vorstellungen der Regierung entsprechen.