Flagge der Republik China (Foto: Lisanto 李奕良/Unsplash).
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Unwetter in Taiwan: Flugausfälle und Evakuierungen im Süden des Landes

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Der Tropensturm Fung-wong hat die Küsten Taiwans erreicht und massive Störungen im öffentlichen Leben sowie im nationalen und internationalen Flugverkehr ausgelöst. Während die Stärke des Sturms, der zuvor über den Philippinen als Supertaifun gewütet hatte, nachgelassen hat, sahen sich die taiwanesischen Behörden gezwungen, über 8.000 Menschen, hauptsächlich in den südlichen Regionen des Landes, vorsorglich zu evakuieren. Die Maßnahmen zielen darauf ab, die Bevölkerung vor den bereits eingesetzten Auswirkungen des Wetters zu schützen, zu denen sintflutartige Regenfälle und großflächige Überschwemmungen zählen.

Die schwerwiegendsten Auswirkungen der Wetterlage sind am Kaohsiung International Airport (KHH) im Süden Taiwans zu verzeichnen. Zahlreiche nationale und internationale Fluggesellschaften haben den Betrieb zu diesem wichtigen Knotenpunkt eingestellt, während die Hauptstadt Taipeh und der Taichung International Airport (RMQ) in Zentraltaiwan Berichten zufolge bislang weitgehend von massiven Beeinträchtigungen verschont blieben.

Der Pfad des Sturms und die Lage in Taiwan

Am frühen Abend des 12. November 2025 meldeten lokale Nachrichtenagenturen das Eintreffen von Fung-wong an den Küsten Taiwans, nachdem der Wirbelsturm von seiner ursprünglichen Einstufung als Supertaifun herabgestuft worden war. Trotz der Abschwächung hat der Sturm in weiten Teilen Südfujiwans bereits für verheerende Bedingungen gesorgt. Besonders betroffen sind die Verwaltungsgebiete Yunlin, Chiayi, Tainan, Kaohsiung, Pingtung, Nantou, Hualien, Taitung, die Hengchun-Halbinsel sowie Penghu, die alle in der behördlichen Warnzone platziert wurden.

Berichte aus lokalen Medien deuteten auf bereits eingetretene, weit verbreitete Überschwemmungen hin, die durch Sturzfluten verursacht wurden. Die taiwanesischen Katastrophenschutzbehörden meldeten 51 Verletzte, eine Zahl, die sich im Laufe des Sturms voraussichtlich noch verändern wird. Die vorsorgliche Evakuierung von über 8.000 Menschen im Süden des Landes unterstreicht die Ernsthaftigkeit der Bedrohung durch die extremen Niederschlagsmengen und die damit einhergehenden Risiken wie Erdrutsche und Hochwasser. Die frühzeitige und umfassende Evakuierung ist eine etablierte Strategie in der Region, um die Verluste an Menschenleben bei tropischen Wirbelstürmen zu minimieren.

Tragische Vorbilanz auf den Philippinen

Die Gefahr, die von Tropensturm Fung-wong ausgeht, wird durch die tragische Bilanz seiner Passage über die Philippinen deutlich. Bevor Fung-wong Kurs auf Taiwan nahm, fegte er über Teile des südostasiatischen Inselstaates und hinterließ dort massive Zerstörungen und Verluste. Lokale Behörden auf den Philippinen bestätigten, dass der Sturm dort mindestens 27 Todesopfer gefordert hat. Die meisten Todesfälle ereigneten sich Berichten zufolge in den bergigen Regionen der nördlichen Cordilleras, verursacht durch Erdrutsche.

Der Sturm, der auf den Philippinen als Supertaifun Fung-wong (lokal: Uwan) auf Land traf, hatte bereits am Wochenende vor dem Eintreffen in Taiwan Hunderttausende zur Flucht gezwungen. Die Zivilluftfahrtbehörde der Philippinen sah sich gezwungen, über 400 Flüge abzusagen. Die Schäden an Infrastruktur, Häusern, Bäumen und Strommasten waren immens, was die Behörden vor die Herausforderung stellt, die Wiederherstellung der Grundversorgung in den betroffenen Gebieten zu organisieren. Die Ereignisse auf den Philippinen dienten Taiwan als deutliche Warnung vor der zerstörerischen Kraft des Wettersystems und führten zu den schnellen und weitreichenden Evakuierungs- und Präventivmaßnahmen.

Massiver Einbruch im Flugbetrieb

Als unmittelbare Reaktion auf die drohende Wetterlage und zum Schutz der Passagiere und des Personals kam es zu einem massiven Einbruch im Flugverkehr Taiwans, insbesondere im Süden. Taiwans größte Fluggesellschaften, Eva Air und China Airlines, informierten Passagiere frühzeitig über mögliche Reiseunterbrechungen und Stornierungen. Lokale Medien berichteten, dass alle Inlandsflüge innerhalb Taiwans am 12. November gestrichen wurden.

Der Kaohsiung International Airport (KHH), der den Süden Taiwans bedient, verzeichnete die höchsten Ausfälle. Eine Reihe von Fluggesellschaften, darunter UNI Air, China Airlines, Cebu Pacific, Thai Airways, Mandarin Air, Tigerair und Air Macau, sahen sich gezwungen, geplante Flüge nach und von Kaohsiung abzusagen. Die internationale Fluggesellschaft Thai Airways erklärte beispielsweise über soziale Medien, dass Flüge zwischen Bangkok und Kaohsiung zur Sicherheit der Passagiere und Besatzung gestrichen wurden.

Interessanterweise schien der Flugbetrieb am Taichung International Airport (RMQ) in Zentraltaiwan von den Wetterstörungen unberührt zu bleiben, was darauf hindeutet, dass der Pfad des Tropensturms und die damit verbundenen stärksten Winde und Niederschläge den zentralen und nördlichen Luftraum Taiwans weitgehend verschonten. Auch der wichtigste internationale Flughafen, der Taiwan Taoyuan International Airport (TPE) in der Nähe der Hauptstadt Taipeh, schien nicht direkt im Fokus der Sturmfront zu liegen, was eine gewisse Aufrechterhaltung des internationalen Verkehrs ermöglichte.

Routinierte Notfallmaßnahmen in der Region

Der Umgang mit tropischen Wirbelstürmen ist für die Luftfahrtbehörden und Fluggesellschaften in dieser Region Asiens eine routinemäßige, wenn auch immer herausfordernde, jährliche Aufgabe. Taiwan liegt in einer Zone, die regelmäßig von Taifunen und Tropenstürmen heimgesucht wird. Die etablierten Sicherheitsprotokolle sehen bei drohenden schweren Wetterlagen die automatische Einstellung des Flugbetriebs vor, um Risiken für Flugzeuge am Boden und in der Luft zu vermeiden.

Die Entscheidung, Flüge massenhaft zu streichen, ist das Ergebnis von Echtzeit-Wettervorhersagen und strengen Sicherheitsrichtlinien, die eine minimale Toleranz für operationelle Risiken bei extremen Windgeschwindigkeiten und Niederschlägen vorsehen. Die Fluggesellschaften müssen in solchen Fällen umfangreiche Logistik- und Umbuchungsverfahren in Gang setzen, um die betroffenen Passagiere auf spätere Flüge umzuleiten und die Flugzeuge sicher an geschützten Standorten unterzubringen. Die schnelle Reaktion von Großunternehmen wie China Airlines und Eva Air auf die Warnungen des Zentralen Wetteramtes (CWA) Taiwans ist Standardprozedur, um einen geordneten Umgang mit der Naturgefahr zu gewährleisten. Die fortlaufenden Berichte über Überschwemmungen und Verletzte in Taiwan sowie die Opferzahlen auf den Philippinen belegen die zerstörerische Kraft des Sturmereignisses, das die Region auch in diesem Jahr wieder in Atem hält. Die Konzentration liegt nun auf der effektiven Bewältigung des Sturms und der raschen Wiederherstellung der kritischen Infrastruktur und des regulären Flugbetriebs, sobald Fung-wong das Gebiet verlassen hat.

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