In einer erneuten Warnung hat die Interessenvertretung „Airlines for America“ (A4A) den dringenden Bedarf zur Aufhebung des jährlichen Passagierlimits am Flughafen Dublin betont. Diese Grenze, die derzeit auf 32 Millionen Passagiere pro Jahr festgelegt ist, wird von A4A als potenziell schädlich für die irische Wirtschaft und für US-amerikanische Fluggesellschaften angesehen. In einem Schreiben an führende Politiker in Irland äußerte A4A die Sorge, dass diese Einschränkung irreparablen Schaden anrichten könnte, wenn sie nicht bald aufgehoben wird.
A4A, die Lobbygruppe, die eine Vielzahl von US-Fluggesellschaften wie American Airlines, United Airlines, Delta Air Lines und JetBlue Airways vertritt, argumentiert, dass das Passagierlimit nicht nur den Fluggesellschaften schadet, sondern auch den transatlantischen Luftverkehr und damit die gesamte Wirtschaft Irlands negativ beeinflusst. Die Organisation fordert eine dringende Lösung des Problems und sieht die Grenze als einen Verstoß gegen das US-EU Open Skies-Abkommen an.
Ein wiederkehrendes Problem
Das Passagierlimit am Flughafen Dublin ist keine neue Herausforderung. Bereits zuvor hatte A4A die Bedenken geäußert, dass die Begrenzung des Passagieraufkommens auf 32 Millionen Passagiere pro Jahr die Wachstumsfähigkeit der irischen Luftverkehrsinfrastruktur erheblich einschränkt. Die im Jahr 2007 eingeführte Begrenzung war ursprünglich als Reaktion auf verkehrstechnische Probleme und Umweltbedenken geschaffen worden, die jedoch inzwischen weitgehend überwunden sind. Dennoch bestehen die Einschränkungen weiter, und die US-Fluggesellschaften betrachten dies als ein Hindernis für die wirtschaftliche und betriebliche Expansion.
Das Passagierlimit betrifft nicht nur die US-amerikanischen Fluggesellschaften, sondern auch irische und europäische Fluggesellschaften wie Aer Lingus und Ryanair, die ebenfalls auf das Potenzial des Flughafens Dublin angewiesen sind. A4A betont, dass die Aufhebung der Passagierbegrenzung Dublin Airport als einen noch wichtigeren Knotenpunkt im internationalen Luftverkehr stärken würde und somit neue Geschäftsmöglichkeiten für Unternehmen, Passagiere und die gesamte Wirtschaft eröffnen könnte.
Verletzung des Open Skies-Abkommens?
Im Oktober 2024 brachte A4A vor, dass das Passagierlimit in Dublin eine direkte Verletzung des US-EU Open Skies-Abkommens darstelle. Dieses Abkommen gewährleistet eine weitgehende Liberalisierung des Luftverkehrs zwischen den USA und der EU, einschließlich der freien Wahl von Routen, Frequenzen und Preisen. Laut A4A könne die Festlegung eines Passagierlimits am Flughafen Dublin die Bestimmungen des Abkommens untergraben und den freien Marktverkehr im transatlantischen Flugverkehr behindern.
In einer Erklärung an den irischen Rundfunk RTE betonte A4A, dass die Beschränkung der Passagierzahl „irreparablen Schaden“ für die US-Fluggesellschaften und die irische Luftverkehrsinfrastruktur anrichten könnte, wenn sie nicht bald aufgehoben werde. A4A forderte sowohl die irische Regierung als auch die Europäische Kommission und die US-Regierung zu dringenden Maßnahmen auf, um das Problem zu lösen, bevor es zu größeren wirtschaftlichen Verlusten kommt.
Juristische Auseinandersetzungen
Die Probleme rund um das Passagierlimit haben mittlerweile auch rechtliche Dimensionen angenommen. Zusammen mit den irischen Fluggesellschaften Aer Lingus und Ryanair sowie dem Flughafenbetreiber daa (Dublin Airport Authority) hat A4A rechtliche Schritte gegen die Irish Aviation Authority (IAA) eingeleitet. Ziel dieser Klage ist es, die Aufhebung der Passagierobergrenze durchzusetzen.
Im Dezember 2024 entschied das irische High Court, dass der Fall an den Gerichtshof der Europäischen Union (CJEU) verwiesen werden muss. Richter Barry O’Donnell erklärte, dass die rechtlichen und faktischen Fragen im Zusammenhang mit der Passagierbegrenzung zu komplex seien, um sie ohne die Einbeziehung des CJEU zu klären. Ein zentrales Anliegen in dieser rechtlichen Auseinandersetzung ist, ob die IAA berechtigt war, die 32-Millionen-Passagier-Obergrenze auf Grundlage von Planungsvorgaben zu verhängen, die noch aus einer Zeit stammen, in der die infrastrukturellen und verkehrstechnischen Herausforderungen am Flughafen Dublin anders gelagert waren.
Ryanair begrüßte die Entscheidung des Gerichts, da die Fluggesellschaft davon ausgeht, dass der CJEU die Passagierobergrenze für unzulässig erklären wird. Die irische Billigfluggesellschaft betonte, dass Dublin Airport die Kapazität habe, bis zu 60 Millionen Passagiere pro Jahr zu bewältigen, was mehr als doppelt so viele Passagiere sind wie das derzeit erlaubte Limit.
Wirtschaftliche Auswirkungen
Die Bedeutung von Dublin Airport als transatlantische Drehscheibe zwischen Europa und den USA kann kaum überschätzt werden. In den letzten Jahren hat der Flughafen ein erhebliches Wachstum verzeichnet und wurde zu einem zunehmend wichtigen Knotenpunkt für Fluggesellschaften auf beiden Seiten des Atlantiks. Für die US-Fluggesellschaften stellen die Einschränkungen bei der Passagierzahl eine erhebliche Belastung dar, da sie ihre Kapazitäten nicht voll ausschöpfen können und dadurch potenziellen Umsatz und Marktanteile verlieren.
Die wirtschaftlichen Auswirkungen der Passagierbegrenzung betreffen nicht nur die Fluggesellschaften, sondern auch zahlreiche andere Sektoren der irischen Wirtschaft, einschließlich des Tourismus, der Gastronomie und des Einzelhandels. Ein wachsender Flughafen wie Dublin könnte viele zusätzliche Arbeitsplätze schaffen und zur Förderung von Investitionen und Handel beitragen. Daher sieht A4A die Aufhebung des Limits als eine notwendige Maßnahme, um das volle Potenzial des Flughafens und seiner Rolle als internationale Drehscheibe auszuschöpfen.