Washington Ronald Reagan National Airport (Foto: Duane Lempke).
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US-Kongressabgeordnete fordern Stopp eines neuen Flugsicherungssystems in Washington

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Mehr als zwei Dutzend Mitglieder des US-Kongresses haben die US-Bundesluftfahrtbehörde Federal Aviation Administration (FAA) aufgefordert, den Testbetrieb eines neuartigen, auf künstlicher Intelligenz basierenden Flugsicherungssystems im Ballungsraum Washington umgehend auszusetzen.

Die Abgeordneten begründen ihren Vorstoß mit fehlenden Nachweisen über umfassende Sicherheitstests, unzureichenden Informationen zur Schulung des Fluglotsenpersonals sowie ungeklärten Fragen zur Haftung bei potenziellen Zwischenfällen. Das betroffene System mit der Bezeichnung Strategic Management of Airspace, Routes and Trajectories (SMART) war am 21. September 2026 für den begrenzten Betrieb an den drei Großflughäfen Ronald Reagan Washington National (DCA), Washington Dulles International (IAD) und Baltimore/Washington International Thurgau Marshall (BWI) freigegeben worden. In einem offiziellen Beschwerdebrief an US-Verkehrsminister Sean Duffy und FAA-Administrator Bryan Bedford verlangen die Parlamentarier transparente Nachweise über die Zuverlässigkeit der Software, bevor eine künftige Ausweitung auf das gesamte US-Bundesgebiet erwogen werden kann.

Funktionsweise der SMART-Software und operative Ausrichtung

Das Softwarepaket SMART, das von dem Technologieunternehmen Air Space Intelligence in Zusammenarbeit mit der FAA entwickelt wird, dient als Vorläufer für die schrittweise Erneuerung der gesamten Verkehrsflusssteuerung im US-Luftraum. Die Anwendung bündelt rund 200 unterschiedliche Datenströme in Echtzeit, darunter meteorologische Daten, aktuelle Flugrouten, Auslastungsprognosen, Kapazitätsengpässe an den Terminals sowie die personelle Besetzung der regionalen Kontrollzentren. Auf Basis dieser Parameter erstellt das System automatisierte Projektionen über drohende Überlastungen im Luftraum und schlägt den Verkehrsleitern frühzeitige Anpassungen von Flugrouten und Abflugzeiten vor.

Durch diese präventiven Routen- und Zeitkorrekturen sollen Verspätungsketten gar nicht erst entstehen und die vorhandenen Luftraumkapazitäten effizienter ausgenutzt werden. Die FAA betont in ihren Veröffentlichungen, dass die künstliche Intelligenz die menschlichen Fluglotsen keineswegs ersetzt. Sämtliche Handlungsempfehlungen der Software unterliegen der manuellen Überprüfung durch das Fachpersonal in den Towern und Kontrollzentren, das die Vorschläge eigenverantwortlich annehmen oder ablehnen kann.

Forderungen der Abgeordneten und offene Fragen zur Sicherheitsprüfung

Trotz dieser Überprüfungsmechanismen stößt das Übertragungsverfahren im US-Kongress auf erhebliche Vorbehalte. Die demokratische Abgeordnete April McClain Delaney aus Maryland, die das parlamentarische Schreiben gemeinsam mit Abgeordneten wie Alexandria Ocasio-Cortez, Don Beyer, Kweisi Mfume, Suhas Subramanyam und Sarah Elfreth verfasst hat, forderte eine unverzügliche Unterbrechung der Testphase. Die Abgeordneten kritisieren, dass der Legislative vor dem Start im September 2026 keinerlei Sicherheitsanalysen, Stresstestergebnisse oder Schulungsprotokolle für das Sicherheitspersonal vorgelegt wurden.

Der Anfragenkatalog der Parlamentarier verlangt von der FAA detaillierte Nachweise darüber, wie sich das System unter extremen Bedingungen verhält, etwa bei schweren Unwettern, plötzlichen Ausfällen von Radar- und Navigationsinfrastrukturen oder unerwarteten Luftraumschließungen. Zudem fordern die Abgeordneten Aufklärung über den Grad der Einbindung von Flughafengesellschaften, Fluggesellschaften und Gewerkschaften der Fluglotsen. Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft zudem die rechtliche Verantwortlichkeit: Der Kongress verlangt eine präzise Festlegung, wer im Falle eines Fehlverhaltens der KI-Empfehlungen, das zu einer gefährlichen Annäherung von Luftfahrzeugen führt, die rechtliche und operative Haftung trägt.

Haltung der Fluggesellschaften und künftiger Evaluierungsprozess

Vor der Einführung des Testbetriebs am 21. September 2026 hatten auch Führungskräfte großer US-Fluggesellschaften Bedenken hinsichtlich der nahtlosen Integration der Software in ihre betrieblichen Abläufe geäußert. Diese Sorgen schwächten sich ab, nachdem die FAA klarstellte, dass das System in der dreimonatigen Testphase lediglich unterstützende Empfehlungen ohne verbindliche Weisungsbefugnis ausgibt. In der Folge äußerten sich Vertreter von United Airlines, Delta Air Lines, American Airlines und Southwest Airlines grundsätzlich aufgeschlossen gegenüber der Initiative. Ed Bastian, Chief Executive Officer von Delta Air Lines, bezeichnete den technologiestützten Ansatz als sinnvoll, während Robert Isom, CEO von American Airlines, die Notwendigkeit einer vorsichtigen und schrittweisen Einführung hervorhob.

Die Erstbewertung von SMART ist auf einen Zeitraum von 90 Tagen angelegt, nach dessen Abschluss die FAA über die weiteren Schritte entscheiden will. Die Unterzeichner des Kongressbriefs fordern jedoch, dass klare Kriterien definiert werden müssen, bevor eine etwaige Ausweitung des KI-Einsatzes auf weitere Luftraumsektoren in den Vereinigten Staaten erfolgen darf. Bis diese Sicherheits- und Haftungsfragen vollständig geklärt sind, müsse der Betrieb im dicht besiedelten Flugkorridor rund um die Bundeshauptstadt ausgesetzt bleiben.

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