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US-Parlamentarier fordern Schutz von Beschäftigtendaten beim Verkauf von Spirit-Airlines-Archiven an Google

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Der geplante Verkauf von umfangreichen internen Unternehmens- und Beschäftigtenbeständen der insolventen US-Fluggesellschaft Spirit Airlines an den US-Technologiekonzern Google hat im US-Kongress parteiübergreifenden Widerstand hervorgerufen.

Über 120 Mitglieder des Senats und des Repräsentantenhauses, angeführt von Senatorin Elizabeth Warren und dem Abgeordneten Steven Horsford, haben sich in einem gemeinsamen Schreiben an Google sowie an die zuständigen Regierungsstellen gewandt, um den Schutz der Persönlichkeitsrechte der betroffenen Luftfahrtbeschäftigten einzufordern. Der Vorstoß betrifft die verhandelte Übernahme interner Datensätze im Wert von rund 10 Millionen US-Dollar, die Google zur Schulung und Optimierung von Systemen der künstlichen Intelligenz (KI) nutzen möchte. Das Datenpaket entstammt der Abwicklung des Billigfliegers und umfasst hunderte Millionen interner E-Mails, Chat-Protokolle, Kalendereinträge und Personalakten der ehemaligen Belegschaft.

Umfang des Datenpakets und Auktion im Rahmen des Insolvenzverfahrens

Der Streitfall ist Teil der Abwicklung von Spirit Airlines, nachdem die Fluggesellschaft im Mai 2026 den Flugbetrieb endgültig einstellen musste. Im Zuge des gerichtlichen Liquidationsprozesses wurden die immateriellen Vermögenswerte des Unternehmens – darunter auch die digitalen Datenbestände – zur Erlöserzielung im Rahmen einer Insolvenzauktion angeboten. Google ging aus diesem Bietverfahren im August 2026 mit einem Gebot von 10 Millionen US-Dollar als Höchstbietender hervor.

Das fragliche Datenvolumen besitzt eine erhebliche Dimension und spiegelt den gesamten betrieblichen Ablauf der Fluggesellschaft wider. Es enthält schätzungsweise 100 Millionen E-Mails, 500 Millionen Nachrichten aus der internen Kommunikationssoftware Microsoft Teams, operative Tabellenkalkulationen, Dienstpläne sowie detaillierte Aufzeichnungen über Arbeitsabläufe, Personalentscheidungen und Kundenreklamationen. Für Technologieunternehmen stellt ein derartiger Satz an unstrukturierter Unternehmenskommunikation ein wertvolles Trainingsfundament dar, um KI-Anwendungen für betriebswirtschaftliche Prozesse, Kundenservice-Systeme und automatisierte Arbeitsabläufe zu schulen.

Bedenken der Parlamentsmitglieder und Schutz von Arbeitnehmerdaten

In ihrem gemeinsamen Schreiben an US-Verkehrsminister Sean Duffy und den Leiter der Bundesluftfahrtbehörde FAA, Bryan Bedford, fordern die Abgeordneten eine klare Abgrenzung und Anonymisierung der personenbezogenen Daten. Die Initiatoren Elizabeth Warren und Steven Horsford betonten, dass die Übertragung von internen Nachrichten und Beschäftigtenakten an einen externen Technologiekonzern erhebliche Gefahren für die Privatsphäre der ehemaligen Spirit-Mitarbeiter berge. In den Unterlagen fänden sich vertrauliche Informationen über Gesundheitszustände, Gehaltsstrukturen, Beschwerden über Arbeitsbedingungen sowie private Unterhaltungen zwischen Beschäftigten.

Die Abgeordneten verlangen von Google den Nachweis, dass sämtliche personenbezogenen Daten von Mitarbeitern vor einer Übermittlung vollständig aus den Beständen entfernt oder unwiderruflich anonymisiert werden. Zudem fordern die Parlamentarier Transparenz hinsichtlich der Frage, wer die rechtliche Verantwortung trägt, falls im Zuge der Weiterverarbeitung durch KI-Systeme geschützte Informationen Dritter reidentifiziert oder offengelegt werden sollten.

Rolle des Datenschutzbeauftragten und Auflage der Behörden

Zur Bewertung der wettbewerbs- und datenschutzrechtlichen Zulässigkeit setzte das zuständige US-Insolvenzgericht eine unabhängige Datenschutzombudsfrau ein. In ihrem am 5. Oktober 2026 vorgelegten Gutachten empfahl die Ombudsfrau Lucy Thomson die Genehmigung der Transaktion, knüpfte diese jedoch an strenge Auflagen. Demnach wurden die Datenbanken mit Kundendaten von rund 97 Millionen Buchungs- und Fluggastaufzeichnungen von Spirit Airlines vollständig aus dem Verkaufsumfang herausgelöst.

Hinsichtlich der verbleibenden Unternehmenskommunikation und der Personaldaten beauftragte das Gericht die spezialisierte Firma Tonic.ai mit der technischen Bereinigung und Anonymisierung der unstrukturierten Daten vor der Übergabe an den Konzern. Google erklärte seinerseits, mit den Behörden und der Ombudsperson zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass keine identifizierbaren personenbezogenen Daten von Fluggästen oder Mitarbeitern in die Trainingsmodelle einfließen. Der US-Insolvenzrichter hat die Anhörung zur finalen Entscheidung über den Datenkauf auf den 14. Oktober 2026 terminiert.

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