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US-Regierung plant Verbot des russischen Luftraums für chinesische Passagierflüge

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Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump hat einen weitreichenden Vorschlag zur Korrektur einer seit langem bestehenden Wettbewerbsverzerrung in der Luftfahrtbranche vorgelegt. Das US-Verkehrsministerium (DOT) plant, chinesischen Fluggesellschaften die Nutzung des russischen Luftraums auf Passagierrouten in die und aus den Vereinigten Staaten zu untersagen. Die Maßnahme soll den als „unfair“ empfundenen Kostenvorteil chinesischer Carrier gegenüber US-Fluggesellschaften beenden, die seit den wechselseitigen Luftraumsperrungen zwischen Washington und Moskau im Jahr 2022 gezwungen sind, längere, kostenintensivere Routen zu fliegen.

US-Fluggesellschaften kritisieren die aktuelle Situation, da chinesische Konkurrenten durch die Nutzung der kürzeren Transsibirien-Routen Flugzeit und Betriebskosten sparen. Das DOT argumentiert, diese Wettbewerbsungleichheit habe erhebliche nachteilige Auswirkungen auf amerikanische Luftfahrtunternehmen. Seit Beginn der Luftraumsperren haben chinesische Airlines ihren Anteil am Passagierverkehr zwischen den USA und China sowie auf Strecken nach Europa deutlich ausbauen können. Experten des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) verzeichneten beispielsweise einen Anstieg des chinesischen Marktanteils auf der US-China-Route von 42 Prozent im Jahr 2019 auf über 60 Prozent im Jahr 2024.

Der Vorschlag des DOT sieht vor, die Betriebsgenehmigungen der chinesischen Fluggesellschaften entsprechend zu ändern. Betroffen wären unter anderem Air China, China Eastern und China Southern. Frachtflüge sind von der geplanten Beschränkung explizit ausgenommen. Den betroffenen chinesischen Carriern wurde eine Frist von nur zwei Tagen zur Stellungnahme eingeräumt. Bei finaler Genehmigung könnte die Regelung bereits im November in Kraft treten. Peking äußerte umgehend Kritik an dem Vorstoß und warnte vor negativen Konsequenzen für den Reiseverkehr und die Kommunikation zwischen den beiden Ländern.

Die angedachte Restriktion markiert eine weitere Eskalation im Handels- und Technologiekonflikt zwischen den beiden größten Volkswirtschaften. Sie erfolgt kurz nachdem China neue Exportbeschränkungen für Seltene Erden verhängt hat, strategisch wichtige Metalle, die für amerikanische High-Tech- und Rüstungsindustrien essenziell sind. Gleichzeitig laufen Berichten zufolge jedoch Verhandlungen über einen möglichen Großauftrag Chinas für bis zu 500 Jets von Boeing, was auf eine komplexe und widersprüchliche Gemengelage in den Handelsbeziehungen hindeutet.

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