Airbus A350-1000 in Werkslackierung (Foto: Jan Gruber).
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Verbindliche Software-Aktualisierung für Airbus A350 durch die US-Luftfahrtbehörde

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Die US-Bundesluftfahrtbehörde FAA hat eine neue Lufttüchtigkeitsanweisung (Airworthiness Directive) für sämtliche Flugzeuge der Typen Airbus A350-900 und A350-1000 erlassen. Grund für diese Maßnahme ist ein identifiziertes Sicherheitsrisiko in den elektronischen Steuerungsmodulen der Maschine.

Betreiber sind dazu verpflichtet, eine aktualisierte Flugsteuerungssoftware zu installieren, um potenziell gefährliche Fehlfunktionen der Ruder zu verhindern. Hintergrund der Anweisung sind technische Untersuchungen, die ergeben haben, dass Verunreinigungen durch Hydraulikflüssigkeit auf elektronischen Platinen innerhalb der sogenannten Flight Control Remote Modules (FCRM) auftreten können. Diese Verunreinigungen führen unter bestimmten Bedingungen zu fehlerhaften Signalübertragungen, die unbeabsichtigte Ausschläge der Steuerflächen auslösen können.

Die FAA stuft das Risiko als systemisch ein, da sowohl das Höhen- als auch das Seitenruder des Airbus A350 über konstruktive Ähnlichkeiten verfügen und von identischen Steuerungskomponenten kontrolliert werden. Ein unkontrollierter Ruderausschlag könnte im schlimmsten Fall zu einem Verlust der Flugzeugkontrolle führen. Die neue Software-Version beinhaltet verbesserte Überwachungsalgorithmen, die Anomalien in den Steuermodulen schneller erkennen und neutralisieren sollen, bevor sie die Fluglage beeinflussen. Diese Anweisung folgt auf ähnliche Warnungen der europäischen Flugsicherheitsbehörde EASA, die bereits zuvor auf die Problematik der Flüssigkeitsexposition in den elektronischen Schaltschränken hingewiesen hatte. Die betroffenen Module befinden sich in Bereichen des Flugzeugs, in denen Hydraulikleitungen in räumlicher Nähe zu elektronischen Systemen verlaufen.

Zusätzliche Recherchen belegen, dass Airbus bereits technische Service-Bulletins an die Fluggesellschaften ausgegeben hat, um den Austausch oder die Modifikation der betroffenen Hardware langfristig vorzubereiten. Die aktuelle FAA-Anweisung verleiht diesen Maßnahmen nun einen verbindlichen Rechtscharakter für alle in den USA registrierten Maschinen sowie für Flugzeuge, die im US-Luftraum operieren. Weltweit sind mehrere hundert Flugzeuge der A350-Familie im Einsatz, unter anderem bei Großkunden wie Delta Air Lines, United Airlines und Lufthansa. Die Umsetzung des Software-Updates kann in der Regel während regulärer Wartungsintervalle erfolgen, wobei die Behörde strikte Zeitvorgaben für die Installation gemacht hat, um die Flottensicherheit kurzfristig zu gewährleisten.

Neben der Software-Aktualisierung prüfen Ingenieure derzeit zusätzliche physische Schutzmaßnahmen, wie verbesserte Abdichtungen der Elektronikgehäuse, um ein Eindringen von Hydrauliköl künftig gänzlich zu unterbinden. Hydraulikflüssigkeiten in der Luftfahrt sind chemisch hochaggressiv und können die Isolationsschichten von Leiterplatten angreifen, was zu Kriechströmen oder Kurzschlüssen führt. Da der Airbus A350 ein hochmodernes „Fly-by-wire“-System nutzt, bei dem Steuerbefehle rein elektronisch übertragen werden, ist die Integrität der Signalverarbeitung von entscheidender Bedeutung. Die FAA betont, dass die Sicherheit im Luftverkehr durch die proaktive Korrektur solcher Konstruktionsdetails gewahrt bleibt und regelmäßige Überprüfungen der Bordelektronik unerlässlich sind.

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