Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) erweitert ihr Engagement in der Luftfahrtbranche: Zum 1. Juli 2025 wird die Technik Gewerkschaft Luftfahrt (TGL) in Verdi integriert. Diese strategische Entscheidung zielt darauf ab, die Interessenvertretung der Beschäftigten im Luftverkehr zu bündeln und zu stärken.
Die Luftfahrtbranche steht vor einem bedeutenden Wandel in der gewerkschaftlichen Landschaft. Mit der bevorstehenden Integration der Technik Gewerkschaft Luftfahrt (TGL) in die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi) am 1. Juli 2025 wird ein entscheidender Schritt zur Bündelung der Interessenvertretung der Beschäftigten im Luftverkehr unternommen. Diese Maßnahme soll die Position von Verdi als zentrale Anlaufstelle für alle Beschäftigtengruppen im Luftverkehr festigen und die gewerkschaftliche Schlagkraft erhöhen.
Die TGL wurde am 11. September 2002 gegründet und hat seitdem das Personal in der zivilen Luftfahrt, insbesondere im technischen Bereich, vertreten. Mit Sitz in Frankfurt am Main setzte sie sich für die Belange der technischen Fachkräfte ein und spielte eine wichtige Rolle in der Tarifpolitik und bei arbeitsrechtlichen Fragen. Durch die Eingliederung der TGL in Verdi sollen Synergien genutzt und die Interessenvertretung der Beschäftigten im technischen Bereich der Luftfahrt gestärkt werden.
Neustrukturierung innerhalb von Verdi
Im Zuge der Integration der TGL plant Verdi die Schaffung neuer Strukturen innerhalb der Fachgruppe Luftverkehr und Maritime Wirtschaft. Ein zentrales Element dabei ist die Gründung der „MRO-Alliance“, einer Experteneinheit, die sich gezielt um die Belange der Luftfahrttechnik kümmern soll. Dennis Dacke, Fachgruppenleiter bei Verdi, betonte die Bedeutung dieser Maßnahme: „Wir schaffen so eine starke Einheit, die sich gezielt um die Belange der Luftfahrttechnik kümmert.“ Die MRO-Alliance wird nach der bereits bestehenden Aircrew Alliance die zweite Expertengruppe im Bereich Luftverkehr innerhalb von Verdi sein.
Die Aircrew Alliance wurde im November 2019 von Verdi ins Leben gerufen, um die Interessen der fliegenden Beschäftigten, wie Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter sowie Pilotinnen und Piloten, zu bündeln. Sie repräsentiert Verdi-Aircrews aller in Deutschland operierenden Airlines, von Lufthansa über Ryanair bis hin zu Eurowings und Easyjet. Als unabhängige Spezialabteilung der größten Dienstleistungsgewerkschaft der Welt gestaltet sie die Arbeitsbedingungen in Kabine und Cockpit mit und für die Mitglieder. Die Aircrew Alliance vertritt die Interessen ihrer Mitglieder international in der European & International Transport Workers Federation (ETF/ITF), von der EASA bis hin zur ICAO.
Ziele und Aufgaben der MRO-Alliance
Die neu gegründete MRO-Alliance soll sich auf die spezifischen Bedürfnisse und Herausforderungen der technischen Fachkräfte in der Luftfahrt konzentrieren. Zu ihren Aufgaben zählen unter anderem die Verbesserung der Arbeitsbedingungen, die Sicherstellung von Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz sowie die Förderung von Weiterbildungsmöglichkeiten. Durch die Bündelung der Kräfte innerhalb von Verdi erhofft man sich eine stärkere Vertretung der Interessen der technischen Beschäftigten sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene.
Die Integration der TGL in Verdi und die damit verbundene Gründung der MRO-Alliance könnten erhebliche Auswirkungen auf die Luftfahrtbranche haben. Durch die zentrale Bündelung der Interessenvertretung könnten Tarifverhandlungen effizienter geführt und arbeitsrechtliche Fragen gezielter adressiert werden. Zudem könnte die gestärkte Position von Verdi dazu beitragen, die Arbeitsbedingungen für technische Fachkräfte in der Luftfahrt nachhaltig zu verbessern.
Die Reaktionen auf die Ankündigung der Integration der TGL in Verdi sind vielfältig. Einige Branchenexperten sehen darin einen positiven Schritt zur Stärkung der Arbeitnehmervertretung in der Luftfahrttechnik. Andere äußern Bedenken hinsichtlich der möglichen Zentralisierung und der Frage, ob die spezifischen Bedürfnisse der technischen Fachkräfte ausreichend berücksichtigt werden. Dennis Dacke von Verdi betonte jedoch, dass die MRO-Alliance genau darauf abzielt, die Belange der Luftfahrttechnik gezielt zu adressieren und eine starke Einheit zu schaffen.
Ausblick
Mit der bevorstehenden Integration der TGL in Verdi und der Gründung der MRO-Alliance steht die Luftfahrtbranche vor einer Neuausrichtung der gewerkschaftlichen Landschaft. Es bleibt abzuwarten, wie sich diese Veränderungen auf die Arbeitsbedingungen und die Interessenvertretung der technischen Fachkräfte in der Luftfahrt auswirken werden. Fest steht jedoch, dass Verdi mit diesem Schritt ihre Position als zentrale Anlaufstelle für alle Beschäftigten im Luftverkehr weiter festigt und die Weichen für eine stärkere und effektivere Interessenvertretung stellt.
Die Integration der Technik Gewerkschaft Luftfahrt in die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft markiert einen bedeutenden Schritt zur Stärkung der Arbeitnehmervertretung in der Luftfahrtbranche. Durch die Schaffung spezialisierter Einheiten wie der MRO-Alliance und der bereits bestehenden Aircrew Alliance zeigt Verdi ihr Engagement, die spezifischen Bedürfnisse der verschiedenen Beschäftigtengruppen im Luftverkehr zu adressieren. Diese Entwicklungen könnten langfristig zu verbesserten Arbeitsbedingungen und einer stärkeren Stimme für die Beschäftigten in der Luftfahrt führen.