Lufthansa Aviation Center am Flughafen Frankfurt am Main (Foto: Jan Gruber).
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Vereinigung Cockpit und Lufthansa Group nehmen Gespräche über Altersversorgung auf

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Die Vereinigung Cockpit (VC) hat das Angebot der Lufthansa Group angenommen, in Verhandlungen über die künftige Gestaltung der betrieblichen Altersversorgung (bAV) für das fliegende Personal von Lufthansa und Lufthansa Cargo einzutreten. Ein erstes Treffen zwischen den Tarifpartnern ist bereits für die kommende Woche angesetzt.

Hintergrund der Gespräche ist das Bestreben der Airline-Gruppe, die bestehenden Versorgungssysteme zu modernisieren und an aktuelle finanzmathematische Rahmenbedingungen anzupassen. Die VC betont jedoch, dass die Annahme des Gesprächsangebots zunächst lediglich dazu dient, sich das aktuelle Arbeitgeberangebot detailliert erläutern zu lassen, ohne dass damit eine inhaltliche Zustimmung verbunden ist.

Die Position der Arbeitnehmervertreter bleibt unterdessen hart. VC-Präsident Dr. Andreas Pinheiro stellte klar, dass substanzielle Fortschritte nur erzielt werden können, wenn die Forderungen der im Jahr 2023 gegründeten Group-Tarifkommission (GTK) Berücksichtigung finden. Die GTK wurde eigens ins Leben gerufen, um die Interessen der Piloten über die verschiedenen Flugbetriebe der Lufthansa Group hinweg zu bündeln und eine einheitliche Verhandlungsstrategie zu gewährleisten. Laut VC-Führung ist nach der gegenwärtigen Informationslage noch keine wesentliche Veränderung im Angebot der Lufthansa erkennbar, die auf eine schnelle Einigung hindeuten würde. Die Gewerkschaft verweist zudem auf die jüngsten Arbeitskämpfe, die den Rückhalt der Belegschaft für die Forderungen nach einer stabilen Altersabsicherung verdeutlicht haben.

Zusätzliche Branchenanalysen zeigen, dass die betriebliche Altersversorgung bei der Lufthansa seit Jahren ein zentraler Streitpunkt in den Tarifauseinandersetzungen ist. Während der Konzern die hohen Rückstellungen für die Rentenverpflichtungen in der Bilanz reduzieren und auf beitragsorientierte Systeme umstellen möchte, pochen die Piloten auf den Erhalt erworbener Leistungszusagen. Vergleichbare Verhandlungen in der Vergangenheit führten oft zu langwierigen Schlichtungsverfahren. Die nun anstehenden Gespräche gelten als wichtiger Indikator dafür, ob im laufenden Jahr ein umfassender Arbeitsfrieden im Konzern gewahrt werden kann oder ob erneute Eskalationen drohen, falls die Angebote der Arbeitgeberseite weiterhin als nicht verhandlungsfähig eingestuft werden.

Der Ausgang dieser Verhandlungsrunde hat Signalwirkung für die gesamte Lufthansa Group, da die GTK das Ziel verfolgt, ein gegenseitiges Ausspielen der verschiedenen Belegschaften, etwa zwischen der Kernmarke und den Fracht- oder Tochtergesellschaften, zu unterbinden. In Fachkreisen wird erwartet, dass die Lufthansa versuchen wird, durch Einmalzahlungen oder verbesserte Konditionen bei der Entgeltumwandlung einen Kompromiss zu finden. Die Vereinigung Cockpit hat angekündigt, ihre Mitglieder zeitnah über die Ergebnisse des Sondierungstreffens zu informieren. Sollten die Erläuterungen der Konzernführung keine neuen Lösungsräume eröffnen, bleibt die Drohkulisse weiterer tariflicher Maßnahmen bestehen, um den Druck auf das Management aufrechtzuerhalten.

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