Neuer polnischer Zentralflughafen (Rendering: CPK):
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Vergabeverfahren für Terminalbau am neuen polnischen Großflughafen gestartet

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Das polnische Staatsunternehmen Centralny Port Komunikacyjny (CPK), das für die Umsetzung des nationalen Infrastrukturprogramms „Port Polska“ verantwortlich ist, hat die heiße Phase im Vergabeverfahren für das zentrale Passagierterminal eingeleitet.

Fünf ausgewählte Konsortien, die sich aus insgesamt 16 Unternehmen – darunter 14 der größten Baukonzerne Polens – zusammensetzen, wurden offiziell zur Abgabe ihrer kaufmännischen und technischen Angebote aufgefordert. Das Verfahren folgt auf einen abgeschlossenen wettbewerblichen Dialog, bei dem die Bieter technischen Input zur Ausgestaltung der finalen Ausschreibungsunterlagen lieferten. Die Konsortien haben nun 60 Tage Zeit zur Einreichung. Der geschätzte Wert des Terminal-Hauptauftrags beläuft sich nach Branchenangaben auf rund fünf Milliarden Zloty (ca. 1,25 Milliarden Euro).

Die finale Bewertung der Angebote erfolgt über ein Punktesystem, das neben dem reinen Vertragspreis auch qualitative Kriterien gewichtet. Dazu zählen die vorgeschlagene Baumethodik, die Baustellenorganisation, der konkrete Ausführungsplan sowie die angebotenen Gewährleistungsfristen. Das Qualifizierungsverfahren wurde von der CPK-Führung bewusst so strukturiert, dass etablierte Bauunternehmen mit lokaler Belegschaft und nachgewiesener Erfahrung bei osteuropäischen Großprojekten bevorzugt werden. Der Zuschlag und die Vertragsunterzeichnung für den Hochbau des Passagierterminals sind für den Jahreswechsel 2026/27 geplant. Unabhängig davon wurde im Juni 2026 bereits ein separater Vertrag über rund 146 Millionen Zloty mit dem Baukonzern Budimex für die vorbereitenden Erdarbeiten und Tiefgründungen unterzeichnet, die im September dieses Jahres anlaufen sollen.

Das geplante Bauwerk, dessen gestalterischer Entwurf von einem Konsortium um das britische Architekturbüro Foster + Partners stammt, soll eine Bruttogeschossfläche von rund 450.000 Quadratmetern aufweisen. Zur Betriebsaufnahme im Jahr 2032 sind regulär bis zu 170 Check-in-Schalter sowie 49 Flugzeug-Abstellpositionen vorgesehen, wovon 18 als flexibles „Multiple Apron Ramp System“ (MARS) sowohl für Großraum- als auch für Schmalrumpfflugzeuge genutzt werden können. Die logistische Infrastruktur umfasst unter anderem ein elf Kilometer langes Gepäckförderband sowie die Installation von 92 Fluggastbrücken. Nach Angaben des polnischen Infrastrukturministeriums soll der neue Flughafen, der rund 40 Kilometer westlich von Warschau entsteht, in der Anfangsphase für ein jährliches Aufkommen von 34 bis 44 Millionen Passagieren ausgelegt werden und rund 35.000 Arbeitsplätze direkt am Standort schaffen.

In der europäischen Luftverkehrswirtschaft wird das polnische Megaprojekt jedoch weiterhin intensiv und kritisch diskutiert. Während Befürworter und die polnische Regierung den Flughafen als notwendigen wirtschaftlichen Katalysator und modernen Kontinental-Hub positionieren, verweisen internationale Branchenanalysten auf erhebliche finanzielle und terminliche Risiken. Der Zeitplan sieht das Ende der Hauptbauphase für 2031 vor, gefolgt von einer einjährigen Test- und Zertifizierungsphase bis zur Eröffnung Ende 2032. Angesichts historischer Erfahrungen bei europäischen Flughafen-Großprojekten der letzten Jahrzehnte gelten derartige Fristen als äußerst ambitioniert. Zudem wird kritisiert, dass der parallel geplante Ausbau des Hochgeschwindigkeits-Schienennetzes zur Anbindung des Flughafens das staatliche Budget massiv belastet und die Rentabilität des Gesamtvorhabens stark von einer erfolgreichen Marktkonsolidierung der nationalen Fluggesellschaft LOT Polish Airlines abhängt.

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