Der Flughafen Brüssel blickt auf ein Jahr der Expansion und betrieblichen Belastbarkeit zurück. Im Jahr 2025 reisten insgesamt 24,4 Millionen Passagiere über das wichtigste belgische Luftverkehrsdrehkreuz, was einer Steigerung von 3,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Das Wachstum wurde primär durch den Urlaubsverkehr sowie Besuchsreisen von Freunden und Verwandten getrieben.
Dennoch blieb das Ergebnis hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück: Insgesamt sieben nationale Streikaktionen führten zur Annullierung von rund 2.400 Flügen, wodurch dem Flughafen schätzungsweise 275,000 Reisende entgingen. Trotz dieser gewerkschaftlichen Herausforderungen und eines Cybervorfalls bei einem Dienstleister gelang es dem Management, das globale Netzwerk durch drei neue Fluggesellschaften – Cathay Pacific, Air Senegal und Smartwings – sowie sechs zusätzliche Destinationen zu verstärken.
Besonders im Bereich der Langstreckenverbindungen konnte der Standort seine Position festigen. Mit neuen Direktverbindungen nach Atlanta, Chongqing und Hongkong wurde das interkontinentale Angebot deutlich ausgebaut. Auch auf der Kurz- und Mittelstrecke kamen neue Ziele wie Bordeaux, Larnaka und der Scandinavian Mountains Airport hinzu. Der Anteil der Transferpassagiere lag stabil bei 14 Prozent, wobei der Flughafen seine Rolle als strategischer Hub innerhalb der Star Alliance weiter profilierte. Zu den am stärksten frequentierten Reiseländern zählten Spanien, Italien, Deutschland und die Türkei. Im Dezember 2025 sorgte das Weihnachtsgeschäft für einen kräftigen Jahresabschluss mit über 1,8 Millionen Fluggästen, was einem Zuwachs von 3,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat entspricht.
Im Frachtsektor verbuchte der Flughafen ein überdurchschnittliches Ergebnis. Das gesamte Frachtaufkommen stieg um 8,5 Prozent auf 795.000 Tonnen. Besonders markant fiel das Wachstum bei der reinen Luftfracht aus, die um 11,5 Prozent zulegte. Ein wesentlicher Treiber war hierbei das Express-Segment mit einem Plus von über 22 Prozent sowie die Zunahme der Beiladefracht (Belly Cargo) in Passagiermaschinen. Asien bleibt dabei der wichtigste Handelspartner sowohl für Importe als auch für Exporte, gefolgt von Nordamerika und Afrika. Parallel zu den Verkehrsströmen investierte der Flughafen in das Großprojekt „Hub 3.0“, um die Abfertigungsprozesse und die Aufenthaltsqualität im Terminal grundlegend zu modernisieren und die Infrastruktur an das steigende Aufkommen anzupassen.
Hinsichtlich der Flugbewegungen verzeichnete Brüssel im Jahr 2025 insgesamt 198.000 Starts und Landungen, ein Plus von 2,8 Prozent. Ein neuer Rekord wurde bei der durchschnittlichen Passagierzahl pro Flug aufgestellt, die auf 145 Personen stieg. Ein besonderes Augenmerk lag auf der Einhaltung der strengen Nachtflugregelungen. Die Anzahl der kommerziellen Nachtflüge sank im Vergleich zu 2024 auf 15.938 Bewegungen, womit die gesetzliche Obergrenze von 16.000 Slots gewahrt blieb. Laut CEO Arnaud Feist demonstrieren diese Zahlen die Robustheit des Standorts als internationales Tor Belgiens, das trotz externer Störungen seine Konnektivität für Menschen und Waren erfolgreich ausbauen konnte.