Die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH hat die Verkehrszahlen für den Monat Juni sowie eine vorläufige Bilanz für das erste Halbjahr 2026 vorgelegt. Den offiziellen Daten zufolge nutzten im Juni des laufenden Jahres 2,28 Millionen Passagiere den Flughafen BER.
Dies entspricht einem leichten Rückgang von 0,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Als verkehrsreichster Einzeltag des Berichtszeitraums wurde Freitag, der 26. Juni 2026, registriert, an dem 87.535 Reisende abgefertigt wurden. Für das gesamte erste Halbjahr summiert sich das Passagieraufkommen auf 11,9 Millionen Fluggäste, was ein Minus von 1,2 Prozent gegenüber dem ersten Halbjahr 2025 bedeutet.
Parallel zu den rückläufigen Passagierzahlen reduzierte sich auch die Anzahl der Flugbewegungen im deutschen Hauptstadtregion-Luftverkehr. Im Juni 2026 wurden etwas mehr als 17.000 Starts und Landungen gezählt, was einem Rückgang von 0,6 Prozent im Vergleich zum Juni des Vorjahres entspricht. Eine gegenläufige Entwicklung verzeichnete hingegen das Segment der Luftfracht. Der Frachtumschlag stieg im Vergleich zum Vorjahresmonat um zwei Prozent an, sodass im vergangenen Monat insgesamt rund 4.400 Tonnen Luftfrachtgüter am BER abgewickelt wurden. Dennoch bleibt das Frachtgeschäft im internationalen Vergleich auf einem mäßigen Niveau.
Luftfahrtanalysten und Branchenbeobachter werten die anhaltende Stagnation und den leichten Rückgang der Fluggastzahlen am BER als Beleg für strukturelle Probleme des deutschen Luftverkehrsstandorts. Während viele europäische Großflughäfen im Jahr 2026 deutliche Zuwächse melden und das Niveau vor der Pandemie wieder erreichen oder überschreiten, verharrt der Berliner Flughafen in einer Wachstumsbaisse. Als wesentliche Ursachen werden die im internationalen Vergleich hohen staatlichen Standortkosten, angehobene Luftverkehrsteuern sowie die Reduzierung von Flugangeboten durch große Billigfluggesellschaften wie Ryanair und Easyjet genannt, die ihre Kapazitäten verstärkt in andere europäische Länder verlagern.
Die Betreibergesellschaft sieht sich angesichts der stagnierenden Einnahmen aus dem Luftverkehr im laufenden Geschäftsjahr mit fortdauernden finanziellen Belastungen konfrontiert. Das verlangsamte Passagierwachstum erschwert den Abbau des beträchtlichen Schuldenbergs, der aus der Bauphase des Flughafens resultiert. Um die Mindereinnahmen im operativen Flugbetrieb auszugleichen, versucht das Management vermehrt, die Erlöse im gewerblichen Bereich durch die Vermietung von Einzelhandels- und Gastronomieflächen im Terminal sowie durch Parkplatzgebühren zu stabilisieren, was jedoch die Attraktivität des Standorts für preisbewusste Reisende beeinträchtigen könnte.