Airbus A330-900 (Foto: Jan Gruber).
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Verlängerung des Bieterverfahrens zur Teilprivatisierung der portugiesischen Fluggesellschaft TAP bis Ende 2026

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Die portugiesische Regierung hat den Zeitrahmen für die Teilprivatisierung der nationalen Fluggesellschaft TAP Air Portugal offiziell bis zum 31. Dezember 2026 verlängert.

Dieser Schritt ermöglicht dem Finanzministerium in Lissabon die Durchführung einer finalen, dreiwöchigen Verhandlungsphase mit den verbliebenen Bewerbern Air France-KLM und der Lufthansa Group. Beide europäischen Luftfahrtkonzerne hatten im Juli 2026 verbindliche Angebote für den Erwerb eines Anteils von 44,9 Prozent an der staatlichen Fluggesellschaft eingereicht.

Aus Sicht der portugiesischen Bewertungskommission liegen die finanziellen Gebote beider Interessenten nah beieinander, sodass beide Bieter aufgefordert werden, nachgebesserte und endgültige Vorschläge einzureichen, bevor exklusive Verhandlungen aufgenommen werden. Das Privatisierungskonzept sieht den Verkauf von insgesamt bis zu 49,9 Prozent der Anteile vor, wobei 5 Prozent für die Belegschaft der Fluggesellschaft reserviert sind. Der Staat behält somit weiterhin die Mehrheit an dem Unternehmen.

Bewertungskriterien und Auflagen der portugiesischen Regierung

Bei der Auswahl des künftigen Partners stützt sich die Regierung in Lissabon nicht allein auf die angebotene Kaufsumme. Neben der finanziellen Bewertung der Anbote spielen verbindliche Zusagen bezüglich der künftigen Ausrichtung der Fluggesellschaft eine zentrale Rolle im Kriterienkatalog. Dazu zählen Zusicherungen über langfristige Investitionen, Pläne zur Entwicklung der Flugzeugflotte, der Ausbau von Wartungs- und Reparaturkapazitäten an portugiesischen Standorten sowie Beschaffungskonzepte im Treibstoffbereich. Darüber hinaus verlangt die Regierung Garantien zur Erhaltung bestehender Arbeitsplätze im Land.

Ein wesentlicher Punkt im Verhandlungsmandat betrifft den Erhalt der nationalen Identität der Fluggesellschaft. Die Regierung fordert eine vertragliche Vereinbarung, die den Fortbestand der Marke TAP, den Verbleib der Unternehmenszentrale in Lissabon sowie den Erhalt des Flugbetriebs auf strategisch wichtigen Verbindungen sichert. Hierzu zählen insbesondere die Transatlantikrouten nach Brasilien und in die deutschsprachigen sowie englischsprachigen Länder Südamerikas und Nordamerikas als auch die Verbindungen zu den portugiesischsprachigen Staaten in Afrika.

Verlauf des Bietverfahrens und Positionen der Luftfahrtkonzerne

Sowohl Air France-KLM als auch die Lufthansa Group versuchen seit längerer Zeit, ihre Präsenz auf den Strecken zwischen Europa und Südamerika auszubauen. Das Drehkreuz am Flughafen Lissabon-Humberto Delgado gilt aufgrund seiner geografischen Lage als wichtiger Umsteigepunkt für Verkehre über den Südatlantik. Für die Lufthansa würde eine Beteiligung an TAP eine Konsolidierung im europäischen Markt bedeuten, nachdem der Konzern bereits Anteile an der italienischen ITA Airways übernommen hat. Air France-KLM strebt ihrerseits eine Stärkung ihres südosteuropäischen und atlantischen Streckennetzes an.

Sollten die reservierten Mitarbeiteraktien im Umfang von 5 Prozent nicht vollständig von der Belegschaft gezeichnet werden, sieht die Ausschreibung vor, dass der ausgewählte Investor auch diese verbleibenden Anteile erwerben kann. Nach dem Abschluss der Verhandlungsphase und der Nominierung des bevorzugten Bieters muss die Transaktion noch vom portugiesischen Kabinett formell abgesegnet werden. Zudem steht das Geschäft unter dem Vorbehalt der Genehmigung durch die europäischen Wettbewerbsbehörden in Brüssel, die mögliche Überschneidungen auf einzelnen Routen prüfen werden.

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen und Restrukturierung von TAP

Die erneute Teilprivatisierung von TAP folgt auf eine mehrjährige Phase der staatlichen Neuordnung. Im Zuge der Krise des Luftverkehrs im Jahr 2020 wurde die Fluggesellschaft vollständig verstaatlicht und mit staatlichen Beihilfen in Milliardenhöhe gestützt. Im Gegenzug verlangte die Europäische Kommission einen umfassenden Restrukturierungsplan, der eine Reduzierung der Flottengröße, den Abbau von Arbeitsplätzen sowie die Abgabe von Start- und Landerechten am Flughafen Lissabon vorsah.

Die operative Erholung der Fluggesellschaft in den Jahren 2024 und 2025 sowie die steigende Nachfrage auf den Langstrecken haben die wirtschaftliche Basis des Unternehmens stabilisiert. Die Suche nach einem strategischen Investor soll die finanzielle Handlungsfähigkeit der Airline langfristig sichern und den Zugang zu globalen Vertriebsnetzen und Allianzstrukturen verbessern. Mit der Verlängerung der Verhandlungsfrist bis Ende Dezember 2026 strebt die Regierung in Lissabon einen geordneten Abschluss des Verfahrens an.

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