Der Markt für Auslandsreiseversicherungen verzeichnet im Sommer 2026 eine deutliche Auseinanderentwicklung der Zielgebiete bei österreichischen Urlaubern. Nach Auswertungen des Online-Vergleichsportals Durchblicker für das erste Halbjahr 2026 stieg das Interesse an Reiseversicherungen für Südkorea im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 63 Prozent.
Auch die Volksrepublik China verzeichnete mit einem Zuwachs von 34 Prozent einen deutlichen Anstieg der Versicherungsanfragen. Demgegenüber zeigten etablierte Fernreiseziele wie die USA trotz des stattfindenden Großereignisses der Fußball-Weltmeisterschaft einen Rückgang von 20 Prozent, während auch die Nachfrage nach Polizzen für Reisen in die Türkei um 22 Prozent nachgab.
Als wesentlicher Faktor für das gestiegene Interesse an Südkorea gilt die weltweite Verbreitung südkoreanischer Popkultur sowie die vereinfachten Einreisebestimmungen der vergangenen Jahre. Fast die Hälfte der Versicherungsanfragen für dieses Ziel stammte von Personen unter 30 Jahren. Demgegenüber weisen Branchenkenner darauf hin, dass die Stagnation bei klassischem Fernreisen in die USA auch mit den anhaltend hohen Gesamtreisekosten sowie gestiegenen medizinischen Versorgungskosten vor Ort zusammenhängt, was den Abschluss von Zusatzversicherungen verteuert.
Zusätzlichen Druck auf den Abschluss von Auslandskrankenversicherungen erzeugen veränderte gesetzliche Rahmenbedingungen in den Zielgebieten. In Ländern wie Thailand wird die Einführung einer verpflichtenden Krankenversicherung für ausländische Urlauber geprüft. Parallel dazu haben Behörden in Japan Maßnahmen angekündigt, um unbezahlten Behandlungskosten durch ausländische Touristen entgegenzuwirken, was bis hin zu Wiedereinreisesperren führen kann. Europäische Sozialversicherungen decken Behandlungskosten außerhalb des europäischen Wirtschaftsraums in der Regel nicht ab, weshalb Behandlungen privat ausgelegt werden müssen.
Trotz des steigenden Bedarfs an medizinischer Absicherung verweisen Verbraucherschützer auf erhebliche Preis- und Leistungsunterschiede am Versicherungsmarkt. Zusatzleistungen von Kreditkarten weisen häufig Lücken auf, da sie an Mindestumsätze gekoppelt sind oder Stornokosten sowie mitreisende Familienangehörige nur unzureichend abdecken. Gleichzeitig ist die Wirtschaftlichkeit von Jahrespolizzen gegenüber Einzelpolizzen stark vom tatsächlichen Reiseverhalten abhängig, da Vielreiser-Tarife bei unvorhergesehenen Reiseabsagen oft strengere Ausschlussklauseln enthalten.