Die Virgin Australia Holdings Limited, Muttergesellschaft der australischen Fluggesellschaft Virgin Australia, hat am 6. Juni 2025 ihre Absicht bestätigt, ein Initial Public Offering (IPO) durchzuführen und die Notierung ihrer Aktien an der Australian Securities Exchange (ASX) unter dem Börsenkürzel VGN anzustreben.
Die Airline hat zu diesem Zweck einen Prospekt bei der Australian Securities and Investments Commission (ASIC) eingereicht und diesen bei der ASX hinterlegt. Dieser Schritt markiert einen wichtigen Meilenstein in der Umstrukturierung und der Erholung des Unternehmens, das 2021 unter die Verwaltung von Bain Capital gestellt und saniert werden mußte.
Details des Börsengangs und Investorenstruktur
Das geplante IPO umfaßt ein Angebot von 236,2 Millionen voll eingezahlten Stammaktien zu einem Angebotspreis von 2,90 Australischen Dollar (AUD) pro Aktie. Dies soll eine Kapitalerhöhung von 685 Millionen AUD generieren. Diese Maßnahme dient laut Unternehmensangaben dazu, „bestimmten bestehenden Anteilseignern die Möglichkeit zu geben, einen Teil ihrer Investitionen in das Unternehmen zu realisieren.“ Der Handelsbeginn der Aktien an der ASX wird derzeit für den 24. Juni 2025 erwartet, zunächst auf bedingter Basis und mit verzögerter Abrechnung.
Nach Abschluß des Angebots werden die teilnehmenden Investoren voraussichtlich 30,2 Prozent der ausgegebenen Aktien halten. Der verbleibende Anteil wird weiterhin von den bestehenden Investoren gehalten, zu denen Bain Capital, die Qatar Airways Group, die Virgin Group und die Queensland Investment Corporation zählen. Dies spiegelt eine strategische Weiterentwicklung der Eigentümerstruktur wider, in der neue Investoren die Möglichkeit erhalten, am zukünftigen Erfolg der Airline teilzuhaben.
Führungswechsel und strategische Neuausrichtung
Im Vorfeld des Börsengangs hat Virgin Australia zudem eine Reihe von Management- und Vorstandsänderungen bekanntgegeben. Dazu gehört die Ernennung von Peter Warne zum unabhängigen, nicht-geschäftsführenden Vorsitzenden. Herr Warne, ehemals Vorsitzender der Macquarie Group Limited, ist bereits seit April 2025 als nicht-geschäftsführendes Vorstandsmitglied bei Virgin Australia tätig. Der amtierende CEO von Virgin Australia, Dave Emerson, wurde als geschäftsführendes Vorstandsmitglied in den Vorstand aufgenommen. Darüber hinaus wurde die erfahrene Unternehmensdirektorin Melinda Conrad als unabhängige, nicht-geschäftsführende Direktorin und Vorsitzende des Vergütungs-, Nominierungs-, Personal- und Kulturausschusses berufen.
Der designierte Vorsitzende Peter Warne äußerte sich optimistisch: „Nachdem wir erhebliche Fortschritte bei der Transformation von Virgin Australia erzielt haben und mit der Unterstützung des führenden globalen Luftfahrtkonzerns Qatar Airways Group als strategischem Investor, halten wir es nun für angebracht, das Unternehmen in eine börsennotierte Gesellschaft umzuwandeln.“ Er betonte, daß dies neuen Investoren die Gelegenheit biete, am Erfolg von Virgin Australia teilzuhaben, während die Fluggesellschaft in eine neue Phase eintrete. Auch CEO Dave Emerson hob hervor, daß Virgin Australia ein „einfaches, fokussiertes Geschäft mit einem transformierten operativen und kommerziellen Modell“ sei und man eine klare Strategie sowie ein hervorragendes Team habe, das den Kunden „wunderbare Flugerlebnisse“ biete.
Stärkung durch Qatar Airways und Flottenausbau
Virgin Australia ist die zweitgrößte Fluggesellschaft Australiens und befördert jährlich rund 20 Millionen Passagiere. Die Fluggesellschaft, die 2021 unter der Ägide von Bain Capital aus der Insolvenz gerettet und revitalisiert wurde, operiert als Billigfluggesellschaft. Ihre Flotte umfaßt mehr als 100 Flugzeuge, die auf 76 Routen zu 38 nationalen und kurz- bis mittelstrecken-internationalen Zielen eingesetzt werden.
Ein entscheidender Faktor für die aktuelle Stärkung der Airline ist die Partnerschaft mit Qatar Airways. Im Februar 2025 erhielt der lang erwartete Kauf einer Minderheitsbeteiligung von 25 Prozent durch Qatar Airways die Genehmigung des australischen Foreign Investment Review Board (FIRB). Diese Zustimmung erfolgte am 27. Februar 2025 durch eine Ankündigung des Bundeskassenwarts und folgte einer positiven Stellungnahme der Australian Competition and Consumer Commission (ACCC). Mit der vollständigen Umsetzung der Partnerschaft kooperieren die beiden Fluggesellschaften nun bei über 650 Zielen weltweit. Ab Ende Juni 2025 wird Virgin Australia auch eigene Langstrecken-Dienste zwischen Australien und Doha aufnehmen. Dies wird durch eine Wet-Lease-Vereinbarung mit Qatar Airways für Boeing 777-300ER Flugzeuge ermöglicht, was eine Erweiterung des Flugangebots und der Reichweite von Virgin Australia darstellt.