Airbus A320 (Foto: International Aerospace Coatings).
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Volotea muss die Flotte verkleinern

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Die in Barcelona ansässige Fluggesellschaft Volotea leitet vor dem Hintergrund gestiegener Betriebskosten und hoher Finanzverbindlichkeiten ein umfassendes Sparprogramm ein. Wie aus Berichten spanischer Medien hervorgeht, plant das Management eine Reduzierung der aktiven Flugzeugflotte von derzeit 44 auf künftig 30 bis 35 Maschinen.

Ergänzend dazu soll die Belegschaft in der Unternehmenszentrale in Barcelona um rund 50 Mitarbeiter verkleinert werden. Parallel zu den operativen Einschnitten verhandelt die Fluggesellschaft mit ihren Gläubigern über die Neustrukturierung bestehender Kredite, darunter ein während der Corona-Pandemie gewährtes Darlehen der staatlichen Holdinggesellschaft SEPI in Höhe von 200 Millionen Euro. Die Notwendigkeit der Maßnahmen begründet das Unternehmen mit den stark gestiegenen Treibstoffkosten infolge der Konflikte im Nahen Osten, die das Betriebsergebnis mit schätzungsweise 150 Millionen Euro pro Jahr belasten.

Reduzierung der Flottenstärke und Personalabbau in der Unternehmenszentrale

Die geplante Verkleinerung der Flotte um bis zu 14 Flugzeuge stellt eine deutliche Kurskorrektur für den spanischen Billigflieger dar, der sich in den vergangenen Jahren vor allem auf Direktverbindungen zwischen europäischen Regionalflughäfen konzentriert hatte. Bislang wurden von Unternehmensseite keine genauen Angaben darüber gemacht, welche der zahlreichen operativen Basen in Südeuropa von den Flottenstreichungen betroffen sein werden. Neben Standorten in Spanien betreibt Volotea Basisstationen in Frankreich, Italien und Griechenland.

Der angekündigte Stellenabbau betrifft vorerst die Verwaltungsebene am Hauptsitz in Barcelona. Rund 50 Arbeitsplätze sollen dort im Rahmen der Kostenreduzierung eingespart werden. Ob in einem zweiten Schritt auch das fliegende Personal – Piloten und Kabinenbesatzungen – von Kapazitätsanpassungen betroffen sein wird, hängt von den endgültigen Entscheidungen über die Schließung oder Verkleinerung einzelner Basisstationen ab. Die Maßnahmen verdeutlichen den Druck auf die Ertragsmarge in einem von steigenden Betriebskosten geprägten Marktumfeld.

Verhandlungen über staatliche Hilfskredite und Kapitalbedarf

Ein zentraler Baustein der finanziellen Neuordnung sind die Verhandlungen mit den Gläubigern des Unternehmens. Im Mittelpunkt steht ein Kredit über 200 Millionen Euro, den Volotea im Jahr 2022 von der staatlichen spanischen Industrieholding Sociedad Estatal de Participaciones Industriales (SEPI) erhalten hatte. Dieser Kredit diente zur Abfederung der Umsatzeinbußen während der Pandemie, da das Unternehmen als wichtiger Verkehrsträger für den spanischen Tourismussektor eingestuft wurde. Ursprünglich war die Rückzahlung der Mittel bis zum Jahr 2029 vorgesehen. Volotea strebt nun eine Streckung der Tilgungsfristen an, um den kurzfristigen Liquiditätsdruck zu mindern.

Neben der Stundung von Altverbindlichkeiten sucht die Führung der Fluggesellschaft nach neuem Eigenkapital, um die finanzielle Basis langfristig abzusichern. Das Gründerteam um Carlos Muñoz und dessen Investmentgesellschaft Alaeo hat angekündigt, sich an einer anstehenden Kapitalerhöhung finanziell zu beteiligen. Die Suche nach frischem Kapital erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Fristen für die Bedienung der Schulden näher rücken.

Spekulationen um Partnergesellschaften und operative Hürden

Die finanzielle Schieflage führte in Branchenkreisen zu Spekulationen über eine mögliche Übernahme der Fluggesellschaft. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die griechische Aegean Airlines, die sich bereits bei einer früheren Finanzierungsrunde über eine Wandelschuldverschreibung beteiligt hatte und damit Zugriff auf bis zu 21 Prozent der Anteile an Volotea besitzt. Gerüchte über ein Übernahmeangebot für die verbleibenden Anteile wurden von der griechischen Fluggesellschaft jedoch dementiert.

Als Hauptursache für die aktuellen Schwierigkeiten führt Volotea die Entwicklung der Treibstoffpreise an. Nach Unternehmensangaben belaufen sich die Mehrkosten durch den Preisanstieg bei Kerosin auf rund 150 Millionen Euro jährlich. Zum Vergleich: Im Geschäftsjahr 2025 wies die Gesellschaft ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 47,4 Millionen Euro aus. Ein Versuch des Managements, die gestiegenen Kerosinkosten Anfang des Jahres 2026 über einen rückwirkend erhobenen Treibstoffzuschlag auf die Passagiere umzulegen, musste nach deutlicher Kritik von Kunden und Verbraucherschutzorganisationen wieder zurückgenommen werden.

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