Sukhoi SSJ-100 (Foto: Panfily).
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Vorfall in Scheremetjewo: Kollision zweier Großraumflugzeuge führt zu Flugverzögerungen

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Auf dem Rollfeld des Moskauer Internationalen Flughafens Scheremetjewo (SVO) ist es am Abend des 24. September 2025 zu einer Kollision zwischen zwei Passagierflugzeugen gekommen. Die Rossiya Airlines Sukhoi Superjet 100-95B stieß während des Rollvorgangs mit einem Airbus A330 der chinesischen Hainan Airlines zusammen.

Bei dem Vorfall, der sich gegen 20:30 Uhr Ortszeit ereignete, wurde das Seitenleitwerk des russischen Regionaljets beschädigt. Glücklicherweise blieben bei dem Zusammenstoß, der zu erheblichen Flugverspätungen führte, alle Insassen unverletzt. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die operationellen Herausforderungen in den engen Bewegungsbereichen großer internationaler Flughäfen.

Details des Zusammenstoßes und die betroffenen Maschinen

Der Zwischenfall ereignete sich, als die Rossiya Airlines-Maschine mit der Registrierung RA-89112 sich auf den Start für ihren Flug nach St. Petersburg (LED) vorbereitete. Nach Angaben russischer Medien kollidierte sie auf dem Rollfeld mit dem Airbus A330 von Hainan Airlines (B-1098).

Berichten zufolge traf der Airbus A330 während eines Manövers das Seitenleitwerk des Sukhoi Superjet. Augenzeugen berichteten, daß das Seitenruder des russischen Flugzeugs abgerissen wurde. Ein Sprecher der Rossiya Airlines bestätigte gegenüber russischen Medien die Beschädigung am Heck des Flugzeugs. Der Sukhoi Superjet hatte zum Zeitpunkt des Zusammenstoßes 84 Passagiere und fünf Besatzungsmitglieder an Bord. Der Airbus A330 beförderte 264 Passagiere. Die russische Föderale Agentur für Lufttransport bestätigte, daß bei der Kollision niemand verletzt wurde.

Die betroffenen Flugzeuge wurden umgehend aus dem Betrieb genommen. Die Sukhoi Superjet wurde für die Reparatur vom Rollfeld entfernt, und ihre Passagiere mußten auf ein Ersatzflugzeug umsteigen. Der Flug nach St. Petersburg verspätete sich dadurch um fast drei Stunden. Der Flugbetrieb konnte jedoch mit einem anderen Flugzeug fortgesetzt werden, und alle Reisenden erreichten ihr Ziel. Die Hainan Airlines A330 wurde ebenfalls für eine eingehende technische Inspektion stillgelegt, um mögliche Schäden festzustellen, die durch die Kollision entstanden sein könnten.

Ermittlungen und die Sicherheit auf dem Rollfeld

Die genaue Ursache der Kollision ist Gegenstand offizieller Ermittlungen. Zuständig ist die russische Luftfahrtbehörde, die untersucht, ob menschliches Versagen, eine Fehlfunktion der Technik oder eine unklare Anweisung der Flugsicherung zu dem Zusammenstoß geführt hat. Solche Kollisionen auf Rollfeldern („Runway Incursions“ oder „Ground Collisions“) sind in der Luftfahrtindustrie äußerst seltene, aber potenziell gefährliche Ereignisse. Sie stellen eine der größten Herausforderungen für die Betriebssicherheit an stark frequentierten Flughäfen dar.

Auf dem Moskauer Flughafen Scheremetjewo kam es aufgrund des Vorfalls kurzzeitig zu Einschränkungen im Rollverkehr. Der Flughafen konnte jedoch bereits am 25. September den normalen Betrieb wieder aufnehmen. Die schnelle Wiederherstellung der Operationen ist ein wichtiges Ziel der Flughäfen nach solchen Zwischenfällen, um größere Störungen des Flugplans zu vermeiden.

Die Untersuchung solcher Bodenkollisionen konzentriert sich typischerweise auf die Rolle der Piloten, die Anweisungen des Towers und die Beschilderung sowie Markierungen auf dem Rollfeld. Oft spielen komplexe Faktoren wie menschliche Fehler, mangelnde Situationswahrnehmung oder Kommunikationsprobleme eine Rolle. In Rußland unterliegen alle Zivilflugzeuge strengen Sicherheitsbestimmungen, und die Ergebnisse der Untersuchung werden mit großer Wahrscheinlichkeit dazu dienen, die Rollverfahren am SVO zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen.

Herausforderungen im internationalen Flugverkehr

Der Vorfall in Scheremetjewo betrifft Flugzeuge zweier verschiedener internationaler Fluggesellschaften – die russische Rossiya Airlines und die chinesische Hainan Airlines. Dies unterstreicht die Komplexität des Betriebs an großen internationalen Drehkreuzen. Der Airbus A330 von Hainan Airlines bedient in der Regel Langstreckenverbindungen und war wahrscheinlich auf einem Flug zwischen China und Rußland unterwegs, einem wichtigen Korridor im aktuellen geopolitischen Klima.

Für die Rossiya Airlines, eine wichtige Tochtergesellschaft der russischen Aeroflot, ist der Vorfall mit der Sukhoi Superjet 100 ein weiterer Dämpfer. Die Superjet 100, ein wichtiges Muster für die russische Luftfahrtindustrie, hatte in der Vergangenheit bereits mit verschiedenen technischen und operativen Schwierigkeiten zu kämpfen. Die Beschädigung des Seitenleitwerks erfordert nun eine aufwendige Reparatur, die die Verfügbarkeit der Maschine auf einem stark beanspruchten Inlandsnetz weiter einschränkt.

Der Vorfall in Moskau zeigt, daß trotz moderner Technik und strenger Vorschriften die Sicherheit auf den Rollfeldern großer Flughäfen eine ständige Herausforderung bleibt und alle beteiligten Akteure – von der Flugsicherung bis zu den Piloten – höchste Präzision erfordert.

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