Die US-amerikanische Luftfahrtbehörde hat der Nationalfluggesellschaft Fidschis, Fiji Airways, eine vorläufige Erweiterung ihrer Betreibergenehmigung für den US-Markt erteilt.
Die am 19. August 2026 gewährte Ausnahmebewilligung erlaubt dem Unternehmen die sofortige Aufnahme beziehungsweise den Ausbau von Linien- und Charterdiensten für Passagiere, Fracht und Post. Die Erlaubnis umfasst Routen von Punkten hinter Fidschi über den Inselstaat und Zwischenstopps in die USA und darüber hinaus. Zudem schließt sie reine Fracht- und Postdienste zwischen den USA und Drittstaaten ein. Die Ausnahmegenehmigung ist für zwei Jahre gültig oder bis der offizielle Antrag auf eine geänderte ausländische Luftfahrzeugbetreibergenehmigung (Foreign Air Carrier Permit) final entschieden ist.
Die erweiterte Befristung beruht auf dem zweiseitigen Luftverkehrsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und Fidschi, das im Jahr 2024 in Kraft getreten ist. Fiji Airways bedient im aktuellen Flugplan vier Ziele auf dem US-amerikanischen Festland sowie im Pazifikraum: Dallas/Fort Worth, Honolulu, Los Angeles International und San Francisco. Durch die erteilte Befugnis erhält die Airline mehr Flexibilität bei der Gestaltung von Umsteigeverbindungen und Frachtrouten im pazifischen Raum, da nun auch Verkehrsrechte für weiterführende Streckenpunkte genutzt werden können.
Der Vorstoß zur Ausweitung der Flugrechte erfolgt in einer Phase, in der Fiji Airways ihre Einbindung in globale Luftfahrtallianzen verstärkt. Die Fluggesellschaft nutzt das Drehkreuz am Flughafen Nadi zunehmend als Transferknotenpunkt für Passagiere aus Australien, Neuseeland und dem südpazifischen Raum mit Ziel Nordamerika. Durch die Möglichkeit, Fracht- und Passagierströme über Drittstaaten hinweg zu kombinieren, versucht die Fluggesellschaft, die Auslastung auf den langen Transpazifikrouten zu stabilisieren und Ausweichmöglichkeiten im Frachtverkehr zu etablieren.
Branchenanalysten verweisen jedoch darauf, dass der Ausbau des Nordamerika-Geschäfts mit Risiken verbunden ist. Auf den Strecken über den Pazifik steht Fiji Airways in starkem Wettbewerb mit US-amerikanischen Großflughäfen sowie etablierten Gesellschaften aus Australien und Neuseeland. Zudem erfordert die Ausschöpfung der erweiterten Verkehrsrechte eine entsprechende Flottenkapazität auf der Langstrecke, was die Airline bei betrieblichen Verzögerungen oder Engpässen in der Flugzeugversorgung vor logistische Herausforderungen stellen kann.