Beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat zum 1. Oktober 2026 ein Wechsel an der Spitze des Kontrollgremiums stattgefunden. Amparo Moraleda hat den Vorsitz des Verwaltungsrats übernommen und folgt damit auf René Obermann, der das Gremium acht Jahre lang leitete.
Obermann scheidet aus dem Airbus-Verwaltungsrat aus, um sich künftig auf seine Aufgaben als Vorsitzender des Aufsichtsrats beim Softwarekonzern SAP zu konzentrieren. Die Neubesetzung an der Spitze geht einher mit weiteren personellen Umstrukturierungen innerhalb des Aufsichtsgremiums.
Die neue Verwaltungsratsvorsitzende Amparo Moraleda verfügt über langjährige Erfahrung in Führungspositionen internationaler Konzerne. Sie war unter anderem für den Technologiekonzern IBM sowie das spanische Energieunternehmen Iberdrola tätig und gehörte bereits vor ihrer Berufung zur Vorsitzenden dem Kontrollgremium von Airbus an. Im Zuge der Rochade übernimmt Mark Dunkerley von Moraleda den Vorsitz des Nominierungs- und Governance-Ausschusses sowie die Rolle des leitenden unabhängigen Verwaltungsratsmitglieds.
Neben dem Wechsel an der Spitze wurden auch neue Mitglieder in den Verwaltungsrat berufen beziehungsweise für künftige Mandate nominiert. Christophe Fouquet, Vorstandschef des niederländischen Halbleiterausrüsters ASML, übernimmt das durch Obermanns Abgang frei gewordene Mandat für die verbleibende Amtszeit. Zudem soll Florent Menegaux, Chef des französischen Reifenherstellers Michelin, bei der Hauptversammlung im April 2027 für ein dreijähriges Mandat vorgeschlagen werden. Moraleda sowie das frühere BMW-Vorstandsmitglied Oliver Zipse streben bei der kommenden Aktionärsversammlung ebenfalls die Verlängerung ihrer Mandate an.
Branchenbeobachter werten die Berufung von Topmanagern aus der Halbleiter- und Automobilindustrie als Versuch, die industrielle Kompetenz des Gremiums im Bereich komplexer Lieferketten und technologischer Transformation zu stärken. Der europäische Flugzeugbauer steht weiterhin vor der Herausforderung, hohe Auftragsbestände abzuarbeiten und gleichzeitig bestehende Engpässe in den weltweiten Zulieferketten zu bewältigen.