Wegen chaotischer Zustände: Tui fordert von Flughäfen Schadenersatz

Boeing 737-800 (Foto: Chris Cauchi / MAviO News).
Boeing 737-800 (Foto: Chris Cauchi / MAviO News).

Wegen chaotischer Zustände: Tui fordert von Flughäfen Schadenersatz

Boeing 737-800 (Foto: Chris Cauchi / MAviO News).
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Passagiere sollen immer für alles Verständnis haben. Corona wird auch heute noch bei vielen Carriern aus Ausrede für Verspätungen und Streichungen herangezogen. Mittlerweile hat sich auch „Personalmangel am Flughafen“ schon gemausert. Kein „Verständnis“ will der Reisekonzern Tui aufbringen und will Schadenersatz von den Airports einfordern.

Allein in den Kalendermonaten Mai und Juni 2022 hatte der deutsche Tour Operator aufgrund von Flugunregelmäßigkeiten Mehrkosten in der Höhe von 75 Millionen Euro. Diese verhageltem dem Konzern gar einen möglichen Quartalsgewinn. Die Kosten für stark verspätete oder abgesagte Flüge bleiben bei der Airline hängen und davon hat Tui nun die Schnauze voll und will Schadenersatz von den Airports sehen.

Finanzchef Sebastian Ebel kündigte an, dass man an die Betreiber der Flughäfen herangetreten ist und von diesen entsprechende Kompensationen forderte. Im Mai und Juni 2022 waren primär Flughäfen im Vereinigten Königreich betroffen, jedoch seit dem Beginn der Sommerferien in zahlreichen deutschen Bundesländern fing sich Tuifly auch an den dortigen Airports erhebliche Verspätungen ein. Zum Teil war die Situation so prekär, dass viele Passagiere aufgrund enorm langer Warteschlangen vor der Sicherheitskontrolle ihren Flug gar nicht erreichen konnten.

Momentan urteilen Gerichte zumeist so, dass wenn der Fluggast die von der Airline empfohlenen Zeiten für die Ankunft am Airport, eventuelle Kofferabgabe und den Gang durch die Sicherheitskontrolle einhält, dass die Airline haftet, wenn man dennoch den Flug verpasst. Konsumentenschützer empfehlen, dass man alles genau dokumentieren und gegebenenfalls auch Selfie-Fotos machen sollte. Das Austauschen von Kontaktdaten mit anderen Betroffenen kann sinnvoll sein, da man dann im Streitfall Zeugen hat.

Unabhängig davon: Für Tui und andere Fluggesellschaften ist die Situation problematisch, denn für die Mehrkosten müssen die Airlines aufkommen. Je nachdem wie wichtig dem Anbieter die Kundenbeziehung ist desto intensiver kümmert dieser sich um die Einhaltung der Mindeststandards laut EU-VO 261/2004 oder schert sich nicht darum und überlässt die Betroffenen sich selbst. Die Anzahl der Sterne bzw. das Wort „Premium-Carrier“ sind im Fall einer Unregelmäßigkeit keine Garantie dafür, dass man im Problemfall einen Topservice bekommt. In den letzten Monaten hat sich mal wieder das genaue Gegenteil gezeigt.

Tui will die Mehrkosten nicht mehr selbst tragen und ist auch der Ansicht, dass sich das Chaos an den Flughäfen negativ auf die Neubuchungszahlen ausgewirkt habe. Finanzchef Ebel will nun gegen Flughäfen und andere Dienstleister „signifikante Schadensersatzforderungen geltend machen“.

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Amely Mizzi ist Executive Assistant bei Aviation Direct Malta in San Pawl il-Baħar. Zuvor war sie im Bereich Aircraft and Vessel Financing bei einem Bankkonzern tätig. Sie gilt als sprachliches Talent und spricht sieben Sprachen fließend. Ihre Freizeit verbringt sie am liebsten in Österreich auf der Schipiste und im Sommer an Mittelmeerstränden quasi vor der Haustür auf Gozo.

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