Airbus A220-300 (Foto: Airbus).
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Wegen Joint-Raucher am „Häusl“: JetBlue-Flug muss nach Boston zurückkehren

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Ein Flug der US-amerikanischen Fluggesellschaft JetBlue von Boston nach Tampa musste am 9. November 2025 kurz nach dem Start zum Boston Logan International Airport (BOS) umkehren. Der Grund für die Unterbrechung war eine schwerwiegende Störung an Bord, ausgelöst durch einen Passagier, der in einer Bordtoilette Marihuana rauchte. Die Flugbesatzung des Airbus A321-200 meldete den Vorfall und erklärte aufgrund der notwendigen Landung mit Übergewicht einen Luftnotfall. Der Vorfall führte zur Annullierung des Fluges sowie des nachfolgenden Rückflugs, was die Reisepläne zahlreicher Passagiere empfindlich störte und erhebliche Kosten für die Fluggesellschaft verursachte.

Der Vorfall, dokumentiert durch die veröffentlichten Aufzeichnungen des Fluglotsenfunks (ATC), ereignete sich an Bord von JetBlue Flug B61191. Die Piloten informierten das New York Center über ihre Absicht, umzukehren, nachdem der Rauch aus der Bordtoilette in die Kabine und möglicherweise in den Cockpitbereich gelangt war, was zur Beeinträchtigung von Besatzungsmitgliedern führte. Der Passagier, dessen Sitzplatz mit 1F angegeben wurde, wurde nach der sicheren Landung des Flugzeugs in Boston von der örtlichen Strafverfolgungsbehörde in Empfang genommen.

Der kritische Vorfall und die Notlandung

JetBlue Flug B61191 war eine tägliche Verbindung von Boston nach Tampa Bay International Airport. Am 9. November 2025 wurde der Flug mit dem Airbus A321-200 (Registrierung N907JB) durchgeführt. Die Maschine, die regulär 200 Passagiere aufnehmen kann, beförderte Berichten zufolge insgesamt 208 Insassen, darunter wahrscheinlich zwei zusätzliche Besatzungsmitglieder auf sogenannten Jumpseats.

Der Flug startete mit einer Verspätung von etwa drei Stunden. Weniger als eine Stunde nach dem Abheben meldete die Flugbesatzung den Vorfall der Flugverkehrskontrolle. Der Rauch des in der Toilette gerauchten Marihuanas breitete sich in der Kabine aus. Aufgrund der Nähe des beschuldigten Passagiers (Sitz 1F) war es wahrscheinlich die vordere Bordtoilette, die unmittelbar hinter der Business Class- oder Mint-Kabine liegt. Die Besatzung musste daher unmittelbar auf den Rauch reagieren.

Da der Airbus A321 nicht über die Fähigkeit verfügt, Treibstoff abzulassen (fuel dumping), forderte die Besatzung die Freigabe für einen Sinkflug an, um vor der Rückkehr nach Boston so viel Treibstoff wie möglich zu verbrennen. Trotz dieser Maßnahme musste das Flugzeug eine Landung mit Übergewicht (overweight landing) durchführen, da es das maximal zulässige Landegewicht überschritten hatte. Die Piloten erklärten folgerichtig einen Luftnotfall (Emergency), absolvierten Warteschleifen, um weiteres Gewicht zu reduzieren, und landeten schließlich sicher auf der Landebahn 15R in Boston, bevor sie zum Gate C19 im Terminal C rollten.

Konsequenzen und Betriebsunterbrechung

Nach der sicheren Landung in Boston wurde der störende Passagier, dem das Rauchen von Marihuana an Bord zur Last gelegt wird, von den zuständigen Strafverfolgungsbehörden in Empfang genommen. Die unmittelbare Folge des Vorfalls war die Annullierung des Fluges B61191 sowie des geplanten Rückflugs B61492 von Tampa nach Boston. Passagiere beider Flüge mussten auf andere Verbindungen umgebucht werden, was eine erhebliche logistische Herausforderung für JetBlue darstellte.

Das betroffene Flugzeug (N907JB) wurde für den Rest des Tages stillgelegt. Nach einer Landung mit Übergewicht sind umfassende Wartungsinspektionen vorgeschrieben, um potenzielle strukturelle Schäden am Fahrwerk oder anderen Komponenten auszuschließen. Zusätzlich musste das Flugzeug gereinigt werden, um alle Rückstände und Gerüche des Marihuanarauchens zu entfernen. Am nächsten Tag, dem 10. November, kehrte die Maschine mit einem Flug nach San Juan wieder in den aktiven Dienst zurück.

Die unmittelbaren Auswirkungen der Störung durch einen Einzelnen sind beträchtlich: Die Kosten für die Fluggesellschaft umfassen nicht nur die Treibstoffkosten für die Umleitung und das Halten in der Warteschleife, sondern auch die Kosten für die detaillierte Inspektion und Reinigung des Flugzeugs sowie die Kosten für die Umbuchung der gestrandeten Passagiere.

Die rechtlichen und persönlichen Folgen des Fehlverhaltens

Das Rauchen von Marihuana oder jeglicher Substanz an Bord eines kommerziellen Flugzeugs ist in den Vereinigten Staaten strengstens untersagt und stellt eine Verletzung des Bundesrechts dar. Unabhängig vom legalen Status der Substanz in einzelnen US-Bundesstaaten ist das Rauchen in der Luftfahrt, insbesondere in Bordtoiletten, aus Sicherheitsgründen (Brandgefahr) und aufgrund der Beeinträchtigung der Besatzung und anderer Passagiere strengstens verboten.

Die genauen juristischen Konsequenzen für den Passagier in Sitz 1F sind nicht bekannt, es ist jedoch wahrscheinlich, dass die Person mit einer erheblichen Geldstrafe und möglicherweise einer Freiheitsstrafe rechnen muss. Darüber hinaus kann die Fluggesellschaft zivilrechtliche Schritte einleiten und den Passagier für die entstandenen Kosten des Umleitungsmanövers und der Betriebsunterbrechung haftbar machen. Solche Personen riskieren nicht nur ein Flugverbot bei JetBlue, sondern unter Umständen auch ein generelles Flugverbot bei anderen US-Carriern.

Ein ähnlicher Vorfall ereignete sich im August 2025, als ein Passagier an Bord einer Boeing 737 MAX von United Airlines während einer Bodenverzögerung in einer Bordtoilette Marihuana rauchte. Auch dieser Vorfall führte zur Entfernung des Passagiers, einer viereinhalbstündigen Verspätung und der Notwendigkeit, dass die Piloten aufgrund des Rauchs die Kabine verließen.

Die Auswirkungen auf die Flugbesatzung sind ebenfalls gravierend: Piloten und Flugbegleiter unterliegen extrem strengen Drogen- und Alkoholkontrollen, und jeglicher Hinweis auf eine Beeinträchtigung kann das sofortige Karriereende bedeuten. Die Besatzung des Fluges B61191 musste nach der Landung in Boston möglicherweise medizinisch untersucht und befragt werden, wobei Fluglotsen-Audioberichte darauf hindeuten, dass die Piloten beim Sinkflug vorsorglich Sauerstoffmasken aufsetzten – ein starkes Indiz für die ernste Natur des Rauchproblems an Bord.

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