Wegen Personalmangel bei der Siko: 140 Passagiere in Karlsruhe gestrandet

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).
Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).

Wegen Personalmangel bei der Siko: 140 Passagiere in Karlsruhe gestrandet

Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden (Foto: Robert Spohr).
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Stolze 140 Passagiere konnten am Flughafen Karlsruhe/Baden-Baden am Montag nicht antreten, weil die Sicherheitskontrolle mit dem Passagieraufkommen völlig überfordert werden. Nur eine einzige Kontrolllinie war geöffnet. Verantwortlich für die Siko ist das Regierungspräsidium Stuttgart und nicht der Airport selbst.

Flughafenchef Uwe Kotzan bedauert im Gespräch mit dem SWR den Vorfall. Man entschuldigt sich gegenüber den Passagieren, verweist aber auch darauf, dass das Regierungspräsidum Stuttgart für die Sicherheitskontrollen verantwortlich ist. Diese hat die Durchführung an ein privates Unternehmen ausgelagert.

Dieses hatte mit Krankenständen zu kämpfen und somit ist es zu personellen Engpässen gekommen. Diese waren so gravierend, dass trotz starker Buchungslage nur eine einzige Kontrollinie offen war und auch an dieser ging es alles anderes als zügig voran. Auch Fluggäste, die enorm früh am Airport sind standen sich zwei Stunden und mehr die Beine platt und verpassten dennoch ihre Flüge.

Betroffen waren insgesamt vier Flüge von Ryanair. Kotzan betont gegenüber dem SWR, dass man sich bemüht habe jene Fluggäste, die nicht umgebucht werden konnten oder aber in Hotels untergebracht werden konnten, vorrangig durch die Siko zu „schleusen“. Gelungen ist das aber nicht in allen Fällen.

So kam es dazu, dass insgesamt 140 Passagiere von vier Flügen ihre Reise nicht antreten konnte. Ruhig und gelassen blieben diese nicht, denn vor der Sicherheitskontrolle soll es zu tumultartigen Zuständen gekommen sein. Sogar die Polizei musste einschreiten, jedoch beruhigen konnte diese die verärgerten Passagiere nicht.

Passagiere müssen in Hotels ausharren

Die betroffenen Fluggäste wurden von Ryanair in verschiedene Hotels gebucht und dort warten einige noch immer auf ihre Ersatzbeförderung. Man ist bemüht diese so rasch wie möglich an ihre Zielorte zu bringen, jedoch sieht der Carrier das Verschulden eindeutig am Boden und nicht bei der Airline. Das Regierungspräsidium Stuttgart, das die Verantwortung für die Sicherheitskontrolle trägt, spielt die Situation regelrecht herunter und meint lediglich, dass der Dienstleister Esa aus Krankheitsgründen nicht genügend Personal habe bereitstellen können. Man werde versuchen mit „einer Art Springertruppe“ für Abhilfe zu sorgen. Langfristig suche man mehr Personal, jedoch könne das noch einige Zeit dauern.

Flughafenchef Uwe Kotzan scheint nicht davon überzeugt zu sein, dass sich die untragbare Situation in Karlsruhe/Baden-Baden rasch verbessern wird. Im Radio-Interview mit dem SWR appelliert er an die Passagiere möglichst früh zum Airport und „nicht auf den letzten Drücker“ zu kommen. Eine Strategie zur Vermeidung solcher Situationen hat man übrigens noch nicht. Derzeit muss man erstmal die Ursachen evaluieren.

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