Welcome-Air-Nachfolger Aquiline von Gericht aufgelöst

Dornier 328 (Foto: Klaus Jahnel).
Dornier 328 (Foto: Klaus Jahnel).

Welcome-Air-Nachfolger Aquiline von Gericht aufgelöst

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Im Jänner 2019 wurde bekannt, dass die einstige Regionalfluggesellschaft Welcome Air von Aquiline, einem Unternehmen aus den Emiraten, das angeblich im Leasinggeschäft tätig ist, übernommen wurde. Eine große Frachtfluggesellschaft, die gar mit Boeing 747 fliegen sollte, kündigte man an. Geblieben ist eine Pleite, wobei das Konkursverfahren mangels Kostendeckung nicht einmal eröffnet werden konnte.

Die Aquiline Austria GmbH mit Sitz in Innsbruck kündigte noch im Oktober 2019 eine Frachtverbindung von Linz nach Rostock an. Damit sorgte man für Verwunderung in der Branche, denn es wurde daran gezweifelt, dass es wirklich einen Bedarf gibt. Skeptiker sollten recht behalten, denn die Route wurde nie aufgenommen.

Auch wurde nie auch nur ein einziges Frachtflugzeug in Österreich im von der Austro Control betriebenen Register eingetragen. Letztlich zog das Bundesverkehrsministerium den Stecker, denn die Betriebsgenehmigung wurde aus finanziellen Gründen entzogen. Mit der „OL“ war auch das AOC, das in Österreich die Austro Control erteilt, futsch.

Aquiline Austria GmbH musste bereits Mitte 2020 Konkurs anmelden. Laut Landesgericht Innsbruck reichte aber die vorhandene Masse nicht einmal aus, um das Verfahren eröffnen zu können. Daher wurde die Konkurseröffnung abgewiesen und das Gericht ordnete die Auflösung des Unternehmens an. „Die Gesellschaft ist infolge rechtskräftiger Abweisung eines Antrages auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens mangels kostendeckenden Vermögens aufgelöst“, ist im Beschluss des Landesgericht Innsbruck zu lesen, womit die langjährige Geschichte von Welcome Air ein unrühmliches Ende fand.

Die einstige Regionalfluggesellschaft ging aus der Ringler GmbH hervor, die im Jahr 2000 in Welcome Air Luftfahrt GmbH umbenannt wurde. Einige Jahre betätigte man sich mit Dornier 328 als Linienfluggesellschaft. Gemeinsam mit der Tyrol Air Ambulance und Air Alps bildete man die Welcome Aviation Group. Der Verkauf der Air Alps an einen ostdeutschen Rechtsanwalt brachte dem Carrier kein Glück, denn auch Air Alps wurde aus dem Firmenbuch gestrichen. Welcome Air ging an Aquiline und endete in einer Pleite, die mangels Masse abgewiesen wurde. Äußerst erfolgreich ist allerdings weiterhin Tyrol Air Ambulance in der Luft. Die TAA ist ein führender Anbieter im Bereich von Ambulanzflügen.

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Redakteur dieses Artikels:

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

jan.gruber@aviation.direct

Über den Redakteur

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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