Die private Bahngesellschaft Westbahn hat am 28. Februar 2026 mit einer feierlichen Premierenfahrt von Wien über Graz und Klagenfurt nach Villach den regulären Betrieb auf der Südstrecke eingeleitet.
Zum Einsatz kommen dabei drei fabrikneue Hochgeschwindigkeitszüge des Typs „Smile“ vom Schweizer Schienenfahrzeughersteller Stadler. Diese Züge sind für Geschwindigkeiten von bis zu 250 km/h ausgelegt und stellen derzeit die schnellsten im regulären Reiseverkehr eingesetzten Garnituren in Österreich dar. Mit der Nutzung der neu errichteten Koralmbahn verkürzt sich die Reisezeit zwischen der steirischen Landeshauptstadt Graz und Klagenfurt massiv, was den Wirtschaftsstandort Südösterreich enger an das nationale Schienennetz bindet.
Die Expansion der Westbahn in den Süden erfolgt vor dem Hintergrund der vollständigen Inbetriebnahme der Koralmstrecke, die als eines der bedeutendsten Infrastrukturprojekte der vergangenen Jahrzehnte gilt. Während die Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) weiterhin den Taktverkehr dominieren, sorgt der Markteintritt des privaten Konkurrenten für eine Ausweitung des Platzangebots und eine höhere Frequenz auf der Relation zwischen Wien und Kärnten. Die neuen Stadler-Züge verfügen über eine moderne Innenausstattung in einer Drei-Klassen-Konfiguration und bieten barrierefreie Einstiege sowie ein verbessertes WLAN-System für Geschäftsreisende. Die strategische Entscheidung der Westbahn-Eigentümer rund um Hans Peter Haselsteiner, auf der Südstrecke Fuß zu fassen, unterstreicht das enorme Fahrgastpotenzial durch die Neubaustrecke.
Ein besonderes Merkmal der neuen Verbindung ist die enge Kooperation mit regionalen Institutionen. Die eingesetzten Züge fungieren durch eine spezielle Außenfolierung als mobile Werbeträger für bedeutende Kärntner Kultureinrichtungen, darunter das Museum Moderner Kunst und das Stadttheater Klagenfurt. Während der Jungfernfahrt wurde das Bordkonzept durch künstlerische Darbietungen in den einzelnen Waggons präsentiert, wobei das Ziel verfolgt wird, die Reisezeit durch zusätzliche Serviceinhalte aufzuwerten. Politische Vertreter aus Land und Gemeinden betonten beim Festakt in Villach, dass die zusätzliche Konkurrenz auf der Schiene die Qualität des öffentlichen Verkehrs steigere und Kärnten als Arbeits- und Lebensraum attraktiver mache. Ab März 2026 wird die Westbahn täglich mehrere Verbindungen in den Süden anbieten und damit das bisherige Monopol auf dieser Strecke aufbrechen. Die Investitionen in das Rollmaterial des Typs „Smile“ – technisch als Stadler EC250 bekannt – markieren einen technologischen Sprung, da diese Züge ursprünglich für den internationalen Verkehr durch den Gotthard-Basistunnel entwickelt wurden. Durch die Stationierung und Wartung der Züge entstehen zudem neue Synergien im österreichischen Bahnsektor. Die Fahrgäste profitieren künftig von kürzeren Intervallen und einem verstärkten Wettbewerb um Servicequalität und Ticketpreise auf der Achse Wien-Graz-Klagenfurt-Villach.