Die deutsche Ferienfluggesellschaft Sundair erweitert für die laufende Herbstsaison 2026 ihre operativen Flugkapazitäten durch die Anmietung von zwei zusätzlichen Passagierflugzeugen der Baureihe Boeing 737-800.
Wie aus Luftfahrtdaten von CH-Aviation.com hervorgeht, kommen die Maschinen im Rahmen von ACMI-Vereinbarungen (Aircraft, Crew, Maintenance, Insurance) von der polnischen Chartergesellschaft Enter Air sowie von der irischen Partnergesellschaft Fly4 Airlines zum Einsatz. Der operative Flugbetrieb mit den beiden geleasten Einheiten wurde Anfang Oktober 2026 an den deutschen Flughafenstandorten Leipzig/Halle und Hamburg aufgenommen. Mit diesem Schritt sichert die Fluggesellschaft ihr Streckennetz in einer Phase erhöhter Nachfrage ab und setzt dabei auf eine Kooperation mit Unternehmen der Enter-Air-Gruppe.
Flottenüberführungen und Aufnahme des Passagierbetriebs
Die Stationierung der beiden geleasten Verkehrsflugzeuge erfolgte nach Auswertung der Positionsdaten Ende September sowie Anfang Oktober 2026. Das Flugzeug der Fly4 Airlines mit dem Luftfahrzeugkennzeichen EI-FFD und der Herstellerseriennummer MSN 40944 wurde am 30. September 2026 vom britischen Flughafen London Luton an den Flughafen Leipzig/Halle überführt. Bereits am darauffolgenden Tag, dem 1. Oktober 2026, nahm die Maschine den regulären Passagierflugbetrieb für Sundair auf.
Die zweite Maschine, eine Boeing 737-800 der Enter Air mit dem Kennzeichen SP-ESE (MSN 30688), wurde am 1. Oktober 2026 vom polnischen Flughafen Katowice Pyrzowice zum Flughafen Hamburg verlegt. Der erste kommerzielle Linieneinsatz unter Sundair-Flugnummer erfolgte am 2. Oktober 2026. Beide Flugzeuge ergänzen die bestehende Teilflotte der Sundair, zu der unter anderem ein dauerhaft angemieteter Airbus A319-100 mit der Registrierung 9A-BER von der kroatischen Tochtergesellschaft Fly Air41 Airways gehört.
Hintergrund der Partnerschaft mit Enter Air und Fly4 Airlines
Die Kooperation mit Fly4 Airlines stellt eine Wiederholung der Zusammenarbeit aus dem Vorjahr dar. Das irische Unternehmen, bei dem es sich um ein Joint Venture handelt, an dem Enter Air 51 Prozent und die TUI Group 49 Prozent der Anteile halten, bestätigte die erneute Vereinbarung Anfang Oktober 2026 über soziale Medien. Die Verträge unterstreichen die enge Verflechtung der Beteiligten im europäischen ACMI-Markt, da sowohl die polnische Enter Air als auch die irische Fly4 Airlines derselben Unternehmensgruppe zuzurechnen sind.
Für Sundair bietet das ACMI-Leasing eine Möglichkeit, Spitzen im Passagieraufkommen während der Schulferien im Oktober flexibel abzudecken, ohne langfristige Eigentums- oder Leasingsverpflichtungen für eigenes Fluggerät einzugehen. Das Geschäftsmodell von ACMI-Anbietern umfasst die vollständige Bereitstellung von Fluggerät, Flugpersonal, Wartung und Versicherung, sodass der Auftraggeber lediglich die kommerzielle Auslastung, die Streckenrechte sowie die Treibstoff- und Flughafengebühren verantwortet.
Operative Ausrichtung und Flottenstruktur im deutschen Ferienflugmarkt
Sundair betreibt von ihren Heimatbasen an deutschen Flughäfen wie Berlin-Brandenburg, Bremen, Dresden, Kassel-Calden, Leipzig/Halle und Münster/Osnabrück vorrangig Flüge zu Urlaubszielen im Mittelmeerraum, auf den Kanarischen Inseln sowie am Roten Meer. Die Flotte der Airline besteht im Eigenbesitz beziehungsweise Stamm-Leasing primär aus Flugzeugen der Airbus-A320-Familie.
Die temporäre Integration von Maschinen der Baureihe Boeing 737-800 bringt operative Besonderheiten bei der Abwicklung am Boden mit sich, ermöglicht der Fluggesellschaft jedoch die Bereitstellung zusätzlicher Sitzplatzkapazitäten. Branchenbeobachter werten den kurzfristigen Einsatz von Fremdgerät als Reaktion auf die veränderte Nachfragesituation im deutschen Reisemarkt, wo Chartergesellschaften im Herbst verstärkt auf flexible Flottenkonzepte zurückgreifen, um Flugausfälle zu vermeiden und die Pünktlichkeit im Gesamtsystem zu gewährleisten.