Office Park 4 am Flughafen Wien (Foto: Flughafen Wien AG / Pepo Schuster, austrofocus.at).
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Wien: Branchenanalysen und Standortdebatten auf dem 24. Luftfahrtsymposium

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Am 24. September 2026 kamen auf dem 24. Luftfahrtsymposium der Aviation Industry Austria (AIA) rund 250 Vertreter aus Luftfahrtunternehmen, Industrie, Wissenschaft, Politik und Verwaltung am Flughafen Wien zusammen.

Unter dem Leitmotiv der Standortstärkung in Phasen internationaler Krisen erörterten die Konferenzteilnehmer Rahmenbedingungen für die österreichische Luftfahrtstrategie 2040+. Der Branchenverband präsentierte im Rahmen der Tagung ein Positionspapier mit zehn Schwerpunkten, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts, die Resilienz von Flugsicherungs- und Transportketten sowie die Forschungskooperationen zu unterstützen. Begleitet wurde das Symposium von einer turnusmäßigen Umbesetzung in der Führung des Dachverbandes: FACC-Chef Robert Machtlinger übernahm das Amt des AIA-Präsidenten von Flughafen-Wien-Vorstand Julian Jäger, der fortan die Position des Vizepräsidenten bekleidet.

Standortparameter und rückläufige Passagierzahlen an österreichischen Flughäfen

Die Debatten auf dem Symposium standen unter dem Eindruck veränderter Kennzahlen im Passagierverkehr. Nach Angaben des Flughafen-Wien-Vorstands Julian Jäger wiesen die sechs österreichischen Verkehrsflughäfen im ersten Halbjahr ein Passagierminus von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf. Am Flughafen Wien lag das Aufkommen im Zeitraum von Jänner bis August um vier Prozent unter dem Wert des Vorjahres, wobei der August einen Rückgang von 6,9 Prozent verzeichnete.

Als wesentlicher Hemmschuh für die Erholung des Luftverkehrsstandorts wird seitens der Fluggesellschaften und Flughafenbetreiber die staatliche Flugabgabe angeführt. Der Verband fordert eine deutliche Senkung oder die vollständige Streichung dieser fiskalischen Belastung, um Nachteile gegenüber ausländischen Drehkreuzen auszugleichen. Zudem wirken sich die Sperrung von Lufträumen infolge des Krieges in der Ukraine sowie die Unsicherheiten im Nahen Osten auf die Routenführung und die Betriebskosten der im Land ansässigen Fluggesellschaften aus.

Impulse für die nationale Luftfahrtstrategie 2040+

Bundesminister Peter Hanke (BMIMI) betonte in seiner Eröffnungsrede die Verflechtung von Luftfahrt-, Technologie- und Industriepolitik. Angesichts globaler Krisen gelte es, die Rahmenbedingungen für Zulieferer, Fluggesellschaften und Infrastrukturbetreiber aufeinander abzustimmen. Das von AIA-Geschäftsführer Peter Malanik vorgestellte Zehn-Punkte-Papier bündelt die Forderungen der Privatwirtschaft an die Luftfahrtstrategie 2040+.

Die zehn Schwerpunkte adressieren unter anderem die Sicherung der internationalen Anbindung Österrreichs, die Modernisierung der Flugsicherungsinfrastruktur durch die Austro Control sowie den Schutz vor Lieferkettenunterbrechungen bei kritischen Luftfahrtkomponenten. Zudem spricht sich der Verband für eine verstärkte Förderung von Forschungs- und Innovationsprojekten im Bereich der Luftfahrttechnik aus, um heimischen Zulieferbetrieben den Zugang zu internationalen Konsortien zu erleichtern.

Rolle der Zulieferindustrie und internationaler Perspektiven

An den Fachdiskussionen nahmen Vertreter des gesamten Luftfahrt-Ökosystems teil. Neben Fluggesellschaften wie Austrian Airlines und easyJet brachten Führungskräfte von Technologieunternehmen wie Schiebel, Airbus und Turbulence Solutions ihre Positionen ein. Auch Vertreter internationaler Organisationen, darunter Eurocontrol und die International Air Transport Association (IATA), schilderten die europäischen Herausforderungen im Luftraummanagement.

Der Wechsel an der Verbandsspitze unterstreicht die gewachsene Rolle der industriellen Fertigung innerhalb der österreichischen Luftfahrt. Robert Machtlinger steht als Vorstandsfecht der FACC AG für einen Konzern der Leichtbau- und Komponentenfertigung, der als Zulieferer für internationale Flugzeugbauer agiert. Die Zusammenführung von Verkehrsinfrastruktur, Flugbetrieb und Industrieproduktion unter dem Dach der AIA soll der Interessenvertretung gegenüber Politik und europäischen Behörden mehr Gewicht verleihen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie die eingebrachten Impulse im Rahmen der Gesetzgebung und der Strategieentwicklung der Bundesregierung Berücksichtigung finden.

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