Der Flughafen Wien präsentiert mit dem bevorstehenden Winterflugplan 2025/2026, gültig vom 26. Oktober 2025 bis zum 29. März 2026, ein stark erweitertes und neu ausgerichtetes Streckennetz. Charakterisiert durch eine signifikante Zunahme der Langstreckenverbindungen, die Rückkehr etablierter Fluggesellschaften und eine strategische Kapazitätserweiterung auf Kurz- und Mittelstrecken, festigt der Wiener Airport seine Position als zentrales Drehkreuz in Zentraleuropa.
Die Reisenden profitieren von einer noch nie dagewesenen Vielfalt: insgesamt stehen 21 Fernreiseziele zur Auswahl, ergänzt durch ein dichtes Netz an Verbindungen in den Süden Europas, den Nahen Osten und den asiatischen Raum. Die positive Entwicklung der Verkehrszahlen am Standort Wien, der im August 2025 den passagierstärksten Monat seiner Geschichte verzeichnete, unterstreicht die Notwendigkeit dieser Expansion. Die strategische Stärkung der internationalen Erreichbarkeit Österreichs durch zuverlässige Airline-Partner ist ein zentrales Element des aktuellen Flugplans.
Starke Präsenz von Austrian Airlines und neue Akzente
Austrian Airlines (aua), die nationale Fluggesellschaft Österreichs, bildet mit bis zu 101 Destinationen das Rückgrat des Winterflugplans. Die Airline setzt in der kommenden Saison auf eine Kombination aus traditionell starker Fernstrecke und einer gezielten Kapazitätserweiterung im Kurzstreckensegment, insbesondere in den beliebten Sonnenzielen.
Zum Start des Flugplans, der mit der Herbstferienwoche zusammenfällt, bietet Austrian Airlines 100 zusätzliche Flüge zu stark nachgefragten Zielen wie Palma de Mallorca, Malaga, Valencia, Ibiza, Porto, Palermo, Lamezia Terme, Larnaca, Split und Dubrovnik an. Diese Fokussierung auf den südeuropäischen Markt dient der Abdeckung der anhaltend hohen Nachfrage nach Urlaubszielen außerhalb der Hauptsaison.
Ein bemerkenswertes Comeback feiert Dubai, das Austrian Airlines ab dem 1. Dezember 2025 erstmals seit zehn Jahren wieder anfliegt. Die Strecke wird fünfmal wöchentlich bedient, wobei die Fluggesellschaft einen unkonventionellen Ansatz wählt: Die Verbindung soll mit Maschinen des Typs Airbus A320neo geflogen werden. Dieses Vorgehen gilt in der Branche als Experiment, um die Wirtschaftlichkeit der Strecke neu zu bewerten und den Fokus auf preisbewusste Reisende zu legen. Die Entscheidung, auf Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge zurückzugreifen, ist auf die Verfügbarkeit innerhalb der Flotte zurückzuführen und ermöglicht eine flexible Nutzung der Kapazitäten.
Auf der klassischen Langstrecke verstärkt Austrian Airlines ihre Präsenz im Indischen Ozean und in Asien. Nonstop-Flüge zu den Malediven werden täglich angeboten, und nach Mauritius sind zur Spitzenreisezeit bis zu fünf wöchentliche Verbindungen geplant. Die Strecke nach Bangkok erhält eine deutliche Aufstockung auf zweimal täglich. Darüber hinaus werden die nordamerikanischen Ziele Montreal, New York (JFK und Newark), Boston, Chicago (mit saisonaler Unterbrechung) und Washington ganzjährig beibehalten. Ein stabiles Langstreckenangebot ist essentiell für die Hub-Funktion des Flughafens Wien und die Anbindung Österreichs an globale Wirtschaftszentren.
Rückkehr von SAS und Konsolidierung auf der Kurzstrecke
Der Winterflugplan bringt wichtige Veränderungen im europäischen Streckennetz mit sich. Ein bedeutendes Ereignis ist die Rückkehr von Scandinavian Airlines (sas) nach Wien nach sieben Jahren Abwesenheit. Ab dem 26. Oktober 2025 fliegt SAS bis zu zwölfmal wöchentlich die Verbindung nach Kopenhagen. Kopenhagen gilt als wichtiges nordeuropäisches Drehkreuz, und die neue Verbindung verbessert die Anbindung Skandinaviens an Wien erheblich, was sowohl für Geschäftsreisende als auch für Transitpassagiere von Bedeutung ist. Diese Rückkehr stärkt den Wettbewerb auf der Skandinavien-Route und bietet Passagieren zusätzliche Umsteigemöglichkeiten in das globale Netzwerk von SAS.
Gleichzeitig erweitert Condor ihre Präsenz am Wiener Standort und erhöht die Frequenzen nach Frankfurt auf dreimal täglich. Frankfurt dient als wichtiges Tor zu zahlreichen Langstreckenzielen in der Karibik (Punta Cana, Cancun), den Vereinigten Staaten (Seattle, San Francisco) und Südafrika (Johannesburg), wodurch Wiener Reisenden eine größere Auswahl an Fernreisezielen mit nur einem Umstieg zur Verfügung steht.
Der spanische Flag-Carrier Iberia setzt seine erhöhten Frequenzen nach Madrid fort und verbindet Wien bis zu 23 Mal pro Woche mit der spanischen Hauptstadt. Zudem bedient easyJet den Flughafen Wien saisonal über die Weihnachtszeit mit Flügen zu Zielen wie Basel, Bordeaux, Bristol, Liverpool und London-Gatwick.
Das Langstreckensegment: Asien und Naher Osten im Fokus
Die Attraktivität des Flughafens Wien als Tor zu Fernzielen wird durch die breite Palette an Interkontinentalverbindungen unterstrichen. Insgesamt 21 Langstreckenziele stehen im Winter zur Verfügung, was die erfolgreiche Erholung des Fernreiseverkehrs, insbesondere nach Asien, widerspiegelt. Die Passagierzahlen auf asiatischen Routen haben sich nach der Wiederaufnahme und Neuaufnahme von Verbindungen deutlich erhöht.
Der Nahe Osten ist durch wichtige Verbindungen prominent vertreten: Emirates bietet weiterhin zweimal täglich Flüge nach Dubai an, Qatar Airways fliegt zweimal täglich nach Doha, und Etihad Airways bedient Abu Dhabi. Hinzu kommt die ganzjährige Direktverbindung von Saudia nach Riad sowie der tägliche Flug von Air Arabia nach Sharjah.
Im Fernen Osten sichern mehrere asiatische Fluggesellschaften eine hohe Konnektivität: All Nippon Airways verbindet Wien dreimal wöchentlich mit Tokio, Korean Air dreimal wöchentlich mit Seoul. Die chinesischen Destinationen Shenzhen und Chengdu werden von Hainan Airlines bzw. Air China (fünfmal wöchentlich nach Peking) bedient. EVA Air und China Airlines stellen vier wöchentliche Flüge nach Taipeh und Bangkok bereit. Scoot, eine Low-Cost-Tochtergesellschaft, fliegt dreimal pro Woche nach Singapur. Diese umfassende Abdeckung des asiatischen Kontinents ist für Österreichs Rolle im internationalen Handel und Tourismus von entscheidender Bedeutung.
Der Rückzug von Wizz Air und die Marktdynamik
Eine wesentliche Veränderung im Low-Cost-Segment des Winterflugplans ist die angekündigte Schließung der Basis der ungarischen Billigfluglinie Wizz Air in Wien. Die Airline wird ihren Standort schrittweise bis Mitte März 2026 aufgeben. Die Entscheidung, die Wien-Basis zu schließen, wird von Wizz Air mit gestiegenen Kosten in Österreich, insbesondere höheren Flughafenentgelten, Steuern und Bodenabfertigungskosten, begründet. Die Fluggesellschaft verfolgt eine strategische Neuausrichtung auf ihre Kernmärkte in Mittel- und Osteuropa, wobei andere Basen, beispielsweise im benachbarten Bratislava, von einer Expansion profitieren könnten. Die Schließung der Wizz Air Basis, die seit 2018 in Wien ansässig war und zuletzt 28 Routen bediente, führt zwar zum Wegfall einiger Verbindungen. Jedoch wurde bereits im Rahmen des neuen Winterflugplans die Präsenz von Ryanair, dem größten Billigfluganbieter am Standort, gefestigt. Ryanair bedient mit einer Flotte von 16 Flugzeugen weiterhin 53 Destinationen, darunter wichtige Wintersonnenziele wie die Kanarischen Inseln (Gran Canaria, Teneriffa, Fuerteventura, Lanzarote) und beliebte Metropolen wie London, Madrid und Barcelona. Die Aufstockung der Ryanair-Frequenzen nach Niš in Serbien ist zudem ein wichtiger Ausgleich im Segment der osteuropäischen Verbindungen. Der Flughafen Wien agiert weiterhin im Spannungsfeld des hart umkämpften europäischen Luftverkehrsmarktes, in dem Fluggesellschaften ihre Strategien zur Kostenkontrolle und Flottenverteilung laufend anpassen.