Wien: Zoll vereitelte “Bargeld-Export” eines Steuerschuldners

Bargeld (Foto BMF/Zoll).
Bargeld (Foto BMF/Zoll).

Wien: Zoll vereitelte “Bargeld-Export” eines Steuerschuldners

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Ein Reisender, der am 7. Mai 2021 von Wien-Schwechat nach Kairo fliegen wollte, wurde vom österreichischen Zoll um 97.510 Euro erleichtert. Pikant an der Sache: Laut Aussendung der Behörde soll der Mann in Österreich Steuerschulden in der Höhe von rund 100.000 Euro gehabt haben.

Das Finanzministerium erklärt, dass der Passagier vor dem Abflug am Gate im Rahmen einer Stichprobenkontrolle von Zöllnern kontrolliert wurde. Dabei wurde er insbesondere nach Bargeld befragt und gab an, dass er 3.000 Euro cash dabei habe. Die Beamten waren offensichtlich misstrauisch und kontrollierten den Reisenden genauer.

Im Zuge der Amtshandlung gab der Mann dann plötzlich an, dass er 70.000 Euro dabei habe. Letztlich fanden die Zöllner stolze 97.510 Euro in bar. Diese sollen in Sparkassen-Umschlägen verpackt gewesen sein. Aufgeteilt war das Bargeld in einer Bauchtasche sowie im Handgepäcksstück des Reisenden.

100.000 Euro Steuerschulden beim Finanzamt, 97.510 vom Zoll gestellt

Das Geld wäre teils privates Vermögen, teils Erlöse seiner drei Firmen, wie der in der Transport- und Immobilienbranche tätige Unternehmer bekannt gab. Er wolle damit Waren für eben diese Firmen ankaufen. Die Ermittlungen der Zöllner ergaben, dass das Steuerkonto der Transportfirma einen Saldo von rund 100.000 Euro auswies. Auch den Kollegen des betrieblichen Veranlagungsteams der zuständigen Dienststelle Graz-Stadt des Finanzamts Österreich war der Mann bekannt – er machte regelmäßig den Vorsteuerabzug geltend. Überdies arbeitete er oftmals mit Bauunternehmen zusammen, die ebenfalls auffallend hohe Steuerrückstände aufwiesen.

In Zusammenarbeit der beteiligten Finanz- und Zollstellen erging kurzfristig der Vollstreckungsauftrag der Steuerschuld des Finanzamtes an die Zollstelle. 90.900 Euro des mitgeführten Bargelds wurden vor Ort gepfändet.

Für Reisende mit 10.000 Euro oder mehr an Barmitteln besteht Anmeldepflicht beim Zoll, sobald die Grenzen in die EU bzw. aus der EU überschritten werden. Aufgrund der Verletzung von Verpflichtungen im Bargeldverkehr gem.§ 48b FinstrG wurde eine Geldstrafe in Höhe von 5.500 Euro eingehoben.

„Die Bekämpfung illegaler Geldbewegungen dient insbesondere dem Kampf gegen Geldwäsche und gegen die Finanzierung von Terrorismus. Das sind mir wichtige Anliegen, genauso wie faire und gleiche Wettbewerbsverhältnisse sowie die Gleichmäßigkeit der Besteuerung in Österreich sicherzustellen“, so Finanzminister Gernot Blümel, der den bemerkenswerten Aufgriff weiter kommentiert: „Steuerschulden beim Finanzamt aufzubauen, aber gleichzeitig das Geld ins Ausland bringen zu wollen, verstehe ich nicht darunter! Zoll und Finanzamt haben ausgezeichnet zusammengearbeitet und schnell und richtig gehandelt“.

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