An der Schnittstelle von Reise und Kultur hat der Flughafen Wien ein neues, ambitioniertes Projekt ins Leben gerufen: die „VIP Terminal Art Lounge“. Mit der Eröffnung der ersten Ausstellung, die eine Auswahl zeitgenössischer österreichischer Künstler präsentiert, positioniert sich der Flughafen nicht mehr nur als Verkehrsknotenpunkt, sondern auch als prominenter Ort der Kunstvermittlung.
Das in Zusammenarbeit mit dem Kulturmanager Gerhard Krispl und der Galeristin Elisabeth Melichar entwickelte Konzept zielt darauf ab, einem exklusiven, internationalen Publikum ausgewählte Werke von namhaften österreichischen Künstlern zu präsentieren. Der Flughafen Wien möchte damit seinen Status als „Visitenkarte“ des Landes unterstreichen und Reisenden schon vor dem Abflug einen Einblick in die reiche Kunstszene Wiens bieten. Die Premiere der halbjährlich wechselnden Schau ist ein klares Statement für die Bedeutung von Kultur im öffentlichen Raum.
Kunst als internationale Visitenkarte: Ein globaler Trend erreicht Wien
Die Integration von Kunst in den Flughafenbetrieb ist ein weltweit wachsender Trend. Große internationale Drehkreuze haben längst erkannt, daß Kunst das Reiseerlebnis erheblich bereichern und das Image eines Landes verbessern kann. Flughäfen wie der Amsterdamer Schiphol, der mit einem Annex des Rijksmuseums lockt, oder der Flughafen Singapur Changi, der für seine Installationen und Gärten weltberühmt ist, setzen Kunst gezielt ein, um sich von der Konkurrenz abzuheben. Sie schaffen damit nicht nur ein angenehmeres Ambiente, sondern projizieren auch eine klare kulturelle Identität.
Der Flughafen Wien reiht sich nun in diese Riege ein, mit dem Unterschied, daß er den Fokus klar auf österreichische Kunst legt. Diese strategische Entscheidung verwandelt den VIP Terminal in eine dynamische Galerie, die die Kreativität des Landes an einem Ort zur Schau stellt, wo Menschen aus allen Teilen der Welt zusammenkommen. Das Ziel ist es, die Aufmerksamkeit auf die Kunst zu lenken und neue, internationale Sammler und Kunstinteressierte zu erreichen.
Im Herzen des kulturellen Lebens: Die kuratorische Handschrift der Galerie Smolka Contemporary
Die kuratorische Verantwortung für die „Art Lounge“ liegt in den Händen der Wiener Galerie Smolka Contemporary. Die Galerie, die sich seit den 1950er-Jahren im ersten Wiener Gemeindebezirk befindet, hat sich auf zeitgenössische Kunst spezialisiert. Für die erste Ausstellung wurde eine Auswahl von Künstlern getroffen, die das breite Spektrum aktueller Positionen in Österreich repräsentieren. Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf der Generation der „Jungen Wilden“ aus den 1980er-Jahren. Zu dieser Bewegung gehörten Künstler wie Alois Mosbacher, Hubert Schmalix und Walter Vopava, die sich damals von der intellektuellen Konzeptkunst der 1970er-Jahre abwendeten. Sie bevorzugten eine ausdrucksstarke, ideologisch unverkrampfte Malerei und Skulptur, die wieder das Emotionale und die narrative Kraft der Kunst in den Vordergrund stellte.
Durch die Wahl dieser Künstler für den Auftakt unterstreicht die Galerie ihr Profil, das etablierte und aufstrebende Positionen verbindet. Neben den „Jungen Wilden“ sind auch andere namhafte Künstler vertreten, wie der Bildhauer Hans Kupelwieser, der für seine innovativen Arbeiten bekannt ist. Markus Redl gestaltete anläßlich der Premiere eigens eine Skulptur mit dem Titel „Triebwerk 1“ für die eleganten Räumlichkeiten. Diese gezielte Auswahl sorgt für eine Präsentation, die nicht nur stilistisch ansprechend ist, sondern auch eine kunsthistorische Bedeutung hat.
Das VIP Terminal als Bühne: Ein exklusiver Ort für ein neues Publikum
Das VIP Terminal am Flughafen Wien ist mehr als nur eine Wartehalle; es ist ein Ort für eine Klientel mit den höchsten Ansprüchen. Die Geschäftsführer Alexandra Schellhorn und Christoph Schmidt beschreiben das Terminal als einen Ort für „Menschen mit hohen Ansprüchen – an Service, an Ambiente, an Bedeutung.“ Das Publikum besteht aus Staatsgästen, Vorstandsvorsitzenden großer Unternehmen, Künstlern und anspruchsvollen Individualreisenden.
Diese Zielgruppe ist für die Kunstwelt äußerst interessant, da sie oft potentielle Käufer und Sammler umfaßt. Die „Art Lounge“ schafft somit eine Symbiose, die für alle Beteiligten von Vorteil ist. Der Flughafen Wien verbessert seine Premium-Dienstleistungen und untermauert sein luxuriöses Markenimage, während die Galerie und die Künstler eine einzigartige Plattform erhalten, um ihre Werke einem sehr spezifischen, internationalen und kaufkräftigen Publikum zu präsentieren. Es ist ein Beispiel dafür, wie eine Kooperation von Kultur und Kommerz im besten Sinne des Wortes funktionieren kann, um eine Win-Win-Situation zu schaffen.
Vom Abheben zum Kunsterlebnis: Die logistische Umsetzung der Ausstellung
Die Werke sind nicht an einem einzigen Ort konzentriert, sondern stilvoll in den exklusiven Salons, den Wartebereichen, im Foyer und in den Verbindungsgängen des VIP Terminals inszeniert. Dieses Konzept soll die Kunst in Bewegung bringen und sie dort präsentieren, wo sich täglich die Lebenswege von Menschen kreuzen. Die Ausstellungen werden halbjährlich wechseln, was den Standort zu einer dauerhaften Plattform für österreichische zeitgenössische Kunst macht.
Die Vernissage, die von den Flughafen-Wien-Vorständen Julian Jäger und Günther Ofner sowie den Geschäftsführern des VIP Terminals ausgerichtet wurde, zog rund 200 Gäste aus der Kunst-, Wirtschafts- und Politwelt an. Unter den Anwesenden waren bekannte Persönlichkeiten wie der Künstler Daniel Serafin, der Unternehmer Heimo Scheuch und die Albertina-Kuratorin Antonia Hoerschelmann. Ihre Anwesenheit unterstreicht die gesellschaftliche Bedeutung des Projekts.