Die Wiener Tourismusbranche verzeichnet für das erste Halbjahr 2026 eine gemischte Bilanz. Nach aktuellen Daten des Wiener Tourismusverbandes stiegen die Gästenächtigungen in der Bundeshauptstadt im Mai 2026 um 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat auf insgesamt 1.849.000 Übernachtungen.
Auch die kumulierte Bilanz seit Jahresbeginn zeigt mit 7.448.000 Übernachtungen ein stabiles Wachstum von ebenfalls 4 Prozent. Trotz des kontinuierlichen Zustroms von Reisenden mussten die Wiener Beherbergungsbetriebe jedoch empfindliche Umsatzeinbußen im operativen Geschäft hinnehmen, was auf veränderte Preisstrukturen oder eine Verschiebung der Buchungsklassen hindeutet.
Der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Hotellerie belief sich im April 2026 auf 115.556.000 Euro, was einem deutlichen Rückgang von 13 Prozent gegenüber dem April 2025 entspricht. Für den gesamten Zeitraum von Jänner bis April erwirtschafteten die Betriebe einen Gesamtumsatz von 352.131.000 Euro, womit das Vorjahresniveau um 2 Prozent verfehlt wurde. Die durchschnittliche Auslastung der Hotelzimmer blieb im Mai mit rund 74 Prozent auf dem Niveau des Vorjahres, während die Bettenauslastung minimal auf 56,8 Prozent sank. Diese Stagnation der Auslastung bei gleichzeitigem Nächtigungswachstum erklärt sich durch eine erhebliche Ausweitung der Kapazitäten auf dem Wiener Hotelmarkt: Im Mai standen rund 85.200 Hotelbetten zur Verfügung, was einem Zuwachs von etwa 3.500 Betten im Vergleich zum Mai 2025 entspricht.
Der wichtigste Herkunftsmarkt für den Wiener Tourismus bleibt weiterhin Deutschland. Mit 390.000 Übernachtungen im Mai verzeichneten die Gäste aus dem Nachbarland ein starkes Plus von 14 Prozent. Auf den weiteren Plätzen folgten der österreichische Inlandstourismus mit 315.000 Nächtigungen, der jedoch ein leichtes Minus von 2 Prozent verbuchte, sowie die USA mit 135.000 Übernachtungen. Ein auffällig starkes Wachstum zeigte sich auf dem türkischen Markt, der im Mai ein Plus von 79 Prozent auf 51.000 Nächtigungen generierte. Auch die Märkte aus Großbritannien und Italien legten zweistellig zu, während aus Spanien und Polen weniger Gäste in die österreichische Hauptstadt reisten.