Die Wiener Tourismuswirtschaft setzt ihren Wachstumskurs im Frühjahr 2026 fort. Wie aktuelle Daten des Wiener Tourismusverbands belegen, stiegen die Übernachtungszahlen im März auf rund 1,46 Millionen, was einem Zuwachs von acht Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat entspricht.
Seit Beginn des Jahres summieren sich die Nächtigungen damit auf über 3,8 Millionen. Besonders auffällig ist die starke Nachfrage aus dem deutschen Markt, die im März um 18 Prozent zulegte, während Österreich als Herkunftsmarkt mit 297.000 Übernachtungen weiterhin die Spitzenposition behauptet. Auch aus Übersee, insbesondere aus den USA, zeigt sich mit einem Plus von 18 Prozent ein robustes Interesse am Standort Wien.
Trotz der gestiegenen Gästezahlen verlief die Umsatzentwicklung der Beherbergungsbetriebe zuletzt weniger dynamisch. Im Februar sank der Netto-Nächtigungsumsatz um sechs Prozent auf rund 65,5 Millionen Euro, was Experten auf einen verstärkten Preiswettbewerb und eine veränderte Buchungsstruktur zurückführen. Über das gesamte erste Quartal betrachtet liegt der kumulierte Umsatz mit rund 141 Millionen Euro jedoch noch knapp über dem Vorjahresniveau. Branchenanalysten weisen darauf hin, dass die gestiegenen Betriebskosten und der Ausbau der Kapazitäten die Margen der Hotellerie zunehmend unter Druck setzen, während die reine Frequenz am Standort weiter zunimmt.
Die Kapazitäten in der Bundeshauptstadt wurden im Vergleich zum Vorjahr deutlich ausgeweitet. Im März standen rund 83.900 Hotelbetten zur Verfügung, was einer Steigerung von 4,5 Prozent entspricht. Dennoch konnte die durchschnittliche Zimmerauslastung leicht auf 60 Prozent verbessert werden. Neben den klassischen europäischen Märkten gewinnen Schwellenländer wie die Türkei an Bedeutung, die im März ein Wachstum von 20 Prozent verzeichnete. Rückgänge gab es hingegen bei Gästen aus Spanien und Polen. Die Wiener Hotellerie profitiert derzeit von einem dichten Veranstaltungskalender und der Rückkehr des internationalen Kongressgeschäfts auf Vorkrisenniveau.
Für das weitere Jahr wird mit einer Stabilisierung der Auslastung gerechnet, sofern die geopolitischen Rahmenbedingungen stabil bleiben. Die Diversifizierung der Quellmärkte erweist sich dabei als stabilisierender Faktor für die Wiener Stadtmitte und die angrenzenden Bezirke. Die Erhöhung des Bettenangebots um etwa 3.600 Einheiten innerhalb eines Jahres unterstreicht das Vertrauen von Investoren in den Hotelstandort Wien. Dennoch bleibt die Herausforderung für die Betriebe bestehen, das Volumenwachstum in eine entsprechende Steigerung der Rentabilität umzumünzen, um die langfristige Finanzkraft des Sektors zu sichern.