Blick auf Wien (Foto: Jan Gruber).
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Wiens Tourismus auf Wachstumskurs: Halbe Milliarde Euro Nächtigungsumsatz

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Die Wiener Tourismuswirtschaft verzeichnet im ersten Halbjahr 2025 beeindruckende Wachstumszahlen und bestätigt ihre Rolle als stabile Säule der städtischen Ökonomie. Zwischen Jänner und Mai wurde von den Wiener Beherbergungsbetrieben ein Nächtigungsumsatz von nahezu einer halben Milliarde Euro, präziser 499,53 Millionen Euro, erwirtschaftet.

Dies entspricht einem bemerkenswerten Zuwachs von 12 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum und übertrifft das Wachstum der Nächtigungszahlen deutlich. Mit insgesamt 8,8 Millionen Gästenächtigungen im ersten Halbjahr 2025, einem Plus von 7 % zum Vorjahr, demonstriert Wiens „Visitor Economy“ ihre Anziehungskraft als internationale Ganzjahresdestination. Diese Entwicklung stärkt nicht nur die Kernbereiche des Tourismus, sondern entfaltet auch positive Effekte auf Handel, Gastronomie und weitere Wirtschaftszweige.

Nächtigungszahlen und Herkunftsmärkte: Stabilität und Wachstum

Das erste Halbjahr 2025 zeigt für Wien eine solide Entwicklung der Nächtigungszahlen. Insgesamt zählte die Stadt 8.832.000 Gästenächtigungen, was einem Anstieg von 7 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres entspricht. Der Juni trug mit 1.674.000 Nächtigungen (+1%) zu diesem Gesamtergebnis bei, was die anhaltende Beliebtheit Wiens auch in den Sommermonaten unterstreicht.

Die Zusammensetzung der Herkunftsmärkte Wiens im ersten Halbjahr 2025 präsentiert sich differenziert:

Angeführt wird die Liste der nächtigungsstärksten Märkte weiterhin von Österreich mit 1.628.000 Nächtigungen, wenngleich dies einen leichten Rückgang von 2% im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Knapp dahinter folgt Deutschland mit 1.605.000 Nächtigungen, wobei dieser Markt eine Stabilität von +/-0% beibehielt.

Als bemerkenswertester Trend hervorzuheben ist die Wiedereinführung und Stärkung des US-amerikanischen Marktes. Mit 519.000 Nächtigungen (+10%) haben sich die Vereinigten Staaten wieder auf Platz drei der Top-10-Herkunftsmärkte Wiens etabliert und stellen damit den wichtigsten Fernmarkt dar. Dies ist ein Indikator für die wiedererlangte Reisefreudigkeit amerikanischer Touristen nach Europa und die erfolgreiche Positionierung Wiens in diesem kaufkräftigen Segment.

Die weiteren Plätze der Top-10 werden von Italien (467.000, +7%), Großbritannien (340.000, +/-0%), Spanien (261.000, +13%), Frankreich (242.000, +/-0%), Polen (216.000, +2%), der Schweiz (192.000, -4%) und der Ukraine (171.000, +40%) komplettiert. Insbesondere der starke Zuwachs aus der Ukraine ist angesichts der geopolitischen Lage bemerkenswert und könnte auf eine Verschiebung von Reiseverhalten oder besondere Umstände hindeuten. Der spanische Markt zeigt ebenfalls ein starkes Wachstum, was auf die Attraktivität Wiens für südeuropäische Besucher hinweist.

Die hohe Anzahl an Nächtigungen aus dem Ausland, die rund 82 % der Gesamtnächtigungen ausmachen, ist ein klarer Beleg für Wiens internationale Strahlkraft. Norbert Kettner, Geschäftsführer des WienTourismus, betont: „Unser konsequenter Fokus auf Qualitätstourismus, die gezielte Ansprache eines kulturinteressierten und kaufkräftigen Publikums sowie Wiens starke Positionierung als internationale Meeting Destination haben sich bewährt.“ Diese Strategie zielt darauf ab, nicht nur die Quantität, sondern auch die Qualität der Besucherströme zu optimieren, um eine höhere Wertschöpfung zu erzielen.

Nächtigungsumsätze: Deutlich stärkeres Wachstum als Nächtigungen

Ein besonders erfreuliches Ergebnis ist das signifikante Wachstum der Nächtigungsumsätze. Zwischen Jänner und Mai 2025 belief sich der Netto-Nächtigungsumsatz der Wiener Beherbergungsbetriebe auf 499.539.000 Euro. Dies stellt einen Zuwachs von 12 % gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres dar. Zum Vergleich: Im selben Fünfmonatszeitraum wuchsen die Nächtigungen lediglich um 8 % auf 7,2 Millionen.

Die Diskrepanz zwischen dem Wachstum der Nächtigungen und dem noch stärkeren Wachstum der Umsätze deutet auf eine erfolgreiche Preisdurchsetzung der Wiener Hotels hin. Dies kann verschiedene Ursachen haben, wie eine erhöhte Nachfrage in höherpreisigen Segmenten, eine Reduzierung von Rabatten oder eine generelle Anhebung der durchschnittlichen Zimmerpreise. Im Mai allein betrug der Netto-Nächtigungsumsatz der Beherbergungsbetriebe 140.697.000 Euro, ein Plus von 11 % zum Vergleichsmonat 2024.

Dieses „überproportionale“ Umsatzwachstum ist ein deutliches Zeichen für die Gesundheit und die Profitabilität der Wiener Tourismusbranche. Es zeigt, daß Wien in der Lage ist, höhere Erträge pro Gast zu generieren, was für die gesamte Wertschöpfungskette der Stadt von großer Bedeutung ist.

Auslastung und Bettenangebot: Eine detaillierte Betrachtung

Die durchschnittliche Auslastung der Hotelzimmer in Wien lag im Juni 2025 bei rund 72 %, was einen leichten Rückgang gegenüber den 75 % im Juni 2024 bedeutet. Ähnlich verhält es sich mit der Bettenauslastung, die im Juni 2025 bei 55,5 % lag (Juni 2024: 57,4 %). Für den gesamten Zeitraum Jänner bis Juni lag die Zimmerauslastung bei rund 64 % (Jänner bis Juni 2024: rund 65 %), die Bettenauslastung bei 49,1 % (Jänner bis Juni 2024: 49,7 %).

Obwohl die Auslastungsraten leicht rückläufig sind, ist dies im Kontext eines deutlich gestiegenen Bettenangebots zu sehen. Im Juni 2025 wurden in Wien mit rund 81.800 Hotelbetten um rund 4.800 Betten (+6,3 %) mehr angeboten als im Juni 2024. Dies deutet darauf hin, daß die Wiener Hotellerie weiterhin in den Ausbau ihrer Kapazitäten investiert, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Ein leicht geringerer Auslastungsgrad bei gleichzeitig höherem Angebot und deutlich gestiegenem Umsatz ist ökonomisch ein positives Zeichen, da es auf eine höhere Preisdurchsetzung pro verfügbarer Einheit hindeutet.

Die Wiener Hotellandschaft ist bekannt für ihre Vielfalt, von Luxushotels bis hin zu Boutiquenhotels und Budget-Unterkünften. Die Investitionen in neue Hotels und die Erweiterung bestehender Betriebe sind ein klares Signal für das Vertrauen in den Wiener Tourismusmarkt.

Wiens „Visitor Economy“ als Zukunftsbranche

Barbara Novak, Stadträtin für Finanzen, Wirtschaft, Arbeit, Internationales und Digitales, hebt die Bedeutung der „Visitor Economy“ Wiens hervor: „Wiens Visitor Economy führt ihre Vorjahresfolge auch im ersten Halbjahr 2025 fort. Sie schafft standortgebundene Ganzjahresarbeitsplätze und stärkt durch Spillover-Effekte nicht nur touristische Kernbereiche wie Hotellerie und Gastronomie, sondern auch Handel, produzierende Bereiche oder Freizeitwirtschaft.“ Diese Spillover-Effekte, also die positiven Ausstrahlungswirkungen des Tourismus auf andere Wirtschaftszweige, sind ein wesentlicher Bestandteil der Wertschöpfung in einer Stadt wie Wien. Die prosperierende Tourismusbranche belebt den Einzelhandel, sorgt für Umsätze in der Gastronomie, schafft Nachfrage für lokale Produzenten und Dienstleister und fördert die gesamte Freizeitinfrastruktur.

Novak unterstreicht die Rolle des Tourismus als „funktionierende und verlässliche Zukunftsbranche“ in Zeiten globaler geopolitischer Herausforderungen und wirtschaftlich fordernder Rahmenbedingungen. Dies ist ein wichtiger Aspekt, da der Tourismus als vergleichsweise resiliente Branche betrachtet wird, die auch in unsicheren Zeiten Arbeitsplätze sichert und Einkommen generiert. Aktuelle Umfragen bestätigen zudem eine hohe Akzeptanz des Städtetourismus bei der Wiener Bevölkerung, was für eine nachhaltige Entwicklung des Sektors von großer Bedeutung ist. Die breite Akzeptanz in der Bevölkerung ist entscheidend, um die Balance zwischen touristischer Entwicklung und der Lebensqualität der Bewohner zu wahren.

Wien als erfolgreiche Ganzjahresdestination

Die Zahlen des ersten Halbjahres 2025 belegen eindrücklich Wiens erfolgreiche Positionierung als internationale Ganzjahresdestination. Die Kombination aus starkem Nächtigungsumsatzwachstum, einer hohen Anzahl internationaler Gäste und gezielter Ansprache kaufkräftiger Märkte hat sich als effektive Strategie erwiesen. Die Investitionen in die Kapazitäten der Beherbergungsbetriebe zeigen das Vertrauen in die weitere positive Entwicklung.

Wiens Attraktivität, gestützt durch kulturelle Angebote, das internationale Konferenzgeschäft und eine hohe Lebensqualität, zieht weiterhin Besucher aus aller Welt an und festigt die „Visitor Economy“ als unverzichtbaren Motor für die städtische Wirtschaft. Die Fähigkeit der Stadt, in einem dynamischen Umfeld Stabilität und Wachstum zu generieren, unterstreicht ihre herausragende Stellung im europäischen Städtetourismus.

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