In den Salzburger Gemeinden Neukirchen am Großvenediger und Bramberg am Wildkogel setzt die lokale Tourismuswirtschaft in der Sommersaison 2026 verstärkt auf eine Kombination aus Bergsportangebot und regionalen Erlebniskarten.
Die Region Wildkogel-Arena nutzt dabei ihre geografische Lage am Rande des Nationalparks Hohe Tauern, um Familien sowie Aktivurlauber mit ausgebauter Infrastruktur wie Klettersteigen, Wanderwegen und Radrouten anzusprechen. Zu den etablierten Attraktionen am Berg zählen unter anderem ein Rutschenweg, der Familienlehrpfad Adler-Toni-Weg sowie eine rund vier Kilometer lange Strecke für Mountaincarts, die von der Bergstation nach unten führt.
Ein wesentliches Element der regionalen Vermarktung stellt die sogenannte Nationalpark SommerCard dar, die bis zum 31. Oktober 2026 gültig ist. Bei einer Übernachtung in einem von knapp 200 ausgewählten Partnerbetrieben erhalten Gäste die Erlebniskarte ohne Aufpreis beim Check-in. Das Dokument gewährt Zugang zu über 60 Inklusivleistungen in der Region Oberpinzgau, darunter tägliche Fahrten mit den Bergbahnen Wildkogelbahn und Smaragdbahn, den Eintritt in das Museum Nationalparkwelten Mittersill sowie die freie Nutzung von Ausflugszielen wie den Krimmler Wasserfällen oder der Großglockner Hochalpenstraße.
Um die Auslastung der Beherbergungsbetriebe über die Hauptferienmonate Juli und August hinaus zu sichern, verlängern die Seilbahngesellschaften ihre Betriebszeiten bis in den Spätsommer und Frühherbst. Während die Smaragdbahn in Bramberg ihren Betrieb am 13. September 2026 beendet, bleibt die Wildkogelbahn in Neukirchen bis zum 30. Oktober 2026 geöffnet. Ergänzend zu geführten Wander- und Mountainbike-Touren wird im September das veranstaltungsbasierte Wochenprogramm „BergZeit – Move & Soul Retreat“ angeboten, das gezielt Erholungssuchende in die Region locken soll.
Tourismusanalysten weisen jedoch darauf hin, dass die Bündelung von Bergbahnleistungen und Freizeitangeboten in All-Inclusive-Karten wie der SommerCard die kalkulatorischen Kosten der Beherbergungsbetriebe erhöht und den Druck auf nicht beteiligte Vermieter steigert. Zudem hängt die Auslastung im alpinen Tagestourismus stark von den jeweiligen Witterungsverhältnissen im Frühherbst ab, was für Gastronomie und Bergbahnen ein betriebswirtschaftliches Risiko darstellt.