Mit dem Beginn des Winterflugplans am 26. Oktober 2025 stellt der Flughafen München seine strategische Ausrichtung als europäisches Luftverkehrsdrehkreuz erneut unter Beweis. Der bis zum 28. März 2026 gültige Plan umfasst ein Gesamtangebot von 184 Zielen in 68 Ländern, bedient von 81 Fluggesellschaften.
Die Aufteilung in elf Inlandsziele, 119 Mittelstrecken- und 54 Fernstreckenverbindungen unterstreicht die ausgewogene Struktur des Münchner Netzwerks. Trotz der Herausforderungen, denen sich der globale Luftverkehrssektor gegenübersieht, zeigt der Airport ein anhaltendes Wachstum, insbesondere im Langstreckenbereich, der im ersten Halbjahr 2025 bereits einen Zuwachs von knapp neun Prozent verzeichnete. Die nun beginnende Winterperiode fokussiert auf die Reaktivierung wichtiger Interkontinentalrouten und die Erschließung neuer, attraktiver Urlaubs- und Geschäftsreiseziele auf der Mittelstrecke.
Lufthansa Group verstärkt Langstreckenangebot
Im Interkontinentalverkehr setzt die Lufthansa als Hauptakteurin am Drehkreuz München auf eine strategische Verdichtung und Reaktivierung von Verbindungen. Ein zentraler Neuzugang ist die Wiederaufnahme der Nonstop-Flüge in die saudische Hauptstadt Riad. Ab dem 26. Oktober 2025 wird die Verbindung dreimal wöchentlich mit einem Airbus A350-900 bedient. Diese Route, die bereits 2017 im Streckennetz der Lufthansa enthalten war, kehrt in einem Kontext zurück, in dem Saudi-Arabien verstärkt in seine wirtschaftliche und kulturelle Öffnung investiert. Für Geschäftsreisende sind die Flugzeiten so gelegt, dass sie eine gute Anbindung an das Lufthansa-Netzwerk ermöglichen. Die Wiederaufnahme der Verbindung fällt in das Jahr des 65-jährigen Jubiläums des Erstfluges von Lufthansa nach Saudi-Arabien, womit die Region ihre anhaltende Bedeutung für die Airline unterstreicht. Die Lufthansa Group, zu der auch andere Airlines wie Eurowings und ITA Airways gehören, steuert neben Riad auch Dammam und Jeddah an und erreicht damit über 120 wöchentliche Verbindungen in den Nahen Osten.
Ebenfalls von großer Bedeutung ist die Rückkehr bewährter Langstreckendestinationen: Johannesburg in Südafrika und São Paulo in Brasilien werden im Winterflugplan wieder angeflogen. Darüber hinaus setzt die Lufthansa ihre größte Passagiermaschine, den Airbus A380, auf den Strecken nach Bangkok, Delhi, Los Angeles und San Francisco ein. Dies signalisiert eine hohe Auslastungserwartung auf diesen Routen, die sowohl für den Geschäftsverkehr als auch für den Tourismus von großer Relevanz sind.
Die Lufthansa-Tochter Discover Airlines trägt zur Stärkung des touristischen Langstreckensegments bei. Der Ferienflieger nimmt ab Ende Oktober 2025 eine neue Verbindung in die Dominikanische Republik auf und bietet bis zu drei wöchentliche Flüge nach Punta Cana. Diese Route ersetzt in den Wintermonaten die Verbindung ins kanadische Calgary und richtet sich an die steigende Nachfrage europäischer Reisender nach warmen Zielen während der kalten Jahreszeit. Die Flüge werden dabei so terminiert, dass sie insbesondere während der bayerischen Schulferien zusätzliche Kapazitäten bereitstellen.
Wichtige asiatische Verbindungen und Premiumangebote
Der Münchner Flughafen festigt im Winterflugplan auch seine Rolle als wichtiges Tor nach Asien. Cathay Pacific hält an ihren viermal wöchentlichen Nonstop-Flügen nach Hongkong fest. Auf dieser wichtigen Route in die Wirtschaftszentrale setzt die Airline weiterhin auf den modernen Airbus A350. Auch die taiwanische Fluggesellschaft eva Air setzt im Winter ihre vier wöchentlichen Nonstop-Flüge nach Taipeh fort. Die Airline bietet dabei Reisenden die Möglichkeit, ihre Premium Economy Class im Boeing 787-9 Dreamliner zu nutzen. Diese beibehaltenen Verbindungen sind essenziell für den wirtschaftlichen Austausch zwischen Bayern und den asiatischen Märkten. Die Nachfrage nach Fernost-Verbindungen zeigte im ersten Quartal 2025 mit einem Wachstum von über 15 Prozent das stärkste Wachstum unter allen Regionen ab München.
Expansion im Mittel- und Kurzstreckennetz
Neben den Langstrecken bietet der Winterflugplan zahlreiche Neuerungen im Kurz- und Mittelstreckenbereich, die sowohl Geschäfts- als auch Urlaubsreisende ansprechen.
Die Wiederaufnahme der Direktflüge von Royal Air Maroc zwischen München und Casablanca ab dem 20. Oktober 2025 ist für die Anbindung an Afrika von Bedeutung. Die zweimal wöchentlich angebotene Route ermöglicht nahtlose Anschlüsse zu einer Vielzahl von Zielen in West- und Zentralafrika, darunter Gambia, Nigeria und Ghana, was Münchens Funktion als interkontinentales Drehkreuz weiter ausbaut.
Ein weiterer wichtiger Neuzugang ist die panarabische Fluggesellschaft Air Arabia. Ab dem 15. Dezember 2025 nimmt die Airline tägliche Flüge vom Münchner Airport in das Emirat Sharjah auf. Das in den Vereinigten Arabischen Emiraten gelegene Sharjah, das nur etwa 30 Minuten von Dubai entfernt liegt und als kulturelles Zentrum gilt, wird damit zum ersten Linienflugziel in Deutschland für Air Arabia. Die täglichen Flüge verbessern die Anbindung der Region an den Mittleren Osten und bieten Reisenden alternative Zugangspunkte zu den Vereinigten Arabischen Emiraten.
Auch innerhalb Europas wird das Streckennetz verdichtet. Die norwegische Fluggesellschaft Norwegian nimmt mit Tromsø, einer Stadt im hohen Norden Norwegens, ein neues Ziel in den Flugplan auf. Die zweimal wöchentlich ab Ende Oktober angebotene Verbindung richtet sich insbesondere an Touristen, die während der dunklen Jahreszeit die Polarlichter erleben möchten. Darüber hinaus wird die Anbindung an Rumänien gestärkt: Mit FlyOne Romania und AnimaWings nehmen gleich zwei neue Airlines Direktflüge in die rumänische Hauptstadt Bukarest auf.
Die britische Anbindung wird durch easyJet verbessert, die dreimal wöchentlich Direktflüge nach Bristol in Südwestengland anbietet. Bristol ist bekannt für seine historische Architektur und dynamische Kulturszene und stellt eine attraktive Ergänzung im Großbritannien-Segment dar. Aegean Airlines verlängert zudem ihre Verbindung nach Heraklion auf Kreta erstmals über die Sommersaison hinaus in den Dezember und nimmt die Strecke bereits im Februar 2026 wieder auf, was die wachsende Beliebtheit dieser Destination auch außerhalb der Hochsaison widerspiegelt. Die Fortsetzung der Transavia-Flüge nach Paris-Orly vervollständigt das Kurzstreckenangebot und sichert die Frequenz auf dieser wichtigen Europaverbindung.
Der Winterflugplan 2025/2026 positioniert den Flughafen München somit als dynamisches und wachsendes Luftverkehrsdrehkreuz, das sowohl auf die steigende Interkontinentalnachfrage als auch auf die Diversifizierung des europäischen Streckennetzes reagiert.