Der ungarische Billigflieger Wizz Air setzt seinen Betrieb an der Basis auf dem Flughafen Belgrad Nikola Tesla in der Wintersaison 2026/2027 unverändert fort.
Vorausgegangen war ein Beschluss der serbischen Zivilluftfahrtbehörde, das Inkrafttreten verschärfter Genehmigungsregeln für ausländische Fluggesellschaften vom Spätsommer 2026 auf den 28. März 2027 zu verschieben. Die entsprechende Verordnung wurde am 28. September 2026 im serbischen Amtsblatt 93/2026 veröffentlicht und schaffte vorübergehend Rechtssicherheit für den Low-Cost-Anbieter.
Die regulatorischen Anpassungen hatten im Juni 2026 zu deutlichen Spannungen zwischen der Fluggesellschaft und den Behörden geführt. Die neuen Vorgaben sahen Einschränkungen für Nicht-EU- bzw. EU-Airlines vor, die Flüge außerhalb des Abkommens über den Europäischen Gemeinsamen Luftverkehrsraum (ECAA) durchführen. Wizz Air kritisierte die Regelungen als diskriminierend und drohte mit der Schließung der seit 2010 bestehenden Basis im Herbst 2026, da der rechtliche Rahmen den Betrieb stationierter Flugzeuge erheblich erschwert hätte.
Marktbeobachter werten die ursprünglich geplanten Vorgaben der serbischen Aufsicht als Versuch, die Wettbewerbsposition der staatlich gestützten Air Serbia auf dem Heimatmarkt zu stärken. Wizz Air betreibt in Belgrad aktuell vier Flugzeuge des Typs Airbus A321neo und gehört zu den wichtigsten Anbietern im serbischen Direktflugverkehr. Durch die Fristverlängerung gewinnen die Airline und die Behörden Zeit, um Verhandlungen über eine dauerhafte Regelung aufzunehmen, die den europäischen Luftverkehrsabkommen entspricht und den Standort Belgrad langfristig absichert.