Die ungarische Billigfluggesellschaft Wizz Air hat mit „Wizz Link“ eine digitale Plattform gestartet, die das Buchen von Umsteigeverbindungen innerhalb des eigenen Streckennetzes vereinfacht. In Zusammenarbeit mit dem isländischen Technologieunternehmen Dohop ermöglicht der Dienst den Zugriff auf fast 8.000 neue Start-Ziel-Kombinationen. Passagiere können nun mehrteilige Reisen, wie etwa von London über Budapest nach Abu Dhabi, in einer einzigen Transaktion buchen. Bisher mussten Reisende bei sogenannten Self-Transfer-Verbindungen jeden Flugabschnitt einzeln suchen und separat bezahlen, was oft mit einem hohen zeitlichen Aufwand und organisatorischen Risiken verbunden war.
Das System basiert auf der RetailConnect-Technologie von Dohop, die es Fluggesellschaften erlaubt, flexible Flugverbindungen ohne die Komplexität traditioneller Interline-Abkommen zu verwalten. Ein wesentlicher Bestandteil des neuen Angebots ist der optionale Schutzservice „ConnectSure“. Dieser bietet Reisenden Unterstützung und Absicherung bei Verspätungen oder Annullierungen, die zum Verpassen eines Anschlussfluges führen könnten. Damit reagiert Wizz Air auf das Geschäftsmodell von Online-Reisebüros (OTAs), die bereits einen erheblichen Teil des Marktes für kombinierte Reiserouten kontrollieren. Durch die Integration dieser Funktion in das eigene Ökosystem behält die Airline die Kontrolle über die Preisgestaltung und den Kundenservice.
Die Einführung von Wizz Link ist Teil einer umfassenderen Digitalstrategie, um den durchschnittlichen Buchungswert pro Passagier zu steigern. Neben den reinen Flugtickets können Zusatzleistungen wie Sitzplatzreservierungen, Priority-Boarding und Verpflegung für alle Segmente gesammelt erworben werden. Zentrale Umsteigepunkte im Netz von Wizz Air, darunter London-Luton, Warschau, Rom und Tirana, sollen durch die neue Plattform gestärkt werden. Branchenexperten zufolge wächst der Anteil von Reisen mit mehreren Flugsegmenten stetig an und erreicht bereits zweistellige Prozentwerte am gesamten Buchungsmarkt, da Direktverbindungen insbesondere auf Langstrecken abseits der großen Hubs oft fehlen.
Wizz Air betreibt derzeit eine Flotte von über 250 Flugzeugen der Airbus A320-Familie und beförderte im Geschäftsjahr 2025 mehr als 63 Millionen Passagiere. Mit der neuen Plattform festigt das Unternehmen seine Position im Ultra-Low-Cost-Segment und nutzt technologische Synergien, um die Netzwerkkonnektivität in Europa und Richtung Naher Osten effizient auszubauen. Die Partnerschaft mit Dohop, die bereits ähnliche Lösungen für Fluggesellschaften wie easyJet oder Vueling umgesetzt haben, unterstreicht den Trend in der Luftfahrtindustrie, durch alternative Interline-Modelle neue Passagierströme zu erschließen, ohne die operativen Kosten klassischer Allianz-Strukturen tragen zu müssen.