Airbus A321neo (Foto: Jan Gruber).
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Wizz Air verzeichnet hohe Verluste im dritten Quartal – Triebwerksprobleme belasten den Betrieb

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Die Billigfluggesellschaft Wizz Air hat für das dritte Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2024/25 einen Nettoverlust von 241,1 Millionen Euro gemeldet. Hauptgrund für das schlechte Ergebnis ist die anhaltende Stilllegung von rund 20 Prozent der Flotte aufgrund von Problemen mit den GTF-Triebwerken. Trotz einer höheren Passagierzahl und steigender Umsätze blieben die erhofften Gewinne aus.

Laut dem am 30. Jänner 2025 veröffentlichten Quartalsbericht beförderte Wizz Air in diesem Zeitraum 15,5 Millionen Passagiere, was einer Steigerung von 2,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Die Umsatzerlöse beliefen sich auf 1,176 Milliarden Euro – ein Zuwachs von 10,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal.

Obwohl die Passagierzahlen anstiegen, verringerte sich die verfügbare Sitzplatzkapazität gemessen in verfügbaren Sitzplatzkilometern (ASK) um 1,7 Prozent. Auch die absolute Anzahl der verfügbaren Sitzplätze sank um 0,4 Prozent. Dennoch konnte die Fluggesellschaft ihre Auslastung verbessern: Die durchschnittliche Sitzplatzauslastung (Load Factor) stieg um 3,1 Prozentpunkte auf 90,3 Prozent.

Der Nettoverlust von 241,1 Millionen Euro fiel mehr als doppelt so hoch aus wie im Vorjahresquartal, als das Unternehmen einen Fehlbetrag von 105,4 Millionen Euro verzeichnete.

Auswirkungen der Triebwerksprobleme

Als eine der Hauptursachen für das negative Ergebnis nannte Wizz Air die anhaltenden Triebwerksprobleme beim GTF-Antrieb von Pratt & Whitney. Aufgrund von technischen Schwierigkeiten mussten rund 20 Prozent der Flotte am Boden bleiben.

„Wizz Air hat weiterhin mit den Herausforderungen zu kämpfen, die durch die anhaltende Stilllegung eines erheblichen Teils der Flotte entstehen“, erklärte József Váradi, CEO von Wizz Air. Er räumte ein, dass sich die gestiegene Nachfrage nicht in verbesserten Gewinnen niederschlug, da die operativen Kosten erheblich stiegen. Zudem belastete eine negative Wechselkursentwicklung das Quartalsergebnis mit zusätzlichen 160 Millionen Euro.

Steigende Einnahmen, wachsende Kosten

Der Ticketumsatz stieg im Jahresvergleich um 13,0 Prozent auf 626,2 Millionen Euro, während die sogenannten „non-ticket“-Einnahmen – also Zusatzleistungen wie Gepäckgebühren oder Sitzplatzreservierungen – um 7,8 Prozent auf 550,7 Millionen Euro zulegten.

Der durchschnittliche Umsatz pro Passagier kletterte um 7,7 Prozent auf 75,79 Euro. Dabei stieg der durchschnittliche Ticketumsatz pro Passagier von 36,6 Euro im dritten Quartal 2024 auf 40,3 Euro im aktuellen Quartal.

Trotz der höheren Einnahmen erhöhten sich die operativen Kosten leicht um 0,6 Prozent auf 1,252 Milliarden Euro. Besonders ins Gewicht fiel ein Anstieg der Kosten pro verfügbarem Sitzplatzkilometer (CASK) um 3,6 Prozent auf 4,25 Cent.

Flottenentwicklung

Wizz Air baute ihre Flotte im dritten Quartal um zwei Flugzeuge aus und verfügte zum Jahresende 2024 über insgesamt 226 Maschinen. In den letzten drei Monaten wurden vier Airbus A321neo neu in die Flotte aufgenommen, während zwei ältere A320ceo ausgeflottet wurden.

Für den weiteren Verlauf des Geschäftsjahres 2024/25 plant Wizz Air die Aufnahme von acht neuen A321neo-Flugzeugen und die Ausmusterung von vier A320ceo. Zum 31. Dezember 2024 hatte das Unternehmen noch 307 offene Bestellungen bei Airbus, darunter 260 A321neo und 47 A321XLR. Die Triebwerksprobleme könnten weiterhin für Einschränkungen sorgen, während steigende Kosten die Profitabilität belasten. Dennoch setzt das Unternehmen auf weiteres Wachstum und eine schrittweise Erneuerung der Flotte mit effizienteren Flugzeugen.

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