Airbus A321neo (Foto: Jan Gruber).
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Wizzair-Chef kritisiert AUA-Staatshilfe heftig

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József Váradi, Chef der Wizzair Group, geht davon aus, dass die Branche vor einem knallharten Winter steht. Dieser wird auch an der von ihm geleiteten Firmengruppe nicht spurlos vorbei gehen, doch gleichzeitig kritisierte er milliardenschwere Staatshilfen, die in Europa ausgeschüttet wurden. Besonders kritisch sieht er den Fall Austrian Airlines, denn seiner Meinung nach werde diese aufgrund der veralteten Flotte nie in der Lage sein das Geld zurückzuzahlen.

Der österreichische Steuerzahler würde bei der AUA viel Geld vernichten. Auch in Sachen Umweltfreundlichkeit behauptet Váradi, dass Wizzair besser aufgestellt wäre und die Ökobilanz aufgrund der jüngeren Flotte besser ausfallen würde. In Wien hat der Carrier derzeit neun Airbus A320 stationiert. Weitere Maschinen fliegen von anderen Bases, beispielsweise Warschau-Chopin, aus ein.

Die Coronakrise mischte die Karten am Flughafen Wien neu, denn der ungarische Billigflieger konnte seinen Marktanteil eigenen Angaben nach stark ausbauen. Im Jänner 2020 lag dieser bei acht Prozent und im August bei 15 Prozent. Zum Vergleich: Lauda und Ryanair kamen im ersten Monat dieses Jahres auf 11 Prozent und lagen zuletzt bei 25 Prozent. Marktführer war im Jänner 2020 Austrian Airlines mit 40 Prozent. Im August 2020 sank dieser auf 34 Prozent ab.

Wizzair rechnet die Marktanteile an Hand der angebotenen Kapazität vor. Diese lässt aber keine Rückschlüsse auf die tatsächliche Auslastung der Flüge zu. Genau dieser Wert ist momentan wesentlich interessanter als das Angebot, denn europaweit kürzen Airlines ihre Kapazitäten, da die Nachfrage äußerst schwach ist. Die Konsequenz daraus ist, dass in den Flugzeugen äußerst viele Sitze leer bleiben. Das kann auf Dauer nicht gut gehen und ist auch der Grund dafür, dass viele Airlines, auch Wizzair, das Angebot für die nächsten Monate gekürzt haben. Über dieses Thema spricht der ungarische Billigflieger allerdings nicht gerne. Viel lieber listet man viele neue Routen, die man in den letzten Monaten neu aufgenommen hat, auf.

Zwischen April und August 2020 beförderte Wizzair 4,78 Millionen Fluggäste. Damit war man zwar wesentlich besser unterwegs als so mancher Mitbewerber, doch in der Zeit „vor Corona“ hatte man zum Teil über drei Millionen Reisende pro Monat. Daraus lässt sich also ableiten, dass Wizzair trotz vieler Neuaufnahmen noch immer mit stark reduzierter Kapazität unterwegs ist und die Nachfrage gering ist. Die Auslastung soll im genannten Zeitraum bei 63 Prozent gelegen haben. Im traditionell reisestarken August 2020 bei 70 Prozent. „Vor Corona“ hätte dieser Wert Váradi wohl schlaflose Nächte bereitet, denn Wizz brachte die Maschinen in der Regel voll und konnte Load-Factors von bis zu 98 Prozent verzeichnen. Der Billigflieger reduzierte die Flotte in den letzten Monaten nicht, sondern stockte sie um zehn Maschinen auf.

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