Zubringer: Condor brachte Kartellbeschwerde gegen Lufthansa ein

Bombardier CRJ-900 (Foto. Jan Gruber).
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Zubringer: Condor brachte Kartellbeschwerde gegen Lufthansa ein

Bombardier CRJ-900 (Foto. Jan Gruber).

Zwischen Lufthansa und Condor herrscht seit einiger Zeit dicke Luft, denn der Kranich kündigte die Zusammenarbeit im Bereich der Zubringerflüge auf. Das will die Ferienfluggesellschaft nicht auf sich sitzen lassen und brachte beim deutschen Bundeskartellamt eine Beschwerde gegen die größte Airline Deutschlands ein.

Condor wirft Lufthansa den Missbrauch der marktbeherrschenden Stellung vor. Eine Sprecherin bestätigte das Einbringen des Rechtsmittels gegenüber dem Handelsblatt und erklärte: „Dieser Schritt ist erforderlich geworden, da Lufthansa eine breit angelegte Missbrauchsstrategie fortgesetzt hat, indem sie ihre Monopolstellung im innerdeutschen Verkehr sowie ihre marktbeherrschende Stellung im europäischen Verkehr ausnutzt“.

Einst war Condor die „Ferienabteilung“ der Lufthansa, ehe man das Unternehmen schrittweise an Thomas Cook veräußerte. In vielen Bereichen blieb die Zusammenarbeit zwischen den beiden Airlines jedoch aufrecht. Im Winter 2020 drohte der Kranich mit einer Aufkündigung des so genannten „Special-Prorate-Agreements“, sofern die Lot-Mutter PGL den Ferienflieger übernehmen sollte. Zu diesem Deal kam es nie, doch der blaue Brief wurde dennoch an Condor geschickt.

Das trifft die einstige Tochtergesellschaft zu einem äußerst ungeschickten Zeitpunkt, denn innerdeutsch sowie aus Österreich und der Schweiz ist es sehr schwer bis fast unmöglich einen Ersatz zu finden. Fast alle relevanten Verbindungen werden von Airlines, die der Lufthansa Group angehören, betrieben. Noch dazu kommt, dass die Nachfrage ohnehin gering ist und die Kündigung mit Juni 2021, also unmittelbar vor Feriensaison 2021, auf die die gesamte Branche ihre Hoffnungen setzt, wirksam wird.

Bei Lufthansa sieht man die Angelegenheit naturgemäß völlig anders, denn man will angesichts der Krise primär die eigenen Maschinen auslasten. Condor benötigt die Zubringerdienste der Kranich-Gruppe, die als Feeder für die Langstreckenflüge fungieren. Genau da hat man bei Lufthansa etwas dagegen, denn man will offensichtlich erreichen, dass potentielle Kunden in Ocean-Langstreckenflugzeuge umsteigen. Ocean ist das jüngste Prestigeprojekt von Konzernchef Carsten Spohr. Übrigens: Sowohl Condor als auch Lufthansa wurden vom deutschen Staat vor dem Zusammenbruch bewahrt.

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Redakteur dieses Artikels:

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

jan.gruber@aviation.direct

Über den Redakteur

Jan Gruber ist Leitender Redakteur von Aviation.Direct. Zuvor war er seit 2012 in selbiger Funktion bei AviationNetOnline (vormals Austrian Aviation Net) tätig. Er ist auf Lowcost-Carrier, Regionalluftfahrt in der D-A-CH-Region und tiefgehende Recherchen spezialisiert.

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