Flughafen Kassel-Calden (Foto: Robert Spohr).
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Zunahme militärischer Flugbewegungen am Flughafen Kassel-Calden

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Der Flughafen Kassel-Calden verzeichnet eine Verschiebung seiner operativen Schwerpunkte. Während das touristische Passagieraufkommen jahreszeitlich starken Schwankungen unterliegt, entwickelt sich die militärische Nutzung zu einer stabilen Größe im Flugbetrieb.

Laut Flughafengeschäftsführer Lars Ernst im Gespräch mit der HNA wird für das laufende Jahr 2026 mit rund 700 militärischen Flugbewegungen gerechnet. Dies stellt eine Fortsetzung des kontinuierlichen Anstiegs der letzten Jahre dar: Von lediglich 53 Bewegungen im Jahr 2020 steigerte sich die Zahl über 374 im Jahr 2024 auf 585 im vergangenen Jahr. Bis Ende April 2026 wurden bereits 239 Starts und Landungen von Militärmaschinen registriert.

Die vorhandene Infrastruktur des nordhessischen Flughafens ist für ein breites Spektrum an militärischen Luftfahrzeugen ausgelegt. Neben kleineren Einheiten nutzen schwere Transportmaschinen wie der Airbus A400M der Luftwaffe den Standort regelmäßig für Trainingsflüge und die Pilotenausbildung. Auch internationale Kapazitäten wie der Airbus A330 MRTT der Nato oder die Lockheed C-130 Hercules können in Calden abgefertigt werden. Die strategische Bedeutung wird durch die Nähe zum Heeresfliegerstandort Fritzlar sowie die Kooperation mit Airbus Helicopters verstärkt, da am Flughafen zahlreiche Hubschrauber der Bundeswehr gewartet werden. Diese Werkstattflüge sind in den genannten Statistiken noch nicht einmal enthalten.

Finanziell profitiert der Flughafen von dieser Entwicklung durch Start- und Landeentgelte, Sonderleistungen bei der Abfertigung sowie Erlöse aus dem Verkauf von Kerosin. Das Hessische Finanzministerium stellt klar, dass die Infrastruktur primär für behördliche Bedarfe wie Hilfs- oder Abschiebeflüge zur Verfügung steht, wobei fachliche Notwendigkeiten der Ministerien die Standortwahl bestimmen. Parallel dazu intensiviert die Flughafengesellschaft die Abstimmungen mit der Nato, um den Airport als festen Bestandteil militärischer Logistikketten und als Ausweichflugplatz für Jagdgeschwader zu etablieren.

Im Kontrast zur militärischen Auslastung steht die Bilanz des Linien- und Ferienflugverkehrs. In den Wintermonaten kam dieser Sektor zeitweise fast vollständig zum Erliegen; so wurden im Dezember des Vorjahres lediglich 128 Passagiere gezählt. Erst mit Beginn der Sommersaison steigen die Zahlen durch touristische Verbindungen wieder an, wobei im April 2026 rund 1.089 Fluggäste in der Verkehrsluftfahrt registriert wurden. Die Diversifizierung durch militärische Nutzungen und das geplante Drohnenkompetenzzentrum, das noch in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll, dienen somit auch der wirtschaftlichen Absicherung des regionalen Verkehrsflughafens.

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