Pauschalreisende, die bei den Anbietern Tui und Sunweb buchen, müssen künftig mit zusätzlichen Gepäckgebühren rechnen, die zuvor in den Pauschalreisen enthalten waren. Dies steht im Einklang mit einem Trend, den auch Billigfluggesellschaften wie Ryanair bereits etabliert haben. Statt wie bisher im Pauschalpreis enthalten, wird nun für aufgegebenes Gepäck extra berechnet. Tui verlangt auf europäischen und mediterranen Strecken mindestens 27 Euro für ein 20-kg-Gepäckstück, bei Langstreckenflügen steigen die Gebühren auf über 32 Euro. Auch Sunweb erhebt Gebühren, wenn Reisende flexible Flüge wählen, die je nach Strecke zwischen 28 und 39 Euro für ein 20-kg-Gepäckstück kosten.
Für Reisende mit einem Rückflugticket nach Mexiko kann dies zu erheblichen Mehrkosten führen: So könnten die Gepäckgebühren für zwei Personen auf einer Hin- und Rückreise bis zu 140 Euro betragen, was die durch Frühbucherrabatte erzielten Ersparnisse schnell wieder aufzehrt. Der Trend, Zusatzgebühren wie für Gepäck, Sitzplatzwahl oder mehr Beinfreiheit zu erheben, wurde ursprünglich von Billigfliegern wie Ryanair geprägt. Diese Zusatzkosten machen mittlerweile einen erheblichen Teil des Umsatzes aus. Im Jahr 2024 stammten rund 30 Prozent des Umsatzes von Ryanair – etwa 4,3 Milliarden Euro – aus solchen Extras.
Experten stellen fest, dass diese Praxis zwar legal ist, jedoch eine irreführende Wahrnehmung von Pauschalpreismodellen fördere. Reisende haben oft wenig Wahl und müssen die zusätzlichen Gebühren akzeptieren, wenn sie nicht auf den gebuchten Flug verzichten wollen.